PROXIMA: Stellar Parallax

PROXIMA: Stellar Parallax

Die Schweizer Rock Band PROXIMA lässt sich Zeit. Viel Zeit! Gegründet im Jahre 2000, erschien 2009 das erste Album mit Namen „270´000 AE“. Und weitere lange acht Jahre später ist es wieder soweit: PROXIMAs zweiter Langspieler der Kategorie Neue Deutsche Härte „Stellar Parallax“ erblickt das Licht unseres Planeten. Der Arbeitstitel des aktuellen Werkes lautete „16“ und ist auf dem Cover auch noch vermerkt. Vielleicht, weil die Band 16 Monate am neuen Silberling gearbeitet hatte oder weil 16 Titel darauf verewigt wurden. Spielt aber eigentlich auch keine Rolle!

Nahezu die ganze Scheibe kann aus der „RAMMSTEIN lässt grüßen“ Schublade gezogen werden. Die unglaublich diplophonen Vocals (die ich normalerweise kaum ertragen kann) von Frontman Caveman passen erstaunlicherweise tatsächlich gut zu den treibenden Drums und teilweise ziemlich bedrohlich klingenden Gitarrenriffs.

PROXIMA überzeugen mit brachialer Gewalt a la RAMMSTEIN!

Mit brachialer Gewalt und absolut ohne irgendwelche Schnickschnack-Ideen bebt dieses Album durch die Boxen. Die einzige Ausnahme ist da wohl der erste Song der Farben-Trilogie („Weiss“) der sich sehr vom restlichen Album abhebt. Dieser klingt eher nach einem lahmen und schlecht umgesetzten TOTEN HOSEN Titel und einer bereits leeren Flasche Bommerlunder. Da geht jede Chance aufs Töne treffen flöten. Ansonsten überzeugen die Jungs aus dem Nachbarland ziemlich.

PROXIMAs „Stellar Parallax“ präsentiert sich lyrisch durchaus kritisch

Lyrisch schlängelt sich „Stellar Parallax“ offensichtlich durch alles, was in den Köpfen der Herren Musiker so vor sich geht. Während der Opener „Tag Des Ruhmes“ ein wenig Kampfgeist und Überlebenswillen der Band raushaut, befassen sich etliche Songs mit durchaus ernsteren Themen. Hier wird von Drogensucht („K.O.Kain“) über nicht vorhandenen Gottesglauben („Egomonogott“) bis hin zu Angstzuständen und Panikattacken („Panik“) sowie mit jeder Menge Kritik am System („Angepisst“, „Das Unbekannte“) alles deutlich rausgekotzt.

Echt süß dagegen, das scheinbar wahllos eingeschobene „Wickie“. Und ja, es ist genau wonach es sich anhört: Der Song des kleinen Wikingers im RAMMSTEIN Format. Herzallerliebst! Die Farb- Trilogie „Weiss“, „Grau“ und „Schwarz“ ist ein sich thematisch wie musikalisch steigerndes Gesamtkonstrukt, das die Scheibe fast abschliest. Dies darf schlussendlich Titel Nummer 16 „Drunken Sailor“. Womit wir wieder beim Thema Drogen wären. Und so schließt sich der Kreis!

Für alle RAMMSTEIN und Co.-Anhänger eine ziemlich gute Wahl. Durchaus kritisch und bollert ungemein gut!

Veröffentlicht: 17.09.2017

Spielzeit: 58:05

Line-Up:

MZ: Guitars
Mirco: Guitars
Mephisto: Bass
Häflinger: Drums
Caveman: Vocals

Produzent: Peter Mahler

Label: Housemaster Records

Band-Homepage: http://www.proximametal.ch

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/ProXimAmetal

Tracklist:

1. Tag des Ruhms 4:21
2. K.O.Kain 3:07
3. Egomonogott 3:43
4. Jihad 3:20
5. Proxima 3:24
6. Egoist 2:53
7. Angepisst 5:01
8. Panik 3:09
9. Das Unbekannte 3:36
10. Wickie 1:49
11. Tanz mit mir 4:21
12. Spiegel 4:38
13. Weiss 4:37
14. Grau 4:18
15. Schwatz 2:07
16. Drunken Sailor 3:15