SINISTER: Syncretism

Ein bisschen Orchester als Neuerung, ansonsten gewohnt erstklassiger Old school Death Metal aus dem Hause SINISTER

Als Synkretismus bezeichnet man das Vermischen verschiedener Religionen oder Philosophien zu einem neuen Weltbild. Soviel also mal zur Begriffserklärung des Titels des Albums der niederländischen Death Metal-Institution SINISTER. Zählt man das 2015er Cover-Album “Dark Memorials” mit, ist “Syncretism” das dreizehnte Album der Band. Und zumindest auf den mir bekannten Scheiben gibt es keinerlei Durchhänger oder ähnliches zu beobachten. Daran ändert sich auch auf “Syncretism” nichts. SINISTER spielen weiterhin den von der Band bekannten und geschätzen gnadenlos brachialen Death Metal amerikanischer Prägung. In den rasenden Passagen nah an CANNIBAL CORPSE oder auch MORBID ANGEL, in den wuchtigeren Parts im Geiste der allmächtigen IMMOLATION – alles was man als Death Metaller braucht um glücklich zu sein.

Doch auf Album Nummer dreizehn haben sich SINISTER orchestrale Unterstützung geholt. Nein, Ihr habt euch nicht verlesen. Allerdings könnt Ihr eure Beruhigungstabletten wieder zur Seite legen. SINISTER machen jetzt keinen auf FLESHGOD APOCALYPSE oder so.  Auch wenn die orchestralen Parts auf so ziemlich jedem Song zum Einsatz kommen, steht doch immer klar und deutlich der Death Metal im Vordergrund. Die Orchester-Einspielungen sorgen mal für ein kurzes Break oder verleihen bestimmten Passagen einen majestätischeren Touch. Das ist gut gemacht und fügt “Syncretism” einfach nur eine weitere Facette hinzu. Die Vermischung zweier eigentlich gegensätzlicher Dinge, um daraus etwas eigenes zu schaffen. Da sind wir dann wieder beim Albumtitel.

Los geht es mit “Neurophobic”. Zu diesem Song hat die Band auch einen ganz coolen Videoclip gedreht. Der Song ist eine astreine High Speed-Abrißbirne. Genau die richtige Wahl, um das Album zu eröffnen. Keine Gefangenen! “Convulsion Of Christ” legt mit einem astreinen Thrash Beat los, nach einem Break samt Orchester in der Mitte walzt das Teil im Mid Tempo alles platt. Und damit hätten SINSTER auch schon meinen Haupt-Kritikpunkt am 2014er Album “The Post-Apocalyptic Servant” ausgemerzt, nämlich den fehlenden Abwechslungsreichtum. Auf “Syncretism” stimmt die Mischung wieder. SINISTER nehmen auch mal den Fuß vom Gas und erdrücken den Hörer mit purer heavyness, immer wieder unterstützt vom Orchester. Schön nachzuhören auch beim Titelsong, der wie schon “Convulsion Of Christ” elegant zwischen Gehacke und Gewalze changiert. Auch in der zweiten Albumhälfte lassen SINISTER nicht nach und haben mit dem vertonten Vorschlaghammer “Black Slithering Mass” oder “Rite Of The Blood Eagle” noch mehr als genug Pfeile im Köcher.

Ja, auf SINISTER ist auch weiterhin Verlass. Album für Album liefern die Niederländer durchgehend hohe Qualität ab. Und wie “Syncretism” zeigt, ist man auch bereit mal etwas neues auszuprobieren, ohne dabei den eigenen Sound zu verraten. Gut gemacht!

Veröffentlichungstermin: 24.02.2017

Spielzeit: 48:19

Line Up:
Adrie Kloosterwaard – vocals
Dennis Hartog – guitars
Bastiaan Brussaard – guitars
Ricardo Falcon – Bass
Toep Duin – drums
    
Produziert von: Jörg Uken @Soundlodge Studio

Label: Massacre Records

Mehr im Netz: www.facebook.com/SinisterOfficial/

Tracklist:
01. Neurophobic    
02. Convulsion of Christ    
03. Blood Soaked Domain
04. Dominance by Acquisition    
05. Syncretism
06. Black Slithering Mass    
07. Rite of the Blood Eagle        
08. The Canonical Rights    
09. Confession Before Slaughter