ASCHENVATER: Landungsfeldmassaker [Eigenproduktion]

Frisch klingender Old School-Death Metal? Ja bitte! ASCHENVATER debütieren mit einer gelungenen Hommage an BOLT THROWER und DISMEMBER im Warhammer 40k-Universum.

Death Metal mit Warhammer 40k-Konzept? Na, so richtig originell ist das nicht. Aber es passt einfach zusammen, ebenso wie Mirko und Schlagerpartys, ABBATH und Posing, ich und überwürzte Kartoffelchips. Die Chance ist also gering, etwas bahnbrechend Neues zu hören, aber groß, dass es einfach passt, auch dank etwas Guily Pleasure. Und ASCHENVATER? Das Görlitzer Death Metal-Trio, das nun mit der EP „Landungsfeldmassaker“ debütiert, zeigt sich deutlich weniger sperrig, als der Titel suggerieren lässt. Viel mehr wandern ASCHENVATER auf den Spuren verschiedenster traditioneller Death Metal-Stilistiken und vermengen diese zu einem homogenen Ganzen.

Mit „Landungsfeldmassaker“ verbinden ASCHENVATER die britische und schwedische Death Metal-Schule

ASCHENVATER erwähnen den HM-2 so häufig in der Pressinfo und dem Booklet der CD, dass ich nicht umhinkomme, gleich zu Beginn deren Riffs zu preisen. Die Gitarren sägen so schmutzig und derb, dass Old School-Death Metal-Freundinnen und Freunden das Herz aufgehen wird. Und hier liegt auch der Clou dieser sieben Songs: Statt blind BOLT THROWER zu kopieren, packen ASCHENVATER deren Wucht und Heaviness in ein schwedisches Kleid und erweitern dies um rein schwedische Elemente. So klingen das kompakte, schmissige „Sturmreif / Der Verräterkönig“ und „Blut auf schwarzem Sand / Im Todesrausch“ schon sehr nach launigen DISMEMBER-Uptempo-Tracks. Mit dem sechsminütigen „Im Feuersturm / Entfesselte Götter“ zeigen ASCHENVATER auch Talent im langsamen Bereich und switchen in der zweiten Hälfte mit Leichtigkeit in Richtung Uptempo.

Obwohl „Landungsfeldmassaker“ von einem Studioprojekt eingespielt wurde – mittlerweile sind ASCHENVATER auch eine Liveband –, kommt die Energie der Songs gut rüber. Das liegt nicht nur an dem starken Songwriting, sondern auch an der wirklich gelungenen Produktion. Sänger Oliver, der sich ähnlich wie Martin van Drunen die Lunge aus dem Leib hustet, sorgt dafür, dass diese knappe halbe Stunde sehr lebendig rüberkommt, was er im abschließenden „Verräter / Visionen der Hölle“ nochmal untermauert. Auch der mutmaßliche Drumcomputer wirkt nicht wie ein Fremdkörper, und überhaupt ist das Gesamtbild aus Musik und visueller Darbietung absolut stimmig.

ASCHENVATER lassen für Death Metal-Fans nichts zu wünschen übrig: „Landungsfeldmassaker“ klingt frisch und kraftvoll.

Die Checkliste lässt nichts zu wünschen übrig: Starke Riffs, gutes Songwriting, eine souveräne Performance, jede Menge Power, ein stimmiges Konzept und sogar eine gewisse Eigenständigkeit. Ob das Konzept von ASCHENVATER auch auf Albumlänge funktioniert, wird sich hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft prüfen lassen. Mit „Landungsfeldmassaker“ überzeugen die Görlitzer allerdings schon mal auf ganz unverblümte Weise. Wer Lust auf frisch klingenden, traditionellen Death Metal frei von Guilty Pleasure hat, darf sich ASCHENVATER ganz oben auf die Liste schreiben.

VÖ: 30. April 2021

Spielzeit: 27:27

Line-Up:
Oliver – Gesang, Texte
Marko – Gitarre, Komposition
Marcus – Bass

Label: Eigenproduktion

ASCHENVATER „Ladungsfeldmassaker“ Tracklist

1. Der Beginn / Tag der Abrechnung
2. Sturmreif / Der Verräterkönig
3. Im Feuersturm / Entfesselte Götter
4. Blut auf schwarzem Sand / Im Todesrausch
5. Massaker / Echos
6. Durch das Kadavermeer / Geschenke des Krieges
7. Verräter / Visionen der Hölle

Mehr im Netz:

https://aschenvater.bandcamp.com
https://www.facebook.com/Aschenvater
https://www.instagram.com/aschenvater_official/