THYRGRIM: Monument

Wer findet, dass Black Metal zwar unpolitsch, aber dafür umso düsterer, hasserfüllter, aggressiver und stürmischer und zugleich auch melancholisch-depressiv sein sollte, der kann sich mit dieser Platte sicherlich anfreunden.

Wer gerne Black Metal hört, muss sich nicht nur einmal im Leben die Frage anhören: Bist du ein Neo-Nazi?. Diese Frage nervt nicht nur die Fans des Schwarzmetalls, die sich eine unpolitische Musik wünschen, sondern auch immer mehr Black Metal-Bands. Dazu gehören auch THYRGRIM, die deutlich betonen: Black Metal braucht keine Politik. Dieser Aussage sind die Duisburger auch mit ihrem neuen Album Monument, das nach drei langen Jahren Pause veröffentlicht wurde, treu geblieben. Die Platte bekämpft nämlich ganz unpolitisch die Menschheit und ihre Ideale im Allgemeinen. Besonders auffällig ist hierbei, dass die Lieder zwei bis sieben des Albums in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Die geraden Zahlen stehen unter der Überschrift Monument des Kämpfens, während die ungeraden dem Monument des Sterbens zugeordnet werden. Im Laufe des Albums wird schnell deutlich, dass dahinter ein System steckt, weil die Lieder des Monument des Kämpfens laut, schnell und aggressiv sind, während die Lieder des Monument des Sterbens eher ruhig, melancholisch und depressiv wirken.

Schon das Intro Sturmgesang Part 1 verspricht ein düsteres und aggressives Album. In der ersten halben Minute wird der Hörer in eine finstere Stimmung versetzt, indem er ein Unwetter und Kriegsgeräusche zu hören bekommt. Darauf folgt eine eher ruhigere, wenn auch düstere Melodie ohne Gesang. Bei Sturmgesang, dem zweiten Lied, geht es im Gegensatz dazu von Anfang an richtig zur Sache. Extrem schnelle Gitarrenriffs und Drums machen es dem Zuhörer schwer, den Kopf ruhig zu halten. Als dann nach kurzer Zeit auch noch die kräftigen und hasserfüllten Screams des Sängers einsetzen, kann man nur noch Headbangen und lauthals Sturmgesang mit schreien. Der Song kommt wie ein unberechenbarer Sturm und verschwindet auch genauso schnell und plötzlich wieder.
Bare Döden heißt das fünfte Lied, das die melancholisch-depressive Stimmung erneut aufkommen lässt. Vor allem überzeugt es durch ein wunderbares akustisches Gitarrensolo im ersten Drittel, welches das Lied zusätzlich beendet. Bei diesem Stück spürt der Zuhörer den Schmerz und den Hass förmlich. Das sechste Lied Endzeit kracht so los, dass man tatsächlich davon ausgeht, dass die Endzeit gekommen ist, weswegen sich so mancher Zuhörer sicherlich überlegt, sein Leben noch einmal Revue passieren zu lassen und sich von seinen Liebsten zu verabschieden. Bei dem unglaublichen Schwung und Hass, den das Lied übermittelt, wird aber leider die Abwechslung und musikalische Feinheit vernachlässigt. Mit dem Outro Bevor ich gehe wollen THYRGRIM, wie der Titel schon sagt, mit Sicherheit noch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, bevor das Album vorbei ist und sie im übertragenen Sinne gehen müssen. Daher geben die Jungs nochmal alles und schreien bzw. spielen sich die Seele aus dem Leib, bis das Lied letztendlich leise ausklingt. Jetzt ist der Sturm endgültig vorbeigezogen.

Wer also findet, dass Black Metal zwar unpolitsch, aber dafür umso düsterer, hasserfüllter, aggressiver und stürmischer und zugleich auch melancholisch-depressiv sein sollte, kann sich mit dieser Platte sicherlich anfreunden.

Veröffentlichungstermin: 01.03.2011

Spielzeit: 45:30 Min.

Line-Up:
Kain – Vocals und Gitarre
Sturmgeist – Schlagzeug

Produziert von Frank Klein
Label: Nocturnal Empire

Homepage: http://www.thyrgrim.de

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/thyrgrim

Tracklist:
1. Intro (Sturmgesang Part 1)
2. Sturmgesang
3. Zwielicht
4. Des Lebens Zerfall
5. Bare Döden
6. Endzeit
7. Zeit des Abschieds
8. Bevor ich gehe (Outro)