EMPYRIA: The Long Road Home

EMPYRIA: The Long Road Home

Nach zwei guten bis sehr guten Veröffentlichungen Ende der Neunziger und der nur teilweise aus neuem Material bestehenden und somit eher halbgaren The Legacy, hatte ich die Prog-Power Metaller von EMPYRIA aud den Augen verloren. Das 2002 veröffentlichte Sense Of Mind Album kenne ich nicht, schlappe sieben Jahre später sind die Kanadier nun aber endlich mit neuem Material und nur minimal veränderter Besetzung wieder am Start.
Rein vom musikalischen Aspekt hat sich nicht viel geändert und die Band agiert nach wie vor in leicht vertrackten Midtempobereichen und Sänger Phil Leite hat nach wie vor eine tolle, klare Stimme, die perfekt zu den Songs passt. Nichts geändert hat sich leider auch im produktionstechnischen Sinne. Die Drums klingen pappig, die Gitarren ziemlich dünn und der Mix seltsam verhallt, das geht anno 2009 auch mit geringem Budget wirklich besser. Was die Songs angeht gibt es dagegen weniger zu beanstanden, alle Stücke sind trotz Anspruch mit eingängigen Hooks ausgestattet und gehen recht schnell ins Ohr, schöne Melodien gibt´s ebenfalls zu bewundern. Was vielleicht nicht geschadet hätte, wären ein bis zwei schnellere und etwas härtere Songs, so bewegt sich eben alles in mittleren Geschwindigkeiten und wirkt zum Ende hin echt schon eine Spur zu balladesk, ein gewisser QUEENSRYCHE-Härtegrad wird halt nie überschritten.
Dafür sind u.a. mit False Witness, Lonely People, Last Rites oder Without Within aber schöne kleine Ohrwürmer vertreten, die Fans des Genres zwar vielleicht nicht gleich zum kollevtiven Ausrasten bringen werden, die aber liebevoll arrangiert und mit dem richtigen Gespür für kleine Details komponiert wurden. EMPYRIA sind keine Band die man liebt oder hasst, die Kanadier findet man einfach gut und hört sie immer wieder gerne. Sie sind deswegen nicht unspektakulär, sondern bewegen sich weit über dem Durchschnitt. Die Kanadier provozieren aber eben einfach nicht, sondern agieren solide in einem musikalischen Bereich, der inzwischen leider etwas in Vergessenheit geraten ist.
Wäre The Long Road Home mit einer besseren Produktion ausgestattet, würde ich evtl. sogar von einer kleinen Undergroundperle reden, so ist es einfach ein Album, welches sich Fans der ganzen melodischen US-Eigenpressungen der Neunziger einfach mal zu Gemüte führen dürfen.

Veröffentlichungstermin: 2009

Spielzeit: 43:17 Min.

Line-Up:
Phil Leite – vocals
Mike Kischnick – guitar
Paul Falcon – bass
Scott Gamble – drums

Produziert von Mike Kischnick
Label: Nightmare Records

Homepage: http://www.empyriaproductions.com

MySpace: http://www.myspace.com/empyria

Tracklist:
01. Intro
02. The Endless Circle
03. False Witness
04. No Other Way
05. Lonely People
06. Last Rites
07. Can´t Wait Forever
08. Of All The Dreams
09. Without Within
10. Walk Away
11. Solitude
12. Returning Home

Ulle