Astronoid - Stargod Cover

ASTRONOID: Stargod

ASTRONOID reduzieren ihren Sound auf das Wesentliche. „Stargod“ mag die Black-Metal-Einflüsse größtenteils vermissen, ist jedoch eine Wohltat fürs Gemüt.

Der Weg ist das Ziel? Jedenfalls fühlt es sich so an, denn wohin uns die Reise führen wird, wissen wir selbst nach dem Aufbruch noch nicht. „Embark“ startet mit drängenden Blast Beats, erhebenden Synth-Spuren und einem unerschrockenen Optimismus, welcher aus den melodischen Gitarren sprudelt. ASTRONOID haben sich nicht komplett verändert, aber nach dem soften „Radiant Bloom“ (2022) ihren Sound noch ein Stück weiter reduziert.

Die Konzentration aufs Wesentliche ist im Falle der US-Amerikaner immerhin eine konsequente Entwicklung, welche durch die moderne Produktion hervorgehoben wird. Das Klangbild bleibt transparent und offen, sodass sich Keyboards und Gitarren keineswegs um den vorhandenen Raum streiten müssen.

Auf „Stargod“ reduzieren ASTRONOID ihren Sound aufs Wesentliche

Dennoch nehmen die Synthesizer-Spuren einen prominenteren Platz ein als zuletzt, was schlussendlich im Finale von „Explosive“ in einem wundervollen Solo kulminiert. Dass das Riffing bei genauerem Hinhören durchaus ein wenig Thrash im Stile METALLICAs in sich tragen kann („Love Weapon“), ist vielleicht nur deshalb kurios, weil das Gesamtpaket in eine gänzlich andere Richtung steuert. Der warme und helle Klargesang Brett Bolands streichelt die Seele, während die zuckrigen, manchmal angenehm kitschigen Melodielinien zum Tagträumen einladen.

Das sind Qualitäten, die wir zuvorderst aus dem Shoegaze kennen, die ASTRONOID jedoch mit anderen Stilmitteln erreichen. Dabei pendelt das Trio unerschrocken zwischen Progressive-Metal-Ausflügen und sphärischem Rock, der im Titeltrack und der Lead-Single „Third Shot“ ganz entscheidend von Synth-Spuren im 80er-Stil geprägt ist.

ASTRONOID verlieren den roten Faden nicht aus den Augen

Ähnliche Vibes blitzen immer wieder auf, etwa im aufwühlenden „Depressed Mode“, sodass „Stargod“ selbst in seiner Gesamtheit den roten Faden nicht verliert. Dafür sorgt überdies das Finale „Arrival“, dessen Auftakt sowohl das Riff als auch die Blasts des Einstiegs aufgreift und so für den idealen Ringschluss sorgt. Die Botschaft an uns ist klar: Das eigentliche Ziel ist die Reise an sich – warum also nicht umgehend ein weiteres Mal aufbrechen, um an der Seite ASTRONOIDs die unendlichen Weiten zu erkunden?

Veröffentlichungstermin: 07.11.2025

Spielzeit: 45:31

Line-Up

Brett Boland – Vocals, Guitars
Daniel Schwartz – Bass, Synthesizers
Casey Aylward – Guitars

Produziert von Brett Boland, Daniel Schwartz und Mike Kalajian (Mastering)

Label: 3DOT Recordings

Homepage: https://www.astronoidband.com/
Facebook: https://www.facebook.com/astronoidband
Instagram: https://www.instagram.com/astronoid

ASTRONOID “Stargod” Tracklist

  1. Embark
  2. Love Weapon (Audio bei YouTube)
  3. Stargod
  4. Third Shot (Video bei YouTube)
  5. Explosive
  6. Dream Protocol ’88
  7. Beneath The Lights
  8. Depressed Mode
  9. Vicennium
  10. Arrival