KATAKLYSM: Geburtstagsstress und echte Songs

KATAKLYSM: Geburtstagsstress und echte Songs

Nach dem hoch gelobten Serenity in Fire standen KATAKLYSM gewissermaßen unter Druck. Das neue Album musste anders sein, aber dennoch mit dem Vorgänger fertig werden müssen. Die Kanadier haben sich für den leichten, aber vielleicht besten Weg entschieden: sie haben nicht versucht, die neue Scheibe krasser zu machen, nicht versucht die Blastparts noch heftiger, noch kompromissloser erscheinen zu lassen. Stattdessen stehen auf In The Arms Of Devastation nun Songs für sich, die weniger durch furiose Schlagzeugarbeit oder andere musikalische Extreme beeindrucken wollen. Vielmehr wollen die Stücke auf dem Album einfach das sein, wozu sie geschrieben wurden: Songs. Echte Songs, wie Maurizio, ein wenig stolz betont. Der Sänger der Band ist offenbar guter Laune und lässt willig die erwarteten Fragen über sich ergehen, lässt sich aber auch durch weniger erwartete nicht aus der Ruhe bringen.

Hallo Maurizio, ich denke, das ist eines der ersten Interviews, die du geben wirst, bist du bereit für den Interview-Marathon?

Haha, ja es ist eines der ersten. Ich muss mich erst noch an die Zeitverschiebung gewöhnen, aber ich bin definitiv bereit.

Fangen wir mit den Besetzungswechseln an, Max Duhamel sitzt nun wieder an der Drum-Position, wie kam es zu seiner Rückkehr?

Das war hauptsächlich eine Entscheidung innerhalb der Band. Als wir mit Martin angefangen haben, war alles gut, er ist ein exzellenter Drummer. Aber später hatten wir einige Probleme mit ihm. Er war einfach nicht erfahren genug, vor allem, wenn es um das Touren ging. Er hat vorher nur in einigen lokalen Bands gespielt und tat sich sehr schwer mit der Realität auf Tour, er wusste nicht, wo er sich auf der Welt befand, er hatte in seinem Leben Montreal niemals wirklich verlassen. Zum Beispiel dachte er, nach dem Gig in Deutschland würden wir in Brasilien spielen. Er hat sich selbst unter Druck gesetzt und ihn hat das alles sehr mitgenommen. Das, und andere Kleinigkeiten, führte zu einer angespannten Situation innerhalb der Band. Max brauchte nach Shadows & Dust eine Auszeit, er brauchte einen klaren Kopf. Aber er war immer bereit wieder ein Teil der Band zu sein, wir haben oft telefoniert und als sich die Gelegenheit bot, haben wir uns für den Wechsel entschieden.

Wieder einmal haben KATAKLYSM einen Schritt in die Zukunft getan. In The Arms Of Devastation ist in keiner Weise so brutal wie die ersten Werke der Band. Wollt ihr immer einen Schritt weiter gehen, unberechenbar bleiben?

Das ist etwas, das uns seit dem Tag begleitet, an dem wir angefangen haben. Wir wollen uns immer ein bisschen verändern, ohne unsere Wurzeln zu verraten. KATAKLYSM sind eine Death Metal Band, wir wollen nur versuchen, mit anderen Arrangements zu experimentieren, um zu sehen, wie wir den Stil ausreizen können. Das ist eine Herausforderung, es wäre zu einfach jedes Mal nur dasselbe Album zu schreiben und darauf seine Karriere aufzubauen. Wir entwickeln uns weiter, aber es wird immer Einflüssen von den vorherigen Alben geben. Wir schreiben einfach Musik, die uns gefällt und wir fühlen uns wohl dabei. Das ist auch sehr wichtig. Wir versuchen also Musik zu schreiben, wie wir sie fühlen und dabei trotzdem neue Elemente einzubauen. Das neue Album ist zum Beispiel mehr Thrash-orientiert, als alle unsere anderen Alben, aber wir hatten dieses Element schon immer. Ich denke KATAKLYSM ist eine einzigartige Band, ich glaube nicht, dass sich irgendjemand anhört, wie wir.

Auf In The Arms Of Devastation ist viel Midtempo und Melodie zu hören. Es klingt sehr modern und durch die Mischung aus Thrash Metal, Groove und Mosh, fast wie die extreme Antwort auf Metalcore. Was denkst du über Leute, die sagen, ihr seid zu den HATEBREED des Death Metal geworden, wegen den Breakdowns und Grooves? Der Vergleich ist ja nicht wirklich an den Haaren herbeigezogen und lässt sich auch nicht von der Hand weisen.

(lacht) Also, zunächst finde ich, dass es nicht schlimm ist, die HATEBREED des Death Metal, genannt zu werden. Ich mag HATEBREED, sie sind eine gute Band und vor allem eine energiegeladene Live-Band. Ich kenne auch Jamey Jasta, er mag auch KATAKLYSM, vielleicht verleitet das die Leute dazu die Bands zu vergleichen. Ich habe kein Problem mit dem Vergleich, aber ich denke trotzdem, dass wir mehr zu bieten haben als solche Grooves. Wir haben zum Beispiel auch viele Melodien, weil sie ebenfalls ein wichtiger Teil der Bandgeschichte sind. Wir haben immer mit solchen Dingen experimentiert, zu Zeit ist es nur mehr akzeptiert. Wir hatten schon immer Blastbeats, die in einen Breakdown münden. Das haben wir weiter verfeinert, vielleicht fällt es deswegen so auf.

Es sind auch sehr viele Melodien auf dem neuen Album. Wolltet ihr es diesmal möglichst eingängig machen?

KATAKLYSM:
Wir hätten selbstverständlich auch ein weiteres Album machen können, auf dem wir von vorne bis hinten die Blasts raushängen lassen. Maurizio Iacano ist sich sicher, dass KATAKLYSM nichts verlernt haben.

Ich weiß nicht, das ist eine ziemlich natürlich Sache, finde ich. Persönlich denke ich sogar, dass Serenity in Fire auf seine eigene Weise einfacher zu hören ist. Ich denke, der einzige große Unterschied ist, dass mehr Blastbeats darauf sind, als auf In The Arms Of Devastation. Aber es sind auch viele schnelle Songs auf der neuen Scheibe, auch, wenn sie sich eindeutig mehr am Midtempo orientiert. Wir hätten selbstverständlich auch ein weiteres Album machen können, auf dem wir von vorne bis hinten die Blasts raushängen lassen. Wie Martin beherrscht auch Max dies perfekt. Aber KATAKLYSM ist eine Band, die echte Songs schreibt, ohne zu versuchen die extremste Band der Welt zu sein.

Ja, auf mich wirkt das neue Album, wie ein Schritt zurück in die Essenz des Death Metals, ohne mit musikalischen Glanzleistungen beeindrucken zu wollen.

Ja, vielleicht ist es das! Wie versuchen nicht zu zeigen, wie gut wir technisch sind. Es gibt genug Bands, die das tun. Unsere Musik richtet sich auch danach, wie es live klingt. Wir sind eine tourende Band und es ist uns sehr wichtig, dass es uns Spaß macht, die Songs auf der Bühne zu spielen. Ein technisches Album zu machen kann Spaß machen, aber live ist das möglicherweise sehr ermüdend. Wir wollen Songs spielen, die Spaß machen und an die sich die Leute erinnern. Wir haben ja damals Temple Of Knowledge gemacht, das war unser technischstes Album. Als es herauskam hasste es jeder. Alle Magazine verrissen es, aber einige Monate später war es ein Klassiker. Wer kann schon auf den ersten Blick sagen, was ein Klassiker ist oder nicht? Aber, wer weiß, vielleicht machen wir irgendwann wieder mal ein Album, wie Temple Of Knowledge, es kommt darauf an, worauf wir Lust haben.

Aber zur Zeit habt ihr nicht das Bedürfnis es jemandem beweisen zu müssen?

Nein, denn wenn wir wieder so ein Album aufnehmen müssten, würden wir es auch können.

Wie jedes andere Album, wurde auch In The Arms Of Devastation von eurem Gitarristen Jean-François Degenais produziert, aber diesmal übernahm Tue Madsen den Mix. Wie kam es dazu und warum dachtet ihr, dass er die richtige Wahl ist?

Das war im Grunde die alleinige Entscheidung von Jean-François. Er wollte etwas frisches Blut in den KATAKLYSM-Sound bringen, weil er die letzten fünf oder sechs Alben selbst produziert hat. Diese Alben hatten alle eine ähnlichen Sound und er dachte es wäre nun an der Zeit, etwas neues zu versuchen. Er fragte sich einfach, wie es wäre, mit einem anderen Produzenten zu arbeiten. Ich war zuerst nicht unbedingt begeistert, weil ich keine Sinn darin sah, etwas zu ändern, dass immer gut funktioniert hat. Aber er wollte es ernsthaft versuchen und Tue Madsen war auch sofort interessiert. Letztendlich mag ich den Sound sehr. Die Gitarren und der Bass klingen wunderbar und besonders den Drum-Sound mag ich sehr. Er klingt viel natürlicher als zuvor. Das war auch etwas, was uns an den letzten Alben vorgeworfen wurde, dass es zu mechanisch klingt.

Wenn du die Lyrics schreibst, auf was kommt es für dich an, muss es sich gut anhören, brutal sein oder bevorzugst du Texte mit echten Inhalten?

Es müssen auf jeden Fall echte Inhalte sein. Alles andere interessiert mich eigentlich nicht. Aber es muss natürlich auch irgendwie gut klingen und wenn man die Lyrics liest, muss es auf den ersten Blick wirken und zum Nachdenken anregen. Ich mag es selber, wenn ich die Texte einer Band lese und sie mich dazu bringen, über gewisse Dinge nachzudenken. Unsere Texte handeln oft von emotionalen, scheinbar hoffnungslosen Situation. Wenn alle Systeme zusammengebrochen sind und es scheinbar nichts gibt, wofür es sich lohnt zu leben und man einen Weg finden muss, um zu überleben. Das ist es, was das neue Album versucht auszudrücken. Aber auch seelische Konflikte, Menschen, die nicht in der Lage sind, mit anderen zu kommunizieren und dadurch viel Hass und Wut ansammeln sind ein Thema aller meiner Lyrics. Auf In The Arms Of Devastation habe ich zudem ein besonderes Thema aufgegriffen, das in Crippled And Broken behandelt wird. Es geht um die Konflikte des Denkens der Menschen. Zum Beispiel die Situation der Vietnam-Veteranen, die dorthin gingen, weil sie glaubten etwas gutes und richtiges zu tun. Sie kamen zurück und hatten nichts, außer zerstörten Leben. Das ist etwas, dass einem in den USA ständig begegnet, Kriegsveteranen, die nicht richtig ins Leben zurückfinden. Für die Menschen sind diese Leute nur so lange interessant, wie sie ihren Job erledigen, aber wenn sie zurückkommen, kümmert sich keiner um sie und sie haben praktisch nichts mehr von Wert. Ich habe mich damit eine Zeit lang beschäftigt, daher zeigt sich das auch in den Texten des Albums.

KATAKLYSM:
Die alten Zeiten: Die EP The Mystical Gate Of Reincarnation wurde 1993 als erstes Relase über Nuclear Blast Veröffentlicht

Die frühen KATAKLYSM-Werke waren sehr okkult. Was denkst du heute über Titel, wie The Mystical Gate Of Reincarnation?

Oh, haha… Also für mich ist es der Beginn von KATAKLYSM. Ich habe es immer respektiert und höre noch heute gerne diese Alben. Ich denke nicht, dass es unser bestes Album ist, aber als es herauskam, mochte es jeder. Es war anders und nicht wirklich mit ähnlichen Dingen zu vergleichen. Damals schrieb Sylvaine ja noch die Texte und er war eher Okkult- und Fantasy-orientiert. Ich schreibe lieber realistische Texte. Aber seine Lyrics waren auch sehr einzigartig und ich habe es immer respektiert. Auch das ist ein Teil unserer Geschichte, auch, wenn man heute mit etwas Abstand darauf zurückblickt.

Vor einiger Zeit hast du ja bekannt gegeben, dass du ein Buch über KATAKLYSM schreibst. Mit was für einer Art Buch können wir rechnen?

Yeah, es wird ein sehr verrücktes Buch werden, das so ziemlich alles aus der Geschichte der Band aufgreifen und erzählen wird, von dem Tag, an dem alles begann, bis heute. Viele Leute haben keine Ahnung, was wir alles erlebt haben, ich denke es wird ein interessantes Buch, das alles einfängt, was damals zwischen Sylvaine und der Band geschah, viele Verschwörungen aber auch lustige Dinge, die nicht nur KATAKLYSM-Fans gerne lesen werden. Ich denke, das Hauptziel dieses Buches ist es, ein Andenken für uns zu erschaffen, das wiedergibt, was wir durchgemacht haben. Etwas, das unsere Kinder lesen können und denken Hey, das ist es, was mein Vater damals gemacht hat. Es richtet sich aber auch vor allem an Fans, die KATAKLYSM erst mit den letzten Alben entdeckt haben. Wir haben viele Alben und viele der Leute verstehen unsere älteren Sachen nicht, oder kennen sie gar nicht. Das Buch ist ein guter Weg, mehr über die Band herauszufinden und zu erfahren, was und warum etwas geschah und, dass im Grunde alles wichtig für uns war. Ich denke, es wird sehr interessant zu lesen sein und mit 400 Seiten auch ziemlich lang werden.

Da bin ich aber mal gespannt.

Ja, die Leute, die einige unserer Geschichten gehört haben, haben immer gesagt, dass sie es wert wären, ein Buch darüber zu schreiben. Und letztendlich habe ich mich entschlossen, es zu tun. Ich mag die Idee, aber es ist verdammt lang, haha. Man muss ständig über jedes Detail nachdenken.

KATAKLYSM gibt es nun seit 1991, an was erinnerst du dich aus der Zeit am liebsten?

Der erste Plattenvertrag mit Nuclear Blast ist für mich etwas, an das ich mich sofort erinnere. Nicht viele Bands aus Kanada hatten damals dieses Vergnügen, gerade im Bereich des extremen Metals. Auch an die Zeit, als wir 1995 zum ersten Mal nach Europa kamen, erinnere ich mich gerne. Unsere erste Show in Europa war in Tschechien und ich weiß noch heute, wie es war dort vor so vielen Leuten aufzutreten. Ich fühlte mich, wie in einer anderen Welt, und das nur, um Musik zu machen. Aber, ich denke, der wichtigste Punkt der Bandgeschichte war für mich auch die Veröffentlichung von The Prophecy. Wir setzten damals alles auf eine Karte und wollten alles oder nichts. Wir fingen auf null an und wollten etwas neues aufbauen. Viele Bands verlieren beim siebten oder achten Album vieles an Energie, aber uns geht es besser, als jemals zuvor.

Das Cover Artwork war dieses Mal ja keine gewöhnliche Arbeit, Ihr habt einen Contest gestartet, an dem jeder mitmachen konnte und einen Preis von 500 Dollar auf die beste Arbeit ausgesetzt. Ein Typ namens Tony aus Los Angeles machte das Rennen. Was war die Idee, die dahinter steckte?

Wir wollten einfach etwas anderes ausprobieren. Das letzte Artwork war ja auch umstritten, die einen mochten es, die anderen nicht, weil es eher gewöhnlich war. Da wir unsere Fans respektieren hielten wir das Ganze für eine gute Idee und die Resonanz war auch überwältigend. Wir erhielten ungefähr 400 Vorschläge, die meisten davon sehr nett. Manche waren auch einfach nur verrückt, haha. Wir wählten mit Nuclear Blast die aus, die uns am Besten gefielen und ließen dann die Fans entscheiden. Wir wollten nicht diejenigen sein, die es letztendlich festlegen, wer der Gewinner sein sollte. Deshalb ließen wir die Leute wählen und sie haben entschieden. Ich mag das Cover auch. Früher haben wir das Artwork auch danach ausgewählt, wie gut es zu den Lyrics passt. Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass die Hälfte des Monsters gut ist und die andere Hälfte böse. Es ist die Balance zwischen gut und böse, etwas, dass auch in meinen Texten sehr oft vorkommt. Auch ein Vorschlag aus Deutschland, der einen bizarren Engel zeigte, fand ich sehr gut. Aber die Leute entschieden sich für dieses und wir respektieren das, und deshalb ist es nun das offizielle Cover.

Was denkst du, war seine Intention, als er das Cover geschaffen hat?

Ich weiß nicht, aber ich denke, er ist verrückt, haha! Aber er hat großartige Arbeit geleistet, es sieht sehr, sehr professionell aus! Wir hatten aus aller Welt tolle Vorschläge, jeder hatte gleiche Chancen. Ich weiß nicht, was für Drogen er genommen hat, aber sie haben gewirkt, haha!

Willst du wissen, was meine ersten Gedanken zu dem Cover waren?

Ja.

KATAKLYSM:
Das Cover von In The Arms Of Devastation lässt viel Platz zum Interpretieren

Okay, es ist etwas schräg, wie eure alten Alben und hört sich ungefähr so an: Wie sich das Monster das Herz herausreißt, werden KATAKLYSM etwas softer, etwas weniger kompromisslos, aber da ist immer noch das Monster im Inneren. Die zwei Gesichter drücken die Möglichkeit eines Konfliktes aus. Die Waage deutet auf die Zwiespältigkeit zwischen archaischer Death Metal-Heaviness auf der einen Seite – der Totenschädel – und Bekanntheit und Erfolg auf der anderen Seite – das Gold – hin. Die Ruinen symbolisieren, dass dieser große Kampf nicht nur das Monster selbst betrifft, sondern auch die Welt auseinanderreißt und Aufmerksamkeit fordert. Okay, jetzt töte mich.

Haha, ich töte dich nicht. Ich verstehe sogar, was du meinst und ich finde es sehr cool, dass du das in dem Artwork sehen kannst. Aber, wenn wir das alles für das Geld machen würden, würden wir komplett andere Musik machen. Mit Death Metal kann man kein Geld machen. Es reicht, um davon zu leben, aber man kann sich kein Haus davon kaufen. Jeder, der das glaubt, wird früher oder später eine große Überraschung erleben. Ich weiß, was du meinst, aber für uns ist es eine Art Revolution, es ist eben die Art, wie wir zur Zeit klingen. Wenn wir nur ein Album machen würden, um einer gewissen Gruppe von Leuten zu gefallen, würden wir wahrscheinlich daran kaputt gehen. Wir wollen einfach extreme Musik machen, die sowohl unseren alten Fans, als auch unseren neuen Fans gefällt, die erst seit drei oder vier Alben dabei sind. Es muss also einen gewissen Kompromiss geben, aber wir haben immer extreme Songs dabei, zum Beispiel Blood On The Swans, der praktisch komplett ein Blastbeat ist. Nach Shadows & Dust haben wir mit Serenity in Fire ein ganzes Stück an Härte zugelegt, deshalb haben die Leute vielleicht erwartet, dass wir ein neues Serenity in Fire aufnehmen, aber wir sind eine unvorhersehbare Band. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Sicher ist, dass wir nach wie vor extreme Songs schreiben werden, alles andere wäre nicht KATAKLYSM. Aber ich verstehe, welche Art von Konflikt du meinst, und du hast irgendwo Recht. Aber, nichts von dem, was wir machen, machen wir des Geldes wegen.

Versteh mich nicht falsch, ich mag das neue Album sehr, das waren nur meine ersten Gedanken.

Okay, aber es ist sehr cool, dass du das gesehen hast! Das ist sehr originell, du bist der erste, der das so sagt und ich weiß das wirklich zu schätzen.

Haha, okay. Kommen wir mal zu einem anderen Thema: Es wird einen Video-Clip zu Crippled And Broken geben, den ihr dieses Jahr in Amsterdam drehen werdet. Würdest du mir eine kleine Vorschau geben, was darin zu sehen sein wird?

Wir werden es mit Maurice Swinkles von Lowlifemedia Media aufnehmen. Er ist der Sänger von LEGION OF THE DAMNED und er hat auch das letzte GOREFEST-Video gemacht. Es wird ein Konzept-Video sein, dass auf dem Hintergrund eines Krieges aufbauen, genauer gesagt des Vietnamkrieges, um das Thema der Vietnam-Veteranen zu untermalen und die inneren Konflikte eines solchen Menschen einzufangen. Wir werden es irgendwo in Amsterdam filmen und versuchen, die amerikanische Umgebung zu reproduzieren, wie sie zu solchen Charakteren passt. In Amerika selbst konnten wir es nicht machen, weil wir einfach keine Zeit dazu haben. Und da wir in Holland sowieso mit den NO MERCY FESTIVALs Halt machen werden, haben wir beschlossen, es auf diese Weise zu machen.

Die Limited-Edition der neuen CD wird ein Live-Set aus Strasbourg enthalten, genannt The End Of Serenity: Live In Strasbourg. Ich habe gehört, da soll sehr verrücktes Zeug drauf sein. Was kann man da erwarten?

Ja, haha, es ist ein sehr chaotisches Video. Die Show war wirklich verrückt. Die französischen Fans sind immer sehr verrückt. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vielleicht die besten Märkte für KATAKLYSM, aber Frankreich fühlen wir uns auch sehr verbunden, weil wir aus einem französisch sprechendem Teil von Kanada kommen, und es uns deshalb immer vorkommt, als kämen wir nach Hause. Dort war es komplettes Chaos. Mädchen liefen über die Bühne und fielen über unsere Aufstell-Banner, Gitarrenkabel wurden ausgerissen und die Securities gingen sehr brutal mit den Fans um. Es war eine sehr heftige Show, aber es war gut.

Zudem wird es in naher Zukunft eine Dokumentations-DVD über KATAKLYSM mit dem Titel The Test Of Time geben…

Wir sind sehr beschäftigt, ja, haha.

… was wird darauf sein?

Ähnlich, wie das bereist erwähnte Buch, wird es hauptsächlich eine Video-Dokumentation über die Band sein. Es wird nicht so informativ und detailliert sein, wie das Buch, aber es wird eine Menge Footage darauf sein, die man nicht jeden Tag sieht. Wie wir auf Tour sind, Shows und ähnliches.

KATAKLYSM:
Frankreich fühlen wir uns sehr verbunden, weil wir aus einem französisch sprechendem Teil von Kanada kommen, und es uns deshalb immer vorkommt, als kämen wir nach Hause. Maurizo Iacano erklärt, warum die französischen Shows für KATAKLYSM zu den intensivsten zählen.

Das neue Album endet mit dem Ticken einer Uhr, die – so könnte man es interpretieren – die Tage zum fünfzehnten Geburtstag der Band herunter zählt, den die Band dieses Jahr feiert.

Das ist richtig, im September gibt es KATAKLYSM 15 Jahre.

Was können wir von KATAKLYSM in Zukunft erwarten?

Immer ein Album nach dem anderen, haha. Man kann damit rechnen, dass wir sehr aktiv bleiben, weil wir lieben, was wir tun. Wir haben die Fans hinter uns, was das Ganze einfacher macht. Wie werden einfach unser Bestes geben und euch so etwas zurückzugeben. Wir schreiben unsere Musik nicht nur für uns, sondern natürlich auch für die Fans.

Wie sieht es mit den Tourplänen aus?

Wir werden in Europa die NO MERCY FESTIVALs bestreiten und CANNIBAL CORPSE supporten. In den zwei Wochen werden wir ungefähr 15 Shows mit CANNIBAL CORPSE, FINNTROLL, LEGION OF THE DAMNED und GRIMFIST bestreiten. Es ist sehr cool, weil es diesmal nur fünf Bands sind, nicht sieben oder acht, was jedes Mal viel zu viel war. Wir werden eine sehr verrückte Setlist haben, worauf wir uns zur Zeit vorbereiten.

Nochmal was anderes, wird das neue Album auf Vinyl erscheinen?

Wir haben mit Nuclear Blast noch nicht darüber gesprochen, aber ich würde es sehr, sehr gerne machen. Wir haben sehr lange Zeit kein Vinyl herausgebracht. Im Moment ist es nicht geplant, aber ich hoffe, dass es möglich ist. Ich sähe es auch gerne, wenn alle unsere Alben auf Vinyl erhältlich wären, die es bis jetzt nicht sind. Ich selber sammele nicht wirklich Vinyl, aber viele Leute fragen mich danach, daher wäre es eine coole Sache. Vielleicht als Limited-Edition.

Ich würde es auch begrüßen. Maurizio, ich danke dir für das Interview!

Ich habe zu danken. Ich habe eure Seite vorhin besucht und finde es toll, dass ihr die Zeit dafür aufbringt. Weiter so und wir sehen uns auf Tour!