LOSA: The Perfect Moment (+)

LOSA: The Perfect Moment (+)

Zur Minus-Kritik zu diesem Album von Deviator

Ich weiß noch wie gestresst ich war als ich pro Tag zweimal Within Dividia von THE END gehört habe. Das soll aber nicht heißen, dass sie schlecht wäre, im Gegenteil. Anstrengend aber gut, das ist die Devise und sie trifft wieder voll zu. LOSA aus den Staaten wissen wie sie den Hörer in den Wahnsinn treiben können, mit Methode und System löffeln sie genüsslich das letzte Gramm Hirn aus dem Schädel und zwar so konsequent und bestialisch, dass man am fast in die Knie gehen muss.

LOSA bieten viel auf The Perfect Moment und kategorisieren lässt sich der tonale Wahnsinn so gut wie gar nicht. Die Texaner reißen das Fleisch auf, streuen Salz hinein und freuen sich über neue Wege der akustischen Schmerzäußerung. The Perfect Moment ist krank. Metalcore ist es nicht, was aus den Boxen kommt, ebensowenig Thrash noch Doom noch Mathcore, aber irgendwie ist es doch all das. Die fünf Gestörten werden wohl damit den wenigsten Gefallen, wer aber MASTODON liebt und es weniger episch, dafür kranker und verstörender haben will greift bitte hier zu. LOSA bieten verdammt viel, fast schon zu viel. So ist jeder der Songs vollgestopft mit Breaks, Wechsel im Rhythmus und in der Stimmung, eine klare Linie sucht man meistens vergeblich. Wirkt dies bei anderen Bands nervtötend, so wirkt es bei LOSA eher fordernd. Und man muss sich das Album immer wieder und wieder anhören.

Den perfekten Moment gibt es auf dem Album nicht, jedes der neun Stücke hat Ecken und Kanten, sei es durch das Material oder die sehr bauchige Produktion. Das ist unbequem und anders, das tut weh. Masochisten werden The Perfect Moment lieben, weil eben nichts perfekt ist, weil dem Ganzen ein Eindruck des Unfertigen anhaftet. Das ist wiederum positiv zu sehen, denn LOSA erheben nicht den Anspruch auf herkömmlichem Wege perfekt zu sein, sie gehen sehr intuitiv vor. Zum moshen gibt es daher recht wenig, viel mehr ist man befangen wie bei einigen TODAY IS THE DAY-Alben, bei denen man die Brutalität nicht auf herkömmlichem Wege verarbeiten kann, sondern diese Krankheit in sich hineinfrisst, bis man schier explodiert.

LOSA bringen mit ihrem Mix aus sämtlichen extremen Undergroundgenres nicht gerade einfache Songs zustande, um sie richtig aufzusaugen braucht es viel Zeit, schließlich pendeln sie von einem Extrem ins andere. Toll verdeutlicht wird dies durch die extrem variable Stimme von Michael Hall, der zwischen Metalcore, Black Metal und normalem Gesang pendelt. So sind auch die Songs angesiedelt, die meisten treten ordentlich wie Unsuspecting Mind oder From the Ahes of Infancy, bei The Witness´s Account und Church of the Pitted Vipers. Klar getrennt sind die Stücke nicht, der Fluss ist zu kontinuierlich. Hier heißt es also: Fingernägel in den Sessel krallen und das Teil durchstehen. Als Ganzes, so wie es auch gemeint ist.

Zu entdecken gibt es auf The Perfect Moment jedenfalls eine Menge und auch wenn für meinen Geschmack zu viele Subkicks eingesetzt wurden, so ist dieses hässliche und dennoch wunderschöne Stück reinigender Musik genau richtig wenn es darum geht sich mal wieder das Hirn rauszuschießen. Der Erstling der Psychopathen ist ganz bestimmt nicht jedermanns Sache, aber ein paar Liebhaber werden in dieser enorm facettenreichen Scheibe ihr Seelenheil entdecken.

Veröffentlichungstermin: 17. Mai 2005

Spielzeit: 40:41 Min.

Line-Up:
Chris Ramirez – Gitarre

Kory Koch – Gitarre

Michael Hall – Gesang

Joshua Urista – Bass

David Hall – Schlagzeug

Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.losa.nu

Tracklist:
1. Prelude

2. The Beginning

3. Unsuspecting Mind

4. The Witness´s Account

5. One Day, All Eyes Went Dim

6. From the Ashes of Infancy

7. Linear Prophecy

8. Church of the Pitted Vipers

9. …Madness (Sentiment of a Dying Man) / Cessation

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