AGAINST EVIL: End Of The Line

AGAINST EVIL überzeugen auf ihrem zweiten Album mit klassischem Heavy Metal, der einfach nur Spaß macht.

AGAINST EVIL aus der indischen Millionenstadt Visakhapatnam existieren seit 2014. Nach der EP “Fatal Assault” aus dem Jahr 2015 erschien 2018 das Debütalbum “All Hail The King”. In der Facebook-Gruppe “Heavy Metal Fans” wurde man auf die Band aufmerksam und das aus der Gruppe entstandene Schweizer Label Doc Gator Records lizensierte das Album für Europa. Was danach geschah, zeigt, was mit dem Zusammenhalt unserer Szene so möglich ist. Die Mitglieder der Gruppe finanzierten der Band eine Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit insgesamt 15 Konzerten. Irgendwie hatte mich die gruppeninterne Euphorie aber nicht so recht gepackt und ich hatte bis vor kurzem keinen Ton von AGAINST EVIL gehört. Als vor einigen Wochen das Video “The Sound Of Violence”, dem ersten Vorabsong des zweiten Albums “End Of The Line” veröffentlicht wurde, hab ich dann doch mal reingehört. Und was soll ich sagen, die Jungs hatten mich am Haken.

AGAINST EVIL liefern klassischen, schnörkellosen Heavy Metal aus Indien

Der Song ist auch der Opener des Albums, ein schnörkelloser Up-Tempo-Headbanger, der ein bisschen was von JUDAS PRIEST auf Steroiden hat. Messerscharfe Riffs und nach vorne treibendes Drumming – ein perfekt gewählter Einstieg. Noch etwas mehr Gas geben AGAINST EVIL beim folgenden “Speed Demon”, welches eine Portion MOTÖRHEAD abbekommen hat. Dazu passt auch der Gesang von Bassist Siri, der deutlich rauer ist als jener von Sravan, den es bei “Sound Of Violence” zu hören gab. Die beiden wechseln sich von Song zu Song ab, was für mehr Abwechslung sorgt. Nachdem auf “All Hail The King” JEFF LOOMIS bei einem Stück als Gast zu hören war, hat man dieses Mal für “Out For Blood” Billy Sheehan (u.a. MR BIG) als Gast-Bassisten gewinnen können. Der darf gleich zum Einstieg zeigen, was er drauf hat, spielt aber im weiteren Verlauf songdienlich im Hintergrund. Der Song an sich zeigt AGAINST EVIL von einer eher hardrockigen Seite und macht dabei richtig Spaß.

Von Speed Metal bis zur stampfenden Hymne – “End Of The Line” zeigt sich abwechslungsreich

“Call To War” zeigt eine weitere Facette von AGAINST EVIL, hier haut die Band einen True Metal-Stampfer mit passendem Text raus. Insgesamt etwas unauffälliger als die bisherigen Stücke, aber auf jeden Fall grundsolide. Das thematisch ähnlich gelagerte “Sword Of Power” ist da schon ne andere Hausnummer, da will man schon eher in die Schlacht ziehen. Bridge und Chorus laden jedenfalls herrlich zum Mitgröhlen ein. Dazu kommt noch ein starker Leadgitarrenteil mittendrin, der sich von den sonstigen, eher flott-dudeligen Soli abhebt. Und einmal im Fistraiser-Modus legen AGAINST EVIL nochmal nach und treiben das ganze mit “Metal Or Nothin’” auf die Spitze, einer echten Metal-Hymne, so voller Klischees und gerade deswegen so sympathisch und cool. Im Videoclip dazu, der wenige Tage vor der Veröffentlichung des Albums online gegangen ist, sieht man viele Szenen der oben genannten Tour und Gastauftritte diverser Mitglieder der Heavy Metal Fans-Facebookgruppe. Ein schöner Tribut an die Unterstützer der Band.

AGAINST EVIL erfinden den Heavy Metal nicht neu, überzeugen mit “End Of The Line” aber auf ganzer Linie

Dazwischen gibt es mit dem Titelsong und “Fearless” noch mal zwei zackige Headbanger, wobei vor allem letzterer als reinrassige Speed Metal-Nummer durchgeht. Den Abschluss bildet mit “War Hero” eine Neuaufnahme eines Songs von der Debüt-EP. Damit kommt “End Of The Line” auf etwa 37 Minuten Spielzeit, was für mich auf jeden Fall in Ordnung geht, da sich zumindest kein Langweiler unter die Songs geschlichen hat. “War Hero” und “Call To War” sind vielleicht etwas unscheinbar, dafür macht der Rest der Songs richtig Spaß. Nichts Neues, keine Revolution, sondern einfach nur ein richtig starkes, echtes und abwechslungsreiches Heavy Metal-Album. Spielerisch stark, gesanglich solide und top produziert – “End Of The Line” ist ein rundum gelungenes Zweitwerk, mit dem die Band ihren Status hoffentlich ein Stück weit ausbauen wird.

Veröffentlichungsdatum: 14.05.2021

Spielzeit: 37:18

Line Up:
Siri Sri – vocals, bass
M Sravan Chakravarthi – guitars, vocals
Shasank Venkat – lead guitars
Noble John – drums

Label: Doc Gator Records

Facebook: https://www.facebook.com/againstevil.india
Bandcamp: https://againstevil.bandcamp.com

AGAINST EVIL “End Of The Line” Tracklist:

01. The Sound of Violence Video bei YouTube
02. Speed Demon
03. Out for Blood
04. Call to War
05. End of the Line
06. Sword of Power
07. Metal or Nothin’ Video bei YouTube
08. Fearless
09. War Hero (re-recorded)