SINISTER: Deformation of the Holy Realm

SINISTER: Deformation of the Holy Realm

Schlägt man im Lexikon Worte wie konstant, zuverlässig oder berechenbar nach, findet man dort natürlich kein Bild der niederländischen Death Metal-Arbeitstiere von SINISTER. Falls doch, habt ihr ein extrem cooles Lexikon. Sinn machen würde es allerdings, denn diese Attribute passen perfekt zu SINISTER die dieser Tage mit “Deformation Of The Holy Realm” bereits ihr vierzehntes Album unters Volk gebracht haben. Natürlich steht im Line Up mal wieder kein Stein auf dem anderen und neben Frontmann Adrie ist nur noch Drum-Maschine Toep Duin vom Line Up des letzten Albums “Syncretism” übrig. Ist aber eigentlich auch egal, denn trotz deutlich mehr Ex-Mitgliedern als veröffentlichten Alben (habe ich  nachgezählt!) weiß man bei SINISTER, was man bekommt. Und zwar völlig vorhersehbaren Old School Death Metal ohne Überraschungen. Qualitativ schwanken zumindest die mir bekannten Alben höchstens mal zwischen gut und sehr gut.

Death Metal meets Klassik? SINISTER setzen auf Orchesterparts

Das orchestrale Intro “The Funeral March” baut erstmal eine epische Grundstimmung auf, Glockenschläge zum Ende und kurz darauf bricht der Titeltrack mit der SINISTER-typischen Urgewalt über uns herein. Stakkato Riffing und das unmenschlich schnelle und präzise Drumming von Toep Duin pflügen alles um, was nicht bei drei vom Acker ist. Die Orchesterparts von “Syncretism” haben auch ihren Weg auf “Deformation Of The Holy Realm” gefunden, so zum Beispiel in den düsteren Hintergrundchören bei “Apostles Of The Weak” und “Unbounded Sacrilege”. Die Songs würden problemlos auch ohne sie funktionieren, sie tragen aber durchaus zur finsteren Atmosphäre der Stücke bei. Es sind diese kleine Details, die den Unterschied machen, so zum Beispiel auch dieser ungewohnt melodische Gitarrenpart kurz vor dem Ende von “Unique Death Experience”, welches ansonsten eine deutliche Thrash-Schlagseite hat.

“Deformation Of The Holy Realm” ist gewohnt guter Death Metal

“Scourged By Demons” hat dann auch endlich ein paar fies schleppende Passagen, etwas, was ich bei SINISTER zur Auflockerung immer sehr schätze. Leider hält man sich damit auf “Deformation Of The Holy Realm” eher zurück. Das folgende “Suffering From Immortal Death” ist auf der einen Seite die totale Raserei, lässt aber auch ein wenig Melodik aufblitzen. Was Toep Duin hier am Schlagzeug abzieht, ist einfach nur unfassbar. Wird der Kerl pro Anschlag bezahlt? Egal, ansonsten alles wie immer im Hause SINISTER. Für mich persönlich bleibt “Deformation Of The Holy Realm” ein kleines Stück hinter seinem Vorgänger “Syncretism” zurück, ist aber nichtsdestotrotz ein weiteres, erstklassiges Death Metal-Album, welches sicher alle, die SINISTER bisher die Treue gehalten haben, zufrieden stellen wird. Daumen hoch in Richtung Niederlande!

Veröffentlichungsdatum: 29.05.2020

Spielzeit: 44:23

Line Up:
Adrie Kloosterwaard – vocals
Michal Grall – guitars
Ghislaine van der Stel – bass
Toep Duin – drums

Label: Massacre Records

Facebook: https://www.facebook.com/SinisterOfficial

SINISTER „Deformation Of The Holy Realm“ Tracklist

01. The Funeral March
02. Deformation Of The Holy Realm (Audio bei YouTube)
03. Apostles Of The Weak (Lyrics-Video bei YouTube)
04. Unbounded Sacrilege
05. Unique Death Experience
06. Scourged By Demons
07. Suffering From Immortal Death
08. Oasis Of Peace – Blood From The Chalice
09. The Ominous Truth
10. Entering The Underworld

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.