DRH: Thin Ice

DRH: Thin Ice

DRH is like a daydream born of the crazy spirit of FRANK ZAPPA, KING CRIMSON and PERIPHERY. Äh, ja, die Band aus Lyon kündigt bereits an, das es hier keinen Kuschelrock gibt. Jazz Metal trifft es wohl ganz gut, “Dark Rock Hallucinogène” nennen es die Franzosen, was sie uns auf ihrem Debütalbum bieten. In Frankreich scheint es ja eine entsprechende Szene zu geben.

Die Songs stammen vom Gitarrist Danilo Rodriguez, erstaunlich, so breit wie sich hier durchgehend das Saxophon macht. Es wird wild getrötet, gefiept, gejault, gejammert, was Rémi Matrat mit dem Instrument veranstaltet ist eine Herausforderung. Die Gitarren sind fleißig am Riffen und verrückte Melodien sägen. Es wird mal metallisch laut mit reichlich Druck, mal räudig punkig, mal verspielt proggig. Die Rhythm-Section ist absolut fit, präsentiert eigentlich das, was man von Musikern erwartet, die in dieser Ecke unterwegs sind. Alle zusammen drehen immer wieder durch und zerren an den Nerven des Zuhörers.

DRH´s “Thin Ice” dreht immer wieder durch und zerrt an den Nerven des Zuhörers

So knallt einem der Opener direkt ins Gesicht, kuschelt kurz, und los geht die Spinnerei. Fordernd ist das, durchgeknallt, immer wieder getoppt vom trötenden Saxophon. Natürlich nimmt man sich mit “Fooled” orientalische Themen vor, das bietet Raum zum Rumspinnen – und funktioniert. Der Titeltrack kommt sehr jazzig, “The Path” erzählt instrumental eine schöne Geschichte. Beginnt zart schmelzend, wird immer schräger, immer spinniger, immer kraftvoller, um doch wieder zart zusammenzufallen. Zwei live aufgenommene Songs runden das Album ab. Live im Studio dürfte passen. DRH knallen uns nochmal alles vor, bringen einen je nach Geschmack zum verzweifelten Wahnsinn oder zum breit Grinsen, positiver Wahnsinn. Normale Musikhörer sind eh schon lange weit weg. Normal ist es dann auch nicht, wenn nach einer solchen Vollbedienung an musikalischen Abfahrten und Spinnereien noch solch ein Hidden Track folgt. Wie sagte doch der kleine Gallier: die spinnen, die Franzosen! Muss man sich selber anhören! Ein Prosit auf DRH!!!

DRH machen Musik für Kopfmenschen, die sonntags zum Jazz-Frühschoppen gehen

Das hier ist Musik für Kopfmenschen, die sonntags lieber zum Jazz-Frühschoppen gehen als mit dem/der Vertrauten gemütlich im Bett zu frühstücken. Die beim Hausputz halt lieber ZAPPA und KING CRIMSON hören statt entspannte Mucke. Alles sehr anstrengend, nur für echte Jazz/Progfreaks. Die werden ihren verdrehten Spaß haben an “Thin Ice”. Normale Rockfans hingegen brechen hier schnell ein. Betreten verboten!

Veröffentlicht: 12.10.2018

Spielzeit: 41:41

Lineup:
Rémi Matrat – Saxophon
Danilo Rodriguez – Guitar
Alexandre Phalippon – Bass
Josselin Hazard – Drums

Label: Apathia Records

Website: http://www.drh-music.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/drh.music

1. Rift
2. Fooled
3. Thin Ice
4. The Path
5. Black Chewing Gum (live)
6. Smoking Bluffer (live)

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!