Na, das nennen wir doch mal Entwicklung! Statt Pressefoto ziert „Break The Silence“ tatsächlich so etwas wie ein Artwork. Ansonsten war es das aber mit Innovation: Das sechste Studioalbum der Modern Metal-Band folgt weiterhin dem erprobten Weg der geringsten Widerstände. Den Gipfel erklimmen BEYOND THE BLACK nicht auf herkömmlichem Weg, sie nehmen lieber die Seilbahn.
Nicht ohne Grund schrieben allein den Opener „Rising High“ mehr Köpfe, als die Band selbst Mitglieder hat. Transparent und glattgebügelt die Produktion, catchy und zahnlos die Arrangements: Jennifer Habens gewohnt starker Gesang steht im Vordergrund, während im Hintergrund des Titeltracks unscheinbare Symphonic-Spuren den Song größer wirken lassen, als er ist.
„Break The Silence“ verfehlt es, unsere Aufmerksamkeit zu binden
Selbstverständlich geht die Platte dadurch gut ins Ohr, verfehlt dabei jedoch auch, unsere Aufmerksamkeit zu binden. „Break The Silence“ ist keine Fahrstuhlmusik, doch so berechnend anbiedernd konzipiert, dass wir uns ein ums andere Mal die ernsthafte Frage stellen, wo der Metal endet und der Pop beginnt. Simpelste Melodien paaren sich mit „Oh-oh-oh“-Gesängen, was sich natürlich hervorragend ergänzt: Wenn man textlich nicht mehr als das zu sagen hat, dann muss man sich auch anderweitig kein Bein ausreißen.
Akzente setzen sollen derweil dezente Ethno-Sprenkler, wie sie im teils französischsprachigen „(La vie est un) Cinéma“ inklusive 80er-Synthesizern und den japanischen Ausrufen von „Can You Hear Me“ vorkommen, bleiben aber letztlich ähnlich blass wie der Gastauftritt Chris Harms‘ in „The Art Of Being Alone“. Dass die charismatische Stimme des LORD OF THE LOST-Frontmanns noch der Höhepunkt des Stücks ist, zeigt ironischerweise wie lustlos und gestriegelt das Songwriting ausgefallen ist. Dieser Umstand zieht sich leider durch das komplette Werk vom lahmen „Ravens“, das nie so recht abheben kann, bis hin zum krampfhaft auf modern getrimmten Vocoder-Einsatz von „The Flood“. „Are you ready for the flood?“ Ja, bitte.
Gegen BEYOND THE BLACK wirken selbst AMARANTHE kantig
Noch mehr auf tanzbare Synth-Melodien setzt das erwähnte „Can You Hear Me“ mit LOVEBITES-Feature, bevor das treibende „Hologram“ sogar AMARANTHE irgendwie kantig wirken lässt. Die Ballade „Weltschmerz“ zum Abschied reißt das Ruder mit seinem vokalisierten Gesang im Refrain auch nicht mehr herum. Dass wir andererseits gar nicht mehr erwartet haben, ist wohl auf das bisherige Schaffen der Band und ihres Produzententeams zurückzuführen. Darüber täuscht nicht einmal eine künstlerisch gestaltete Cover-Fotografie hinweg.
Veröffentlichungstermin: 09.01.2026
Spielzeit: 37:29
Line-Up
Jennifer Haben – Vocals
Tobi Lodes – Gitarre
Chris Hermsdörfer – Gitarre
Kai Tschierschky – Schlagzeug
Produziert von Mark Nissen und Hardy Krech
Label: Nuclear Blast
Homepage: https://beyond-the-black.com/
Facebook: https://www.facebook.com/beyondtheblackofficial
Instagram: https://www.instagram.com/beyondtheblack_official/
Bandcamp: https://beyondtheblack.bandcamp.com/
BEYOND THE BLACK “Break The Silence” Tracklist
01. Rising High (Video bei YouTube)
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone (feat. Lord Of The Lost) (Video bei YouTube)
04. Let There Be Rain (feat. The Mystery Of The Bulgarian Voices) (Video bei YouTube)
05. Ravens (Video bei YouTube)
06. The Flood
07. Can You Hear Me (feat. Asami from Lovebites)
08. (La vie est un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz