AEBA: Nemesis, Decay Of God´s Grandeur [Eigenproduktion]

AEBA haben sich bei diesem Album nicht nur in Sachen Optik enorme Mühe gegeben, sondern auch musikalisch. Ihr Form des Black Metal ist mitreißend und lässt wohl niemanden bewegungslos verweilen.

Als ich diese Scheibe der Kieler AEBA das erste Mal in den Händen gehalten habe, wurde ich sofort neugierig. Das Cover, das eine Blut weinende Statue und eine tosende See in blutroter Farbe zeigt, sieht ja schon einmal vielversprechend aus. Beim Aufklappen sprang mir außerdem sofort ein Zitat in der Innenseite der Hülle ins Auge: Wenn Gott unterliegt, wird er Satan. Wenn Satan obliegt, wird er Gott. – Aufruhr der Engel. Da hat sich endlich mal jemand Mühe gegeben, um den Fans auch etwas Optisches und sogar Poetisches zu bieten. Dieser Eindruck wurde auch beim Booklet nicht geschmälert, da dort u. a. sogar ein lateinischer Ausschnitt des Vaterunser zu finden ist (Libera Nos A Malo, dt. Erlöse uns von dem Bösen) und ein Veränderung der Welt prophezeit wird: Hier beginnt das Ende, hier endet der Anfang und …Novus Ordo Mundi Venit, dt. Die neue Weltordnung kommt. Da hat es sich doch irgendwie gelohnt, dass ich mein Latinum nachgemachte habe. Ferner beinhaltet das Booklet noch Bilder der einzelnen Bandmitglieder mit Informationen zu deren Funktionen und sogar ein Poster. Ich bin begeistert. Aber genug zu dem Äußeren, kommen wir zu der Musik, um die es ja eigentlich gehen sollte.

Das erste Lied heißt The Hunter And The Hunted One und beginnt mit immer lauter werdenden Gitarren, die eine unheimliche Atmosphäre erzeugen – nicht zuletzt, da sie von einer Musik begleitet werden, die mich an einen geheimnisvollen Friedhof oder Wald in der Nacht erinnert – und letztendlich in einem Meer aus knallharten Drums und noch knallhärteren Screams ihren Platz finden. Dann geht es richtig schnell los, wobei ausgefeilte Gitarrensoli natürlich auch nicht fehlen dürfen. Da fällt es wirklich schwer, den Nacken zu schonen. Beim vierten Lied mit dem Namen Shattern Of Worlds wird das Tempo dann sogar noch angezogen. Hier ist auch auf eine positive Weise auffällig, dass AEBA zwei Sänger hat, deren stimmliches Zusammenspiel sehr gut zum Rest passt und dem Lied zusätzliche Würze verleiht.

Dem Nacken wird auch bei den restlichen Songs des Albums keine Ruhe gegönnt, denn da geht es genauso schnell und hart weiter. Auch hier wird wieder deutlich, dass die Band durchdachte und ausführliche Gitarrensoli mag. Aber nicht nur die Gitarristen sind voll gefragt und geben alles, auch die anderen Bandmitglieder hauen in die Saiten bzw. Becken bzw. auf die Stimmbänder. Dadurch kommt zwar keine Langweile auf, aber ich persönlich finde es immer schön, wenn eine Platte auch vom Tempo her abwechslungsreich ist und zumindest ein oder zwei etwas ruhigere und atmosphärische Lieder zu bieten hat. Es gibt lediglich ein paar wenige Gitarrensoli, wie zum Beispiel in der zweiten Hälfte von Shattern Of Worlds, bzw. Sprecheinlagen, die das gnadenlose Screamen ersetzen, wie zum Beispiel gegen Ende des fünften Songs In Memoriam, die etwas ruhiger sind, aber auch nur wenige Sekunden dauern. Aber irgendwie ist dieses halsbrecherische und extrem fesselnde Tempo ja auch das Markenzeichen von AEBA.

Zusammenfassend lässt sich mit gutem Gewissen sagen, dass sich AEBA bei diesem Album nicht nur in Sachen Optik enorme Mühe gegeben haben, sondern auch musikalisch. Ihr Form des Black Metal ist mitreißend und lässt wohl niemanden bewegungslos verweilen. Man spürt förmlich die Leidenschaft, mit der die Jungs Musik machen. Nichtsdestotrotz hätte dem Album das eine oder andere etwas ruhigere Lied, oder zumindest die eine oder andere etwas ruhigere Stelle, die länger als ein paar Sekunden anhält, nicht geschadet.

Veröffentlichungstermin: 01.03.2012

Spielzeit: 43:15 Min.

Line-Up:
Isegrim – Vocals  
Schattensturm – Gitarre, Vocals  
Xsaahr – Gitarre  
Exul – Bass  
Infernal Desaster – Schlagzeug 

Produziert von Exul und AEBA
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.aeba.de

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/aebabm

Tracklist:
1. The Hunter And The Hunted One
2. Towards The Grandness From Above
3.  Leitwolf
4. Shatterer Of Worlds
5. In Memoriam
6. Where I Am There Is No God
7. Amok – Natural Born Killer
8. Antagonism, Eternal …