CATTLE DECAPITATION: Humanure

Death/Grind-Vorschlaghammer. Veggie GrindGore. Klingt unmöglich? Wie auch immer, sehr souveränes Album. Macht Spaß.

CATTLE DECAPITATION bieten auf „Humanure“ in altbewährtem Rezept deftigen Death Metal mit starkem Hang zum Grindcore, gewürzt mit einer guten Brise Gore und garniert mit einem wundervoll ekligen Cover, das eigentlich von vorne herein verrät, was für Musik dahintersteckt.

„Muuh“ – Das Intro scheint die Vertonung des Covers zu sein und bereitet uns kurz und knapp auf das folgende Inferno vor. Feinster Death Metal in Höchstgeschwindigkeit. Blastig, grindig, gorig und unbarmherzig knüppeln sich die Amis durch die Lieder, dass es eine wahre Freude ist. Das Gaspedal wird sogar gelegentlich mal weggenommen, um das ganze Chaos hirn-technisch reifen zu lassen, hin und wieder mogelt sich ein atmosphärischer Midtempo-Part oder ein lockerer grooviger Abschnitt zwischen die Knüppelorgien und weiß diese gekonnt aufzulockern.

Sänger Travis brüllt und schreit vorbildlich und gibt dem Ganzen seinen letzten tödlichen Schliff. CATTLE DECAPITATION sind extrem und machen genau soviel Spaß. Vergleiche sind unnötig zu nennen, jeder weiß, welche hier kämen und bei den Mengen an Bands, die dasselbe von sich behaupten wäre es im Endeffekt doch wieder nichtssagend.

Die Texte sind, wie das Artwork im Vorfeld bereits erahnen lässt, blutige Gore-Geschichten, aber wohl weniger Produkte der Fantasie, wie bei der Mehrheit der Gore-Bands. Denn, wie schon zu Zeiten des Vorgängeralbums „To serve man“, wo der Captain die Lyrics als „die üblichen Kochrezepte“ beschrieb, haben die Hassklumpen tatsächlich einen Hintergrund. Mittlerweile weiß wohl jeder, dass die vier Herren Vegetarier sind und ihre Musik in abstrakter Weise dazu benutzen ihren Unmut gegenüber der Behandlung der Tiere auszudrücken. Da bekommt die Menschenköpfe scheißende Kuh auf dem Cover schon eine ganz andere Bedeutung, denn die „Cannibal Cow“ hat den Spieß wohl mal eben rumgedreht. Das macht die Lyrics nun natürlich nicht wirklich origineller, denn Gore bleibt Gore. Als Gleichgesinnter ist es mir aber natürlich sympathisch zu sehen, wie man das krasse Image der Szene positiv umsetzen kann und vor allem auch tut. Hauptsächlich, weil es immer noch Menschen gibt, die glauben eine solche Lebensweise und Death Metal passen nicht zusammen. Aber Death Metal transportiert schon immer eine Menge Zorn. Und eine Menge davon gerechtfertigt.

Aber im Endeffekt versteht man die Texte ja doch nicht und deshalb sollten sich auch überzeugte Schnitzelesser hier nicht abschrecken lassen und der Band eine Chance geben, sofern sie auf extreme Klänge stehen, versteht sich.

Und wer weiß, vielleicht verliert ja doch jemand den Appetit an Totem, nach einer Überdosis „Humanure“? Das neunminütige Outro, das die Schreie sterbender Schweine im Schlachthaus wiedergibt ist jedenfalls kein idealer Soundtrack zum Steak.

Veröffentlichungstermin: 14.06.2004

Spielzeit: 47:33 Min.

Line-Up:
Travis Ryan- vocals

Josh Elmore- guitar

Troy Oftedal- bass

Michael Laughlin – drums

Produziert von Bill Metoyer
Label: Metal Blade

Homepage: http://www.cattledecapitation.com

Tracklist:
1. Scatology Domine (Intro)

2. Humanure

3. Reduced To Paste

4. Bukkake Tsunami

5. Cloacula: The Anthropophagic Copromantik

6. Chummified

7. Applied Human Defragmentation

8. The Earthling

9. Polyps

10. Lips & Assholes

11. Men Before Swine (Outro)