ALICE COOPER: The Eyes Of Alice Cooper

Bisher die beste „70er-Jahre“-Scheibe des Jahres 2003!

Manche Musiker sind unkaputtbar. Einer von ihnen ist ALICE COOPER, der auch 34 Jahre nach seinem Debüt („Pretties for You“) ein aktiver Part der Rockszene ist und derjenige war, der Leute wie ROB ZOMBIE oder MARILYN MANSON mit seiner monströsen Bühnenshow (inkl. Guillotine, Galgen, Schlangen, aufgespießte Babypuppen) maßgeblich in ihrem Schaffen beeinflußte und schon in den frühen Siebzigern für einen empörenden Aufschrei der (nicht nur) amerikanischen Gesellschaft sorgte. „The Eyes Of Alice Cooper“ ist nicht nur Studioalbum Nummer 23, sondern auch eines der besseren des mittlerweile 55-jährigen als Vincent Damon Furnier geborenen Sängers. Die 13 neuen Songs (44:21 Min.) klingen anders als auf den Vorgängern Brutal Planet und Dragontown – weniger modern, weniger heavy und weniger brutal. Ob das daran liegt, daß Bob Marlette dieses Mal weder mit der Produktion, noch mit dem Songwriting etwas zu tun hatte? Möglich, denn dieses Mal wurde Mr. Cooper von den Langzeitmitgliedern Eric Dover (Ex-JELLYFISH, Ex-SLASH’S SNAKEPIT) und Ryan Roxie (Ex-THE ELECTRIC ANGELS, Ex-SLASH’S SNAKEPIT) beim Komponieren und von Eric Singer (Drums, Ex-KISS, Ex-BLACK SABBATH) und Neuzugang Chuck Garric (Bass) zusätzlich beim Einspielen der Songs unterstützt. Ob das Album deshalb so rock’n’rollig, basisch, erdig und punk-rotzig klingt? Mich erinnern viele Songs von der Atmosphäre und Stimmung (und NICHT vom Sound) her an die Cooper-Werke der frühen Siebziger, was umso mehr überrascht, wenn man weiß, daß Produzent Andrew Murdock mit GODSMACK und POWERMAN 5000 nicht unbedingt für zwei Retro-Kapellen gearbeitet hat. Die energischen „Spirits Rebellious“ bzw. „What Do You Want From Me?” oder das punkige (!!!) „Man Of The Year“ sind auf jeden Fall Songs, die ich nach den letzten beiden Alben nicht unbedingt erwartet hatte und die hier zu den Höhepunkten zählen. Auch die sehr gelungene Ballade „Be With You Awhile” zählt zu den etlichen Highlights dieser überzeugenden Scheibe, was auch für das mit tollen Hammond-Sounds angereicherte Novocaine gilt. Nicht minder übel sind „Detroit City“ (ein „Tribut an die frühen Jahre der Detroiter Rockszene, an Alice Cooper, Iggy Pop & Stooges, MC5 oder auch Ted Nugent“), bei dem MC5’s Wayne Kramer an der Gitarre zu hören ist oder das gruselige „The House Is Hunted“ (wohl der Song, der am ehesten an alte Scheiben wie „Goes to Hell“ oder „Welcome To My Nightmare“ erinnert). An die massentaugliche „Trash/Hey Stoopid“-Phase erinnert „Love Should Never Feel Like This”, so daß man hier wirklich von einer echten “Best of Alice Cooper”-Scheibe sprechen kann. Auch der Humor, der den Sänger/Texter immer auszeichnete ist zu hören oder will mir einer erzählen, er kann über den Text eines Lied wie “The Song That Didn’t Rhyme” nicht lachen. Alice Cooper ist alt? Ja, ist er mit 55 Jahren zweifelsfrei! Aber Alter mit Schlaffheit oder Müdigkeit gleichzusetzen wäre ein Fehler, denn so kräftig wie Alice und seine Combo bei „I’m So Angry” und „Backyard Brawl” abrocken, rocken viele, viele vermeintlich harten Rocker jugendlichen Alters nicht ab! Achja, die Erstauflage von „The Eyes of Alice Cooper“ wird mit vier farblich verschiedenen Covern erscheinen, was allerdings ein alter Hut ist, denn EXTRABREIT veröffentlichten 1982 ihre „Die Rückkehr der phantatischen Fünf“-Scheibe in gleich fünf verschiedenen Farben! Fazit : Bisher die beste „70er-Jahre“-Scheibe des Jahres 2003!

Spielzeit: 44:21 Min.

Line-Up:
Alice Cooper – Vocals

Eric Dover – Guitar

Ryan Roxie – Guitar

Eric Singer – Drums

Chuck Garric – Bass

Produziert von Andrew Murdock
Label: Spitfire

Homepage: http://www.alicecoopershow.com

Tracklist:
What Do You Want From Me?

Between High School and the Old School

Man Of the Year

Novocaine

Bye Bye Baby

Be With You Awhile

Detroit City

Spirits Rebellious

This House is Haunted

Love Should Never Feel Like This

The Song That Didn´t Rhyme

I´m So Angry

Backyard Brawl

Total
0
Shares
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner