BLOOD CEREMONY: Blood Ceremony

BLOOD CEREMONY: Blood Ceremony

Wenn man das unbedingte Gefühl hat, das Sofa mit orangem Stoff zu überziehen, die abgetragenen Batik-Shirts und Rüschenblusen sucht, der Gusto nach einem Joint ruchbar wird und man sich am liebsten die Haare zu einem Mittelscheitel kämmen will, nur um sie dann geistesabwesend vor dem Gesicht baumeln zu lassen, dann ist das ein erstes Indiz dafür, dass man mit BLOOD CEREMONY in Berührung gekommen ist.

Die kanadische Retro-Formation nimmt auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum den Hörer mit auf eine Zeitreise, die authentischer nicht sein könnte. BLACK SABBATH und PENTAGRAM-Rifftendenzen, psychedelische Prog-Rock Orgel-Einlagen und unnachahmlich an JETHRO TULL erinnerndes Flötenspiel… herrlich, diese Erinnerung. Aber auch der Geburtshelfer dieser Erinnerung, BLOOD CEREMONY. Denn das Quartett stellt weit mehr als bloße Kopien der ehemaligen Helden dar. Leger rockend flöten sie einem das untrügerische Gefühl, cooler Musik zu lauschen – und damit selber ein Stück weit cooler und gelassener zu werden. Selten fühlte ich mich in den letzten Monaten so gut und so befreit beim Musikhören…

Musikalisch bleibt die Doom-Kapelle ganz in den selbst gesteckten Genre-Grenzen: Schleppend melodisches SABBATH-Riffing, interessante Breaks sowie extravagante Flöten- und Orgel-Melodien. Dazu gesellt sich dann noch der Gesang von Frontfrau Alia O´Brien, die BLOOD CEREMONY zwar eine noch individuellere Identität verleiht, jedoch noch etwas an charismatischer Anziehungskraft in ihrer Stimme vermissen lässt. So gelingt es ihr – im Gegensatz zu Szenegrößen von damals – nicht, ganze Songs in einer Tonlage zu singen und dabei trotzdem vocale Spannung aufzubauen. Selbst wenn sie durchaus gut singen kann, ihre Stärken spielt sie auf Blood Ceremony vermehrt an der Orgel und der Flöte aus.

Neben den treibenden Rock-Songs zeigen BLOOD CEREMONY– etwa in A Wine Of Wizardry – auch ihre ruhigere, folkigere Seite. Doch bilden die kernigeren Songs, die darüber hinaus auch in ihrer Retro-Klangfarbe zu überzeugen wissen, die gewinnende Basis der für Hippie-Doomer uneingeschränkt empfehlenswerten Musik.

Veröffentlichungstermin: 25. August 2008

Spielzeit: 47:58 Min.

Line-Up:
Alia O´Brien – Gesang, Orgel, Flöte
Sean Kennedy –    Gitarre
Chris Landon – Bass
Andrew Haust – Schlagzeug

Produziert von Pete Hudson @ Halla Music, Toronto
Label: Rise Above Records

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/bloodceremony

Tracklist:
1. Master Of Confusion    
2. I´m Coming With You    
3. Into The Coven    
4. A Wine Of Wizardry    
5. The Rare Lord
6. Return To Forever
7. Hop Toad
8. Children Of The Future
9. Hymn To Pan

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.