SCAR SYMMETRY: The Unseen Empire

SCAR SYMMETRY: The Unseen Empire

Sie können es also doch noch. Nach dem blutleeren Totalausfall „Dark Matter Dimensions“ scheinen sich SCAR SYMMETRY endlich vom Weggang des ehemaligen Sängers Christian Älvestam (SOLUTION.45) erholt zu haben. „The Unseen Empire“ zeigt die Schweden über große Teile wieder in der Verfassung, die man von ihnen gewohnt ist. Futuristisch angehauchte Arrangements, getragen von melodischen Gitarren, schnellen Soli und großen Gesangslinien, werden durch Brachialspitzen erweitert und kreieren so eine weitgehend eigenständige Variante des Melodic Death Metal, der hin und wieder mit dem flirtet, was heutzutage als Modern Metal bekannt ist.

Mit dem geradlinigen, leicht punkig arrangierten „The Anomaly“ begeben sich SCAR SYMMETRY direkt wieder auf die Siegesstraße zurück und wollen diese im weiteren Verlauf zumindest nicht freiwillig wieder verlassen. Neben denkwürdigen Refrains wie im nahezu growlfreien „Domination Agenda“ oder in „The Draconian Arrival“ stimmt auf „The Unseen Empire“ endlich wieder das Gesamtprodukt. Ob nun in „Extinction Mantra“ ein stampfender Rhythmus unter erhabenen Klargesang gelegt wird, oder man in „Seers Of The Schaton“ zunächst mit einem Frickelsolo loslegt, um dann die Hörerschaft mittels gewaltiger Growls kollektiv in den Boden zu stampfen – das Material zündet endlich wieder.

Im Zusammenspiel aller Elemente konzentriert sich die Stärke von „The Unseen Empire“

Und das obwohl „The Unseen Empire“ längst nicht frei von Kritikpunkten ist. Diese sind zwar eigentlich wenig dramatisch und dennoch lässt sich feststellen, dass das Gesangsduo trotz stark verbesserter Gesangsleistung in punkto Charisma und Wiedererkennungswert immer noch hinter Älvestams prägnanter Stimmfarbe zurücksteht. Die Growls von Roberth Karlsson sind routiniert und wenig außergewöhnlich, während Lars Palmqvists Singstimme makellos, aber ähnlich austauschbar ausfällt.

Die SCAR SYMMETRY-Note bekommt „The Unseen Empire“ folglich erst durch das Zusammenspiel aller Elemente, was gleichzeitig wohl die größte Stärke der Platte darstellt. Hier ist endlich wieder eine Einheit am Werk, die eine genaue Vorstellung davon hat, wo es mit der Band hingehen soll. Ein Umstand, der nicht nur für vieles entschädigt, sondern auch „Dark Matter Dimensions“ vergessen macht. Sie können es eben doch noch.

Veröffentlichungstermin: 15.04.2011

Spielzeit: 43:10 Min.

Line-Up:
Roberth Karlsson: Vocals
Lars Palmqvist: Vocals
Jonas Kjellgren: Guitars
Per Nilsson: Guitars
Kenneth Seil: Bass
Henrik Ohlsson: Drums

Produziert von Jonas Kjellgren
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.scarsymmetry.com

SCAR SYMMETRY „The Unseen Empire“ Tracklist

01. The Anomaly
02. Illuminoid Dream Sequence (Video bei YouTube)
03. Extinction Mantra
04. Seers Of The Schaton
05. Domination Agenda
06. Astronomicon
07. Rise Of The Reptilian Regime
08. The Draconian Arrival
09. Alpha And Omega

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.