TRAITORS GATE: Fallen

TRAITORS GATE: Fallen

Die NWOBHM hat neben vielen Ikonen auch jede Menge Bands hervorgebracht, die nur kurze Zeit bestanden und vielleicht mal eine Single oder EP veröffentlichten bevor es mit ihnen zu Ende ging. Ein solcher Fall sind TRAITORS GATE aus Pontypool, die 1985 die EP “Devil Takes the High Road” veröffentlichten und 1989 in den Sack gehauen haben. 2016 raufte die Band sich wieder zusammen und brachte es 2017 neben einem Auftritt auf dem BROFEST immerhin auf die Veröffentlichung einer limitierten EP namens “Only The Strong”. Vom Original Line Up ist noch die Rhymusfraktion um Steve Colley und Paul House dabei. Gitarrist Andy Durso ist immerhin auch schon seit 1985 in der Band, stieß aber erst nach der EP zur Band. Neu an Bord ist seit 2017 Sänger Sy Davies.

“Fallen” ist solide gespielt, lässt mich aber leider kalt!

Nun hat die Band ihr erstes Album veröffentlicht und dabei die fünf Songs der EP nochmal verwurstet. Im Rahmen der Arbeit an dieser Rezension habe ich mir auch die “Devil Takes the High Road”-EP angehört. Die drei Songs waren nicht übel, ohne mich aber wirklich aus den Socken zu hauen. Selbiges lässt sich auch über “Fallen” sagen. Das ist alles grundsolide gespielt, lässt mich aber leider furchtbar kalt. Keinem der Beteiligten gelingt es musikalisch irgendwelche Akzente zu setzen. Das Gitarrenspiel von Steve Durso ist grundsolide und die Soli echt gut, während die meisten Riffs eher Mittelklasse sind. Sänger Sy Davies ist größtenteils in mittleren Tonlagen unterwegs und ist technisch auch ein guter, bringt für mich aber keinerlei Emotionen rüber.

Auch die Rhythmusfraktion spielt ihren Stiefel runter und wirkt dabei völlig inspirationslos und hüftlahm. Für einen Haufen gestandener Musiker ist das definitiv zu wenig. Gerade beim Drumming habe ich manchmal das Gefühl, der Kerl schläft gleich hinterm Drumkit ein. Das die Songs größtenteils im Mid Tempo gehalten sind tut sein übriges dazu. Bei „Edge Of Destruction” ziehen TRAITORS GATE das Tempo mal ein bisschen an ohne, schaffen es aber auch damit nicht, mich mal wirklich mitzureißen.

TRAITORS GATE – Reunions, welche die Welt nicht braucht!

Es gibt so viele junge, talentierte Bands, die den Spirit der Achtziger authentisch einfangen und in die Gegenwart transferieren. Genauso gibt es noch viele alte Hasen, die immer noch voller Energie stecken. Bands wie NIGHT DEMON auf der einen oder SATAN auf der anderen Seite bringen in einem halben Song mehr Power rüber als TRAITORS GATE auf dem gesamten Album.

Das klingt jetzt alles furchtbar hart. Ich hatte sicherlich keine körperlichen Schmerzen beim Hören von “Fallen”, eine echte Gurke klingt anders. Aber das Debütalbum von TRAITORS GATE klingt über weite strecken einfach furchtbar belanglos und kraftlos – irgendwie egal. Heavy Metal sollte doch energiegeladene Musik sein, sollte doch mitreißen und emotional berühren – davon ist hier leider nichts zu hören. Für mich eine Reunion und ein Album, welche die Welt nicht brauchen.

Veröffentlichungsdatum: 25.05.2018

Spielzeit: 52:44

Line Up:
Sy Davies – vocals
Andy Durso – guitar
Steve Colley – bass
Paul House – drums

Label: No Remorse Records

Bandhomepage: www.traitorsgateofficial.com
Facebook: www.facebook.com/TraitorsGateOfficial

TRAITORS GATE „Fallen“ Tracklist:
01. Retribution
02. Homeland
03. Deceiver
04. Mean Streets
05. Edge Of Destruction
06. Solar Plains
07. Fall From Grace
08. Sign Of The Cross
09. Only The Strong
10. Fallen