ANCESTORS: Invisible White

ANCESTORS: Invisible White

Wir begeben uns auf eine Reise. Eine Reise in die unbekannten Welten, weit weg vom Bekannten, tief hinein ins weiße Licht… Wer ANCESTORS einen gewissen Hang zum Transzendenten bescheinigen möchte, wird vermutlich gar nicht so falsch liegen.

ANCESTORS spielen nicht nur textlich, sondern auch musikalisch mit unseren Vorfahren – denn so atmet diese EP die 70er Jahre regelrecht. Aber ohne einen Abklatsch des progressiv-orgellastigen Prototypen abzuliefern. Im Gegenteil, diese CD nimmt einen in den Bann, einmal angefangen, muss man sie von vorne bis hinten durchhören. Angefangen mit dem Titeltrack Invisible Light über Dust bis hin zum epischen Gipfel Epilogue. Dramaturgisch zieht die Band viele Register: Sie lässt sich Zeit, um die Wirkung der Songs voll entfalten zu lassen, baut Variationen ein aber ohne den roten Faden zu verlieren. Die Instrumentierung gekonnt, hier sind gute Musiker am Zug die aber immer noch das richtige Gefühl für das songdienliche haben und sich – anders als bei anderen Progressive oder Psychedelic Rock Bands – nicht in sinnfreien Frickeleien, Solos oder Variationen verlieren. Nur bei Epilogue hätte sich die Band vielleicht etwas kürzer fassen können – aber nicht müssen.

Im Vergleich zur letzten Scheibe sind ANCESTORS in meinen Augen nochmal deutlich gewachsen. Während man beim alten Album gerne mal das Gefühl hatte, wieder von vorne anzufangen oder den Faden verloren hat, ist ANCESTORS mit Invisible White ein richtig fesselnder Ohrwurm und guter Vorgeschmack auf das angekündigte dritte Album gelungen. Es wird mal PINK FLOYD, mal ein wenig KING CRIMSON oder ein ganz klein wenig LED ZEPPELIN zitiert, die Ahnen lassen grüßen, aber sind nicht allgegenwärtig. Wer also mit einer bloßen Kopie rechnet, wird positiv überrascht sein. Denn trotz der schieren Übermacht der überaus einflussreichen musikalischen Vorväter haben sich ANCESTORS eine angenehme Eigenständigkeit bewahrt. Auch gesanglich hat sich nochmal etwas getan und überzeugt auf dieser Platte vollends.

Was bleibt zu sagen. Ich werde mich jetzt wieder dieser Reise hingeben und der Scheibe einen erneuten Durchlauf gönnen und kann euch einen Ausflug in die ANCESTORSschen Soundsphären nur empfehlen.

Veröffentlichungstermin: 12.09.2011

Spielzeit: 29:10 Min.

Line-Up:
Nick Long: Bass, Vocals
Brandon Pierce: Drums, Gong
Chico Foley: Electronics, Keyboards, Vocals
Justin Maranga: Guitars, Vocals
Jason Watkins: Organ, Piano, Vocals

Label: Tee Pee Records

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/ancestorsband

Tracklist:
1. Invisible White
2. Dust
3. Epilogue