VAN MORRISON: Duets: Re-Working The Catalogue

Eine tolle Werkschau von VAN MORRISON, gemeinsam präsentiert mit namhaften Stars. Wer an gutem Blues, Soul, Jazz und Country Spaß hat, der kann zugreifen. Fans von VAN MORRISON und/oder den beteiligten Duett-Partnern sowieso!

Jetzt drehen sie wieder durch bei vampster.com und bringen komische Sachen, ist doch ein Hard`n´Heavy-Zine! Klar, aber die Reaktionen auf andere Genrefremde Reviews haben deutlich gezeigt, dass unsere Leser gern mal in andere, vielleicht bisher unbekannte Ecken schauen. Heute also ist das neue Album von VAN MORRISON an der Reihe, um mal andere Töne durch die heimischen Boxen zu schicken. Zugegeben ist VAN MORRISON an mir ziemlich vorbeigegangen, in den entsprechenden Kreisen braucht man ihn garantiert nicht mehr vorstellen. Der Nord-Ire hatte in den frühen 60ern mit der Beat-Band THEM ein paar Hits und ist seit seinem Debütalbum Blowin´ Your Mind von ´67 mal mehr, mal weniger erfolgreich solo unterwegs, meist in der Jazz, Blues, Soul und Country-Ecke. Hier bei uns hatte er seinen großen Durchbruch durch seinen Auftritt beim WDR Rockpalast im April 1982. Mit seinem 35. (?) Studioalbum Duets: Re-Working The Catalogue setzt VAN MORRISON nun seinen Einstand beim Riesen Sony unter dem Banner vom Kult-Label RCA Records. Hierfür hat er Songs seiner gesamten Karriere neu aufgenommen, gemeinsam mit weiteren Größen der früheren Musikgeschichte sowie aktuell angesagte KünstlerInnen. Gääähn, kennt man ja, aber nein. Der knurrige, nicht gerade auf den ersten Blick liebevolle Nord-Ire rührt nicht seine Hits und Klassiker durch die Mühle, sondern greift eher zu nicht so verbreitete Songs. Meist handelt es sich um typische Genre-Standards aus der Zeit der 80er und 90er, denen die beteiligten Künstler oft einen eigenen Stempel aufdrücken, ohne den Hausherren aus seinen eigenen Songs zu verdrängen. So gibt es einen Haufen spannender Songs zu entdecken, die natürlich mit harter Rockmusik nur insofern zu tun haben, das der aus eben diesen Stilen entwachsen ist. VAN MORRISONS Backing Band legt einen passenden Grundstein und bekommt wie die Gäste auch mal Raum, sich zu präsentieren.

Mit dem focker-flockigen Duett Some Peace of Mind beginnt der Longplayer mit einer der allerletzten Aufnahmen des 2014 verstorbenen BOBBY WOMACK, der vor allem in den 70ern und 80ern ein gefeierter Soul/RnB-Star war. Besonders gut harmoniert die knurrig-quäkige Stimme von VAN MORRISON mit den Stimmen der Damen. Schade, Lady Hot Legs JOSS STONE hält sich beim ruhigen Wild Honey doch etwas zurück. Anders die englische Jazz-Sängerin CLARE TEAL oder VAN MORRISONS Tochter SHANE bei Rough God Goes Riding, beide ziehen einen mit cremiger Stimme in den Song. Das Töchterchen steuert auch hier und da mal Backing Vocals bei. Dahinschmelzen kann man bei sentimentalen, soulig-bluesigen Nummern wie Lord, If I Ever Needed Someone, cool durch den Tag swingen mit dem humorvollen Whatever Happened to P.J. Proby, gutgelaunt präsentiert eben mit P.J. PROBY, oder Get On With The Show. MARK KNOPFLER hält sich bei Irish Heartbeat Gentleman-like etwas zurück, das führt aber schnell dahin, dank dem tollen, unverkennbaren Gitarrenspiel mal wieder DIRE STRAITS zu hören. Wieviel Spaß die alten Blues-Herren VAN MORRISON und TAJ MAHAL bei How Can A Poor Boy haben, das kann man deutlich heraus hören. Den meisten Songs tun die Gäste und die Neuauflage richtig gut, bei wenigen hat man eher den Wunsch, sich das Original mal anzuhören. Mein persönlicher Favorit ist ganz klar Streets Of Arklow mit SIMPLY RED-Stimme MICK HUCKNALL. Der Song kommt wie ein Mix aus BOB SEGER´s Turn The Page, WHITESNAKE´s Ain´t No Love In The Heart Of The City und dem Flow von BLACK SABBATH´s Planet Caravan, ist also durchaus Rockkompatibel. Fantastisch, toller Song, ein tolles Gesangsduett, eine tolle Tin Whistle, da muss man sich das Original wohl auch mal sichern. These Are The Days mit einer entspannten NATALIE COLE macht Lust, mal wieder spät-80er BRUCE HORNSBY oder JOHN FARNHAM zu hören. Die erste Single ist der Titel Real Real Gone featuring MICHAEL BUBLÉ, natürlich ist es schlau, auch aktuellere KollegInnen wie eben BUBLÉ oder JOSS STONE einzubinden. Der Sound ist stets gut, zeitgemäß aber nie aufdringlich, Duets: Re-Working The Catalogue erscheint als CD, Doppel-Vinyl sowie als Digital Download.

Eine tolle Werkschau von VAN MORRISON, ein bunter Mix seiner Songs, gemeinsam präsentiert mit namhaften Stars. Ein super Soundtrack für einen entspannten Tag, wer an gutem Blues, Soul, Jazz und Country Spaß hat, der kann zugreifen. Fans von VAN MORRISON und/oder den beteiligten Duett-Partnern sowieso! Und wer – wie ich – erst durch Duets – Re-working The Catalogue wirklich aufmerksam geworden ist auf VAN MORRISON, der wird nun sicher auch mal ausgiebig in seinem umfangreichen Programm an Alben stöbern.

VAN MORISSON: Video zu Real Real Gone featuring MICHAEL BUBLÉ

Veröffentlichungstermin: 20.03.2015

Spielzeit: 76:24 Min.

Line-Up:
Van Morrison – Vocals, Alt Saxophon, Guitar, Acoustic Guitar
Guests:
Vocals – Bobby Womack, Mavis Staples, George Benson, Joss Stone, PJ Proby, Clane Teal, Gregory Porter, Mick Hucknall, Natalie Cole, Shana Morrison, Georgie Fame, Mark Knopfler, Chris Farlowe, Michael Bublé, Taj Mahal
Steve Winwood – Hammond Organ (12)
Mark Knopfler – Guitar (14)

Paul Moran – Hammond, Organ, Piano, Flugel Horn, Trumpet
Dave Keary – Guitars, Acoustic Guitar, Banjo
Paul Moore – Bass
Chris White – Tenor Sax, Tin Whistle
Alistair White – Trombone, Euphonium
Jeff Lardner – Drums
Mike Osborn – Percussion (1, 4, 5, 14)
Abass Dodoo – Percussion (2, 4, 10)
Fiachra Trench – String Arrangements (1, 4, 6, 9)
George Benson – Guitar (3)
David Garfield – Piano (3)
Khari Parker – Drums (3)
Stanley Banks – Bass (3)
Lilliana de los Reys – Percussion (3)
Bobby Ruggiero – Percussion (6, 11, 12, 13), Backing Vocals (5, 7, 13, 14), Drums (7, 14)
Shana Morrison – Backing Vocals (5, 7, 13, 14)
Mark Nightingale – Trombone (11)
Alan Chang – Musican Director, Piano (15)
Josh Brown – Trombone (15)
Marcel Camargo – Guitar (15)
Jean Caze – Trumpet (15)
Marion Felder – Drums (15)
Ryan Lerman – Guitar (15)
Craig Polasko – Bass (15)
Justin Ray – Trumpet (15)
Jacob Rodriguez – Bari Saxophone (15)
Jake Saslow – Alto Saxophone (15)
Jumaane Smith – Trumpet (15)
Nick Vayenas – Trombone (15)
Rob Wilkerson – Alto Saxophone (15)

Produziert von Van Morrison, Don Was und Bob Rock
Label: RCA Records / Sony Music

Homepage: http://www.vanmorrison.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/vanmorrisonofficial

Tracklist:
1. Some Peace Of Mind (BOBBY WOMACK)
2. Lord, If I Ever Needed Someone (MAVIS STAPLES)
3. Higher Than The World (GEORGE BENSON)
4. Wild Honey (JOSS STONE)
5. Whatever Happened to P.J. Proby (PJ PROBY)
6. Carrying A Torch (CLARE TEAL)
7. The Eternal Kansas City (GREGORY PORTER)
8. Streets Of Arklow (MICK HUCKNALL)
9. These Are The Days (NATALIE COLE)
10. Get On With The Show (GEORGIE FAME)
11. Rough God Goes Riding (SHANA MORRISON)
12. Fire In The Belly (STEVE WINWOOD)
13. Born To Sing (CHRIS FARLOWE)
14. Irish Heartbeat (MARK KNOPFLER)
15. Real Real Gone (MICHAEL BUBLÉ)
16. How Can A Poor Boy (TAJ MAHAL)