DEEP PURPLE: Rapture Of The Deep

DEEP PURPLE: Rapture Of The Deep

Bei einer Band wie DEEP PURPLE weiß der Fan ja schon vor dem Einlegen eines neuen Albums, was ihn musikalisch erwartet, oder?Studioalbum Nummer Achtzehn – hoffentlich habe ich mich da nicht verzählt – macht da keine große Ausnahme. Klar, ein Klassiker wie In Rock (1970), Fireball (1971) oder Machine Head ist Rapture Of The Deep nicht geworden, aber qualitativ steckt dieses erneut von Michael Bradford (u.a. UNCLE KRACKER, KID ROCK, MADONNA, TERENCE TRENT D’ARBY, ANITA BAKER) produzierte Album Durchschnitts-Durchhänger wie Bananas (2003), Slaves & Masters (1990), The House Of Blue Light (1987) oder Come Taste The Band (1975) locker in die Tasche.

DEEP PURPLE klingen auch 37 Jahre nach der Bandgründung äußerst entspannt und knackfrisch, haben es gar nicht nötig, krampfhaft mit hippen Songs und Sounds zu experimentieren und kredenzen dem Fan eine wohlklingende Mischung aus Können, Vielseitigkeit und Erfahrung. Money Talks (mit den fetten Hammondsounds, für die ich die Band liebe), Back To Back, Girls Like That, das von einem fetten Riff getragene Wrong Man und Kiss Tomorrow Goodbye sind kraftvollste Rocker in bester DEEP PURPLE-Tradition, d.h. es gibt fette Keyboardsounds von Don Airey, melodische Augenblicke und ein facettenreiches Gitarrenspiel, das nicht von dieser Welt zu kommen scheint, aber tatsächlich von Steve Morse stammt. Das Album rockt über weite Strecken, auch wenn die Band mit dem Titelsong noch einen Midtempo-Song der etwas getrageneren Sorte am Start hat und Clearly Quite Absurd durchaus als gefühlvolle Ballade gewertet werden darf.

Über allen Songs thront jedoch der Gesang Ian Gillan, der zumindest im Studio immer noch wie ein junger, aber mittlerweile auch schon 60-jähriger Gott singt. Basser Roger Glover und Drummer Ian Paice, der seit März 1968 die Felle für die Briten gerbt und als einziger Musiker auf allen Alben der Band zu hören ist, verrichten dagegen gewohnt grundsolide im Hintergrund ihre Arbeit, setzen Akzente eher unbewusst, sind aber für den Gesamtsound DEEP PURPLEs enorm wichtig und aus diesem kaum wegzudenken.

Ein wirklich starkes wie rockiges Album, über das sich alle Fans (ich bin ja selber einer!) freuen dürften. Für mich also das beste DEEP PURPLE-Album seit fast zehn Jahren(Purpendicular, 1996).

Veröffentlichungstermin: 21.10.2005

Spielzeit: 50:48 Min.

Line-Up:
Ian Gillan – Vocals

Steve Morse – Guitars

Roger Glover – Bass

Don Airey – Keyboards

Ian Paice – Drums

Produziert von Michael Bradford
Label: Edel Music

Homepage: http://www.thehighwaystar.com

Tracklist:
1. Money Talks

2. Wrong Man

3. Girls Like That

4. Rapture Of The Deep

5. Clearly Quite Absurd

6. Don´t Let Go

7. Back To Back

8. Kiss Tomorrow Goodbye

9. MTV *

10. Junkyard Blues

11. Before Time Began

* = Bonustrack auf der Limited Edition

Die Limited Edition wird eine Metallbox sein und auf der CD wird neben dem Bonustrack ein sogenannter Enhanced Part (vorraussichtlich ein Interview) enthalten sein.