Niemand ist unersetzlich, heißt es oft, und doch war die Sorge groß, als Ryo Kinoshita im Jahr 2022 seinen Ausstieg aus CRYSTAL LAKE bekannt gab. Kinoshita war kein Gründungsmitglied, aber sicherlich einer der prägendsten Faktoren in der Karriere der japanischen Metalcore-Band. Dass noch dazu mit John Robert Centorrino (ex-THE LAST TEN SECONDS OF LIFE) ein internationaler Nachfolger gefunden wurde, ließ die Skepsis innerhalb der Fangemeinde nur anwachsen.
Rund zweieinhalb Jahre nach der Comeback-Single „Rebirth“ und ganze sieben nach „Helix“ (2018) können wir nun getrost Entwarnung geben: Centorrino ist nicht Kinoshita und kann dessen unbändige Energie auch nicht Vergessen machen. Dennoch liefert der Shouter eine mehr als respektable Performance, die dem modernen Metalcore-Sound CRYSTAL LAKEs in jeder Hinsicht gerecht wird.
CRYSTAL LAKE setzen auf zahlreiche Gastsänger
Verstärkung bekommt der Sänger dabei von einer Riege prominenter Gäste, die von David Simonich (SIGNS OF THE SWARM) über Taylor Barber (LEFT TO SUFFER) bis hin zu KILLSWITCH ENGAGEs Jesse Leach reicht. Letzterer ist zudem ein essentielles Puzzle-Teil, um dem ursprünglich 2023 veröffentlichten „Dystopia“ nach so langer Zeit neues Leben einzuhauchen.
Grundsätzlich ist „The Weight Of Sound” keine instrumentale Revolution: Die Handschrift der Japaner ist weiterhin zu erkennen, wenngleich zeitgenössische Trends durchaus Spuren hinterlassen. „Neversleep“ setzt beispielsweise auf drückenden Groove, der in „King Down“ mittels seiner Modern Rock-Note auf die Spitze getrieben wird.
„The Weight Of Sound“ zeigt für CRYSTAL LAKE einen Weg nach vorne auf
Hervorstechen kann indes „The Undertow“, wo CRYSTAL LAKE neben dem klischeebehafteten Songtitel vor allem auf Melodieführung im Stile früher THE GHOST INSIDE setzen und so ein treibendes wie explosives Paket schnüren. Der Titeltrack nutzt ein ähnliches Fundament, um arenataugliche Leadgitarren à la PARKWAY DRIVE und etwas Klargesang hinzuzuaddieren.
Aufgrund dieser Variation behält „The Weight Of Sound” seinen Elan bis zum Ende hin, wo mit „Coma Wave“ die obligatorische Ballade steht. Insofern folgt die Platte dem üblichen Metalcore-ABC, dem CRYSTAL LAKE keine neuen Elemente hinzufügen können. An die Höhepunkte ihres Schaffens reicht das neue Material somit zwar nicht heran, zeigt dafür jedoch einen soliden Weg nach vorne auf – inklusive der Gewissheit, dass selbst der Ausstieg eines einzigartigen Frontmanns nicht das Ende bedeuten muss.
Veröffentlichungstermin: 23.01.2026
Spielzeit: 40:39
Line-Up
John Robert Centorrino – Vocals
Yudai “YD” Miyamoto – Gitarre
Hisatsugu „TJ“ Taji – Gitarre
Mitsuru – Bass
Gaku Taura – Schlagzeug
Produziert von Yudai Miyamoto
Label: Century Media
Homepage: https://crystallake-worldwide.com/
Facebook: https://www.facebook.com/crystallake777
Instagram: https://www.instagram.com/crystallake777
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/the-weight-of-sound-24-bit-hd-audio
CRYSTAL LAKE “The Weight Of Sound” Tracklist
- Everblack (feat. David Simonich) (Video bei YouTube)
- BlüdGod (feat. Taylor Barber)
- Neversleep (feat. Myke Terry) (Visualizer bei YouTube)
- King Down
- The Undertow (feat. Karl Schubach)
- The Weight of Sound (Video bei YouTube)
- Crossing Nails
- Dystopia (feat. Jesse Leach)
- Sinner
- Don’t Breathe
- Coma Wave