Emo-Scheitel, blonde Strähnchen und knallige T-Shirts ‒ so präsentierte sich die US-amerikanische Pop-Punk-Kombo ALL TIME LOW in ihrem ersten Video. Damals gelang den vier Jungs aus Baltimore mit „Dear Maria, Count Me In“ der internationale Durchbruch. Und dabei sollte es nicht bleiben: Mittlerweile zählt die Band zu den wichtigsten Vertretern des Genres und kann auf zahlreiche Awards und Chart-Erfolge zurückblicken. Dass die US-Amerikaner auch im Jahr 2026 noch die Hallen füllen, bewiesen sie am 6. Februar 2026 im Rahmen ihrer „Everyone’s Talking“-Tour im Kölner Palladium.
Als Support hatten ALL TIME LOW neben Singer-Songwriterin TAYLOR ACORN auch ihre Pop-Punk-Kollegen MAYDAY PARADE und FOUR YEAR STRONG angekündigt. Letztere sorgten allerdings schon im Vorfeld der Show für einen ordentlichen Dämpfer, denn die Band sagte ihre Teilnahme an der EU/UK-Tour kurzfristig ab. In einem Statement auf Instagram verkündeten die vier Musiker, sich in nächster Zeit erst mal auf ihre Gesundheit und das persönliche Wohlergehen fokussieren zu wollen.
Nun lag es an den verbliebenen Support-Acts, die Bühne für ALL TIME LOW vorzuwärmen. Und das gelang ihnen auch vorbildlich. Die 33-jährige TAYLOR ACORN punktete mit einem charismatischen Auftritt und ihrer starken Stimme. Mit ihrem emotionalen Mix aus Pop, Punk und einem Hauch Country nahm die Sängerin aus Nashville das Publikum schnell für sich ein. Fans von melodischen Pop-Punk im Stil von Paramore und Avril Lavigne sollten hier genau hinhören. Aber auch eingefleischte „Swifties“ dürften an den eingängigen Songs von TAYLOR ACORN Gefallen finden.
MAYDAY PARADE
Für den ersten Höhepunkt des Abends sorgten MAYDAY PARADE. Wer mit dem Pop-Punk der 2000er aufgewachsen ist, dürfte die emotionalen, mitreißenden Songs des Quintetts aus Florida gut kennen. Auch das Publikum in Köln zeigte sich textsicher und feierte die Kombo um Derek Sanders von der ersten bis zur letzten Minute. Der Frontman wirbelte über die Bühne und genoss die Begeisterung des Publikums sichtlich. Von „Jersey“ bis „Jamie All Over“ spielte die Band ihre größten Hits und zeigte sich über knapp 30 Minuten gut gelaunt und energetisch. Für einen kleinen Wehmutstropfen sorgte das Fehlen beliebter Balladen wie „Terrible Things“ oder „Miserable At Best“, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.

MAYDAY PARADE – Setlist:
- Under My Sweater
- Jersey
- I’d Hate to Be You When People Find Out What This Song Is About
- Piece of Your Heart
- Kids in Love
- By the Way
- Pretty Good to Feel Something
- Oh Well, Oh Well
- Black Cat
- Jamie All Over
Bildergalerie MAYDAY PARADE
ALL TIME LOW
Pünktlich um 21 Uhr betrat dann der Headliner des Abends die Bühne. Im Licht einer farbenfrohen LED-Anzeigetafel und begleitet von frenetischem Jubel stürmten ALL TIME LOW die Bühne. Frontman Alex Gaskarth trat in einem knallig roten Hemd ans Mikrofon und wickelte das Publikum mit seiner ansteckenden Energie und Ausstrahlung direkt um den Finger. Spätestens bei Fan-Favourites wie „Coffee Shop Soundtrack“ oder „Time-Bomb“ war es um die Crowd in Köln geschehen. Aber auch die leisen Töne kamen beim Publikum gut an – so gut, dass zur Ballade „Missing You“ ein spontaner Circle Pit entstand.

Da staunte auch Alex, der während der kompletten Show immer wieder mit dem Publikum scherzte. Mal bedankte sich der 38-Jährige bei den Deutschen für die Erfindung des Bieres, dann schlug er vor, spontan eine WG mit zwei Katzen und einem Hund zu gründen. Schnell war klar, dass die Chemie zwischen der Band und den Kölner Besuchern einfach stimmte. Und so steigerte sich die Stimmung während der eineinhalbstündigen Show stetig. Für den weiblichen Part von „Remembering Sunday“ holte sich Alex Unterstützung von TAYLOR ACORN. Ein echter Gänsehautmoment mit einem Meer von leuchtenden Handydisplays. Auch wenn man sich in solchen Momenten das gute alte Feuerzeug schon ein wenig zurückwünscht.

Nichtsdestotrotz lieferten ALL TIME LOW in Köln eine mitreißende Show ab. Kein Wunder also, dass das Publikum lautstark nach einer Zugabe verlangte. Und die bekamen sie auch. Für zwei weitere Songs kehrte die Band auf die Bühne zurück. Einer davon – wie konnte es anders sein – ihr großer Hit „Dear Maria, Count Me In“. Mit dem Track, der ihnen vor knapp 20 Jahren den Durchbruch bescherte, beendeten die vier sympathischen Jungs aus Baltimore auch ihre Show in Köln. Und die Chancen stehen gut, dass dieser Song auch in weiteren 20 Jahren noch funktionieren wird.
ALL TIME LOW – Setlist:
- Suckerpunch
- Weightless
- Poppin’ Champagne
- PMA
- Damned If I Do Ya (Damned If I Don’t)
- Time-Bomb
- Backseat Serenade
- Sleeping In
- Little Bit
- Something’s Gotta Give
- Falling for Strangers
- Missing You
- Remembering Sunday
- Everyone’s Talking
- Dirty Laundry
- New Religion
- Sleepwalking
- Hate This Song
- Monsters
- The Weather
- Lost in Stereo
- Dear Maria, Count Me In