VELVETSEAL: Lend Me Your Wings

Wie lautet eigentlich die korrekte Stilbeschreibung für den Instant Metal, der rücksichtslos Symphonic, Gothic, Nu, Progressive, Pop und Melodic Metal zitiert? VELVETSEAL passen perfekt in diese Schublade. Die Instrumentenfraktion ist heavy, der weibliche Gesang macht die Lieder zugänglich. Einmal mehr gibt es technisch nichts zu bemäkeln und hinsichtlich der Originalität der Songs wenig zu loben.

Wie lautet eigentlich die korrekte Stilbeschreibung für den Instant Metal, der rücksichtslos Symphonic (Keyboards), Gothic (weiblicher Gesang), Nu (Riffs), Progressive (orientalische Harmonien), Pop (ja, keine Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Strophe) und Melodic (Melodien, soweit noch Platz im Lied ist) Metal zitiert? VELVETSEAL passen wie angegossen in diese Schublade. Die Instrumentenfraktion ist heavy, der Gesang macht die Lieder zugänglich, hat aber nicht genügend Kraft und Melodiegefühl, um echtes Popappeal zu verströmen. Wo ALL ENDS noch mittels zweier Sängerinnen versuchen, für Abwechslung zu sorgen, bevorzugen VELVETSEAL aus Ungarn den klassischen Weg. Einmal mehr gibt es technisch nichts zu bemäkeln und hinsichtlich der Originalität der Songs wenig zu loben.

Es fehlen die verführerischen Melodien, die einen in Fantasiewelten locken. Es fehlt die unverbrauchte Leidenschaft, die einen berührt, wenn man vergeblich nach passenden Worten für seine Gefühle sucht. Die souveräne Umsetzung der Stücke wirkt stellenweise austauschbar. Solche Sachen werden auch in Schweden, Deutschland und Finnland in der gleichen Form produziert. Im Vorprogramm einer etablierten Band würden VELVETSEAL wahrscheinlich sogar eine gute Figur abgeben. Aber niemand wird danach zu seinen Freunden rennen und von der neuen Metal-Hoffnung berichten.

Obwohl die Songs kompakt arrangiert wurden, machen sich nach der Hälfte der Spielzeit Ermüdungserscheinung breit. Die Grundstimmung ist durchgehend eher dunkel und dadurch zumindest für düstere Gestalten mit einer Schwäche für weiblichen Gesang interessant (Anspieltipp: das schleppende Where Statues Cry). Am Ende wird bei This Tragic Overture ein wenig aufs Gaspedal gedrückt. Aber auch diese Episode bleibt konturlos. Die Konkurrenz auf dem Markt ist zudem groß, so dass kompositorisch ausgereiftere Newcomer wie GWYLLION die besseren Karten haben.

Veröffentlichungstermin: 08.05.2009

Spielzeit: 35:41 Min.

Line-Up:
Gabriella Fóti: Gesang
Csaba: Gitarre
David: Bass
Balazs: Schlagzeug
Label: Dark Balance

Homepage: http://www.velvetseal.com

MySpace: http://www.myspace.com/velvetseal

Tracklist:
1. Opening
2. Lend Me Your Wings
3. The One
4. Desperati
5. Torn Within
6. Where Statues Cry
7. The Divine Comedy?
8. FreeFall
9. This Tragic Overture