SYSTEM SHOCK sind eine Melodic Death Metal Band aus Schweden, die dieser Tage mit Arctic Inside ihr Debüt raushauen und sich einen Namen in der der Szene schaffen wollen. Und obwohl man wenige greifbare Gegenargumente bieten kann erscheint einem dies beim Hören der Scheibe sehr unwahrscheinlich. SYSTEM SHOCK brettern ohne Intro los und das auf gut deutsch gesagt: melodisch wie Sau. Das Ergebnis erinnert an eine Kreuzung aus DARK TRANQUILLITY, CHILDREN OF BODOM und – genaugenommen – an tausend andere Bands.
Nicht, dass die Schweden nicht spielen könnten, sie machen das sogar sehr gut, aber die Lieder fahren sich in Melodien fest, die in erster Linie eingängig sind, aber erst in zweiter Linie wirklich originell daherkommen. Melodie schreibt man sicher ganz groß im Hause SYSTEM SHOCK, also wird gefiedelt, was das Zeug hält. Und weil das ganze noch nicht kitschig genug ist, nimmt man kurzerhand noch ein Keyboard dazu, das fast unaufhörlich am klimpern ist, was das ein oder andere Mal an alte AMORPHIS denken lässt.
In diesem Licht kommen Lieder, wie Devilwish, Moonlight oder Safe Inside zwar besonders bei Melodic Death-Fans gut an, aber die Band schafft sich damit weder einen eigenen Stil, noch einen Wiedererkennungswert. Arctic Inside kommt nur auf den ersten Blick abwechslungsreich daher, wenn man genauer hinschaut, fühlt man sich aber sehr oft an oben genannte Bands erinnert. Zudem sind sich die Lieder vom Grundaufbau und Ersteindruck einfach zu ähnlich, um zusammen ein großes Ganzes zu bilden.
Man kommt also zu dem Schluss, dass man vieles auf Arctic Inside schon gehört hat. Wenn nicht bei anderen Bands, dann vielleicht sogar auf der selben Platte. Das Keyboard versteht es außerdem sehr schnell sehr nervig zu werden, man spürt, wie die Band sich verkrampft um Eingängigkeit bemüht. Aber sicher ist es im Melodic Death genauso schwer eigenständig zu klingen, wie in anderen Musikrichtungen und am Ende des Tages machen SYSTEM SHOCK aus dieser Musikrichtung nichts neues oder anderes, aber etwas handwerklich sehr solides. Damit in einer überlaufenen Szene Fuß zu fassen, die von den eigenen Vorbildern beherrscht wird dürfte allerdings nicht gerade leicht sein.
Veröffentlichungstermin: 12.06.2004
Spielzeit: 38:28 Min.
Line-Up:
Dimitris Ioakimoglou – Vocals
Lukas Bergis – Gitarrre
Olle Sundfeldt – Bass
S.C. – Keyboards
Markus Engström – Drums
Produziert von Lukas Bergis
Label: Karmageddon Media
Homepage: http://www.sshock.com/
Email: orionorbit@hotmail.com
Tracklist:
01. Devilwish
02. Orbital
03. Fading Star
04. Moonlight
05. Cult Of Orion
06. Safe Inside
07. Bleed It Off
08. Arctic Circle