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BARBARIAN: Faith Extinguisher

Wer sich in der Ecke HELLHAMMER, (frühe) CELTIC FROST und VENOM wohl fühlt und auch die frühe NWOBHM zu schätzen weiß, der sollte mal ein Ohr riskieren.

Seit Jahren schon wird so gern z.B. nach Schweden geschaut, dass vielen gar nicht bewusst ist, was für eine lebendige und vielschichtige Hard`n´Heavy-Szene Bella Italia schon immer hat. Im richtig derben Oldschool-Metal sind dort BARBARIAN unterwegs. Wie das Demo Barbarian als Re-Release auf Vinyl Ende 2011 und die Split mit BUNKER 66 vom Sommer 2012 erscheint auch das neue Album Faith Extinguisher bei Doomentia Records.

So wird dann mal eben so derbe drauflos Gerumpelt, dass die Vorbilder schnell gefunden sind. HELLHAMMER und die frühen CELTIC FROST stehen ganz vorne, inklusive den üblichen Uhhhs und ähnliche Auswürfe von Tom Warrior. Eingebettet wird das Ganze aber in klassischen NWOBHM-Sound. Klingt komisch, funktioniert aber ganz gut. So auch beim unterhaltsamen Inhale The Death, das wie eine Melange aus ganz frühen RUNNING WILD auf dem VENOM-Trip klingt. Trotz dem Drang, möglichst böse zu klingen, scheuen die Italiener keine Melodien, die dann sehr oft mit etwas holprigen IRON MAIDEN-Anleihen daher kommen wie bei Fools Of Golgotha. Keine Frage, das Publikum der typischen True-Metal-Festivals wird beim kurzen Total Metal hemmungslos das Tanzbein, die Plastikaxt oder die Nackenmuskeln schwingen. Gar doomig versucht man sich bei Crux et Circenses, hier wieder mit reichlich CELTIC FROST im Gepäck. Der angeblackte Rausschmeißer deutet aber bereits an, dass nach der ersten Hälfte des Albums eigentlich alles gesagt ist. Viele Parts wirken etwas hölzern zusammengeschoben, auch instrumental und mit den eindimensionalen verhallten Vocals bewegt man sich fernab großer Momente. Das verleiht den Songs irgendwo den naiven Charme, der auch die Originale auszeichnete. Aber die waren neu und echt, wenn hier die Bassdrum fernab des Grundrhythmus dahinpoppelt, nun ja… Da gehen ähnlich gelagerte Bands wie BEWITCHED doch eine Ecke professioneller zu Werke.

Die Born too late-Fraktion, die solche Klänge erst für sich entdeckt hat, wird mit Faith Extinguisher gut bedient, da werden sich BARBARIAN den ein oder anderen Fan erspielen können. Altrockern/Altmetallern, die zu und mit den Originalen unter der Nietenkutte geschwitzt haben, fehlt die Giftigkeit, der eiskalte Griff, den man im Nacken spürte, wenn CELTIC FROST zugeschlagen haben, die Boshaftigkeit von VENOM, aus Sicht der NWOBHM-Freaks fehlt die ungezügelte Energie und die Spielfreude von damals. Gerade dies findet man heute dann doch eher in Schweden. Die erste Hälfte des Albums macht trotzdem Spaß und lässt aufhorchen, der Rest kann das aber nicht aufrecht halten. Wer sich aber immer noch oder neu in der Ecke HELLHAMMER, (frühe) CELTIC FROST und VENOM wohl fühlt und auch die frühe NWOBHM zu schätzen weiß, der sollte mal ein Ohr riskieren.

Veröffentlichungstermin: 10.02.2014

Spielzeit: 33:50 Min.

Line-Up:
Borys Crossburn – Vocals, Guitar
D. D. Prowler – Bass
Lore Steamroller – Drums

Label: Doomentia Records

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/barbarianmetal

Tracklist:
1. Faith Extinguisher
2. Inhale The Dead
3. Godless, Amoral And Proud
4. Total Metal
5. Fools Of Golgotha
6. Crux Et Circenses
7. We Are The Profane

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