REDEMPTION: The Fullness Of Time

REDEMPTION: The Fullness Of Time

Selten konnte ich einer Info, die einer Promo beigefügt wurde, so zustimmen, wie dies bei REDEMPTION der Fall ist. Vor allem das Schlagwort Intensität bringt die Stärke von The Fullness Of Time, dem Zweitwerk der Band, auf den Punkt. Die Musiker, die sich hinter REDEMPTION verbergen, sind auch wahrlich keine Unbekannten. Mit Ray Alder (FATES WARNING) singt einer der wohl variabelsten und energetischsten Sänger des Prog-Genres und Bernie Versailles gibt auch den AGENT STEEL-Riffs ihr Highspeed-Gewand. Kopf der Bande ist allerdings Songwriter Nicolas van Dyk, der auch schon beim Ray Alder-Projekt ENGINE mitgearbeitet hat.

Angenehm uneuropäisch klingt die Musik der Amerikaner. Sitzt man zu Anfang noch mit sorgenvoller Miene, von den vielen europäischen NeoProg-Releases traumatisiert, den Zeigefinger auf der Stopp-Taste am Anschlag befindlich, vor dem CD-Player, kann man nach wenigen Sekunden aufatmen, die Haltung lockern und genießen. Gleich der Opener Threads beginnt mit einem schnellen Riffing mit gelungenen Breaks und geht dann in 80er-Keyboard-Sounds und einige Piano-Arrangements über. REDEMPTION beweisen, dass noch nicht alle harmonischen Möglichkeiten, die uns unser Notensystem hergibt, abgegrast sind. Ohne den roten Faden zu zerreißen, reiht die Band eine außergewöhnliche, aber packende Melodie aneinander, geht schleichend in progressive Passagen über, die die harmonische Fassade nicht zerstören und findet spielend wieder zurück in den Plot. Ein Balanceakt, welcher der Band über das komplette Album gelingt und es zu dem intensiven Hörerlebnis werden lässt, das es ist. The Fullness Of Time ist ein Album, das man immer durchhören möchte. Es ist ein Album, das von der kleinsten Einheit bis zum globalen Zusammenhang stimmig ist, denn neben dem hervorragenden Fluss, gibt es auch massenweise interessante Details zu erkennen, vom Bass-Intro von Scarred, über die klaren String-Arrangements in Sapphire bis hin zu den atmosphärischen und schrägen Synthie-Sounds der vier zusammenhängen The Fullness Of Time-Tracks. Nicht selten werden Erinnerungen an QUEENSRYCHE wach, so sehr besitzt die Musik das Potenzial den Hörer zu absorbieren, der durch die feinen harmonischen Stimmungsschwankungen mal in Sicherheit gewogen wird und dann plötzlich durch geheimnisvolle bis düstere Klangwelten geschickt wird.

Warum ich noch kein Wort zu den technischen Fähigkeiten der Protagonisten gesagt habe, liegt schlicht und ergreifend daran, dass man – erschlagen vom Gesamtkunstwerk – keine Gedanken daran verschwendet. Will man sich unbedingt damit auseinandersetzen, so findet man natürlich exzellente Gitarrensoloarbeit, präzise Breaks und treibende Rhythmik. Die Fähigkeiten sind das Fundament, auf dem die Energetik des Albums gebaut ist. Klar wird das an den synergetischen Refrains, den großen Hooks und der gefühlten Leidenschaft.

Da der herrlich transparente und kraftvolle Sound das außerordentliche Niveau des Albums bestens zur Geltung bringt, kommt man nicht umhin zu sagen, dass The Fullness Of Time eines der besten (US?) Progressive Metal Alben der letzten Jahre ist. Sollte man gehört haben.

Veröffentlichungstermin: 18.07.2005

Spielzeit: 57:30 Min.

Line-Up:
Ray Alder – Vocals

Nicolas van Dyk – Guitars, Keyboards

Bernie Versailles – Guitars

James Sherwood – Bass

Chris Quirarte – Drums
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.ivorygate.com/redemption/

Tracklist:
1. Threads 5:43

2. Parker`s Eyes 6:15

3. Scarred 7:56

4. Sapphire 15:55

The Fullness of Time

5. Rage 5:01

6. Despair 3:20

7. Release 5:16

8. Transcendence 7:59