PRIMAL FEAR: Black Sun

Bewährte, bodenständige Kost ohne Innovationen aus dem Hause PRIMAL FEAR, auf die sicherlich viele Metaller abfahren werden. Bei mir ruft diese jedoch im Laufe der Spieldauer das "Gähnsyndrom" hervor.

Die deutsche Antwort auf JUDAS PRIEST melden sich mit “Black Sun” zurück im heimischen CD-Player und nach den ersten Hördurchläufen gefällt mir der aktuelle Output besser als der Vorgänger “Nuclear Fire”. Eine großartige Veränderung im Sound von PRIMAL FEAR bekommen wir auch dieses Mal nicht geboten. Traditioneller Heavy Metal teutonischer Prägung mit einem Hauch von internationalem Power Metal. Allerdings wirken die 13 Songs (inkl. Intro) kompakter als zuvor.

Nach dem interessanten Glockenspiel-Intro „Countdown To Insanity“ legt das Quintett in bewährter PRIMAL FEAR-Doublebass-Manier und fetter Gitarrenwand mit dem Titeltrack „Black Sun“ los. Nichts besonderes, rockt aber ganz ordentlich. Nur die Bridge zum Refrain kommt zu „Tralala-mäßig“. Das nachfolgende „Armageddon“ stellt für mich das Albumhighlight dar. Ein cooler Midtempotrack mit feinem Riffing des Gitarenduos Leibing/Wolter und teilweise tieferem Gesang von Ralf Scheepers. Sehr gelungen ist auch der Ohrwurmrefrain. „Lightyears From Home“ ist eher Durchschnittsware und könnte aus der Feder von jeder x-beliebigen Heavy Metal-Combo stammen. Ein Song für die Skip-Taste.

Beim Stampfer „Revolution“, wie auch bei „Magic Eye“ und „Mind Machine“ teilen sich Mat Sinner und Ralf Scheepers die Gesangparts. „Revolution“ ist ganz nett anzuhören, jedoch unspektakulär. Ganz anders wird bei „Fear“ das Eisen geschmiedet. Ein Uptempotrack, aggressiv und headbanging-tauglich. Nach der Hälfte des Albums kommt dann das Problem, welches bei PRIMAL FEAR-Scheiben des öfteren auftritt. Zu gleichförmig und eindimensional kommen die Tracks daher. Getreu nach dem Motto: „Kennste einen, kennste alle“. Es hat den Anschein, dass PRIMAL FEAR die Ideen bei zunehmender Spielzeit ausgehen und sie sich selbst kopieren. Lediglich das an JUDAS PRIEST erinnernde „Mind Machine“ und das treibende „Controlled“ heben sich ein positiver ab.

Bewährte, bodenständige Kost ohne Innovationen aus dem Hause PRIMAL FEAR, auf die sicherlich viele Metaller abfahren werden. Bei mir ruft diese jedoch im Laufe der Spieldauer das „Gähnsyndrom“ hervor.

VÖ: 29.04.2002

Spielzeit: 57:01 Min.

Line-Up:
Ralf Scheepers – vocals

Mat Sinner – bass, vocals

Stefan Leibing – guitars

Henny Wolter- guitars

Klaus Sperling – drums

Produziert von Mat Sinner/Achim Köhler
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.primalfear.de

Tracklist:
Countdown To Insanity

Black Sun

Armageddon

Lightyears From Home

Revolution

Fear

Mind Control

Magic Eye

Mind Machine

Silence

We Go Down

Cold Day In Hell

Controlled