ORDEN OGAN: Final Days

ORDEN OGAN rütteln nicht an ihrer musikalischen Grundausrichtung: Ihren Power Metal spielt die Band auf “Final Days” ohne Überraschungen, aber auf hohem Niveau.

ORDEN OGAN nehmen ihre lyrischen Konzepte durchaus ernst. Die übergreifende SciFi-Dystopie von „Final Days“ ist weder einfaches Beiwerk noch bloßer ‚Selling Point‘. Obwohl die Power Metal-Band an ihrer musikalischen Grundausrichtung nicht rüttelt, findet das Thema doch seinen Weg in die Kompositionen. Da glitcht zunächst der Gesang im Opener „Heart of the Android“, bevor „In The Dawn Of The AI“ uns mit seinen Synthesizern und 56k-Modem-Samples in die Ära der AOL-Internet-CDs entführt. Es ist so simpel und doch so effektiv.

Eigentlich eine Aussage, die für „Final Days“ als Gesamtes stehen könnte. ORDEN OGAN bleiben weitgehend schnörkellos und setzen auf eingängige Refrains, mitreißende Melodien und natürlich das eine oder andere satte Riff – wir sprechen ja schließlich immer noch von Heavy Metal. Mehr braucht es eigentlich auch nicht, vor allem da die Hitdichte im Verlauf der 50 Minuten durchaus hoch ist. Da spielt selbstredend viel Routine mit rein: ORDEN OGAN wissen einfach, wie man Hooks schreibt.

“Final Days” bewegt sich auf hohem Niveau – nur Überraschungen hält das Album nicht bereit

Die erwähnten „In The Dawn Of The AI“ und „Heart of The Android” sind daher auch ein starker Auftakt, wohingegen „Let The Fire Rain“ kurz darauf die hymnische Seite der Band hervorkehrt. Okay, ein wenig Checkliste arbeitet das Quintett auf „Final Days“ schon ab: „Alone in the Dark“ ist ein eher zweckmäßiges Duett mit BROTHERS OF METAL-Sängerin „Ylva Eriksson“, „Interstellar“ der übermotivierte Ruf zu den Waffen („If you never surrender, you will never fall“) und „Black Hole“ darf dank akzentuiertem Riffing und treibender Drum-Patterns die härtere Seite der Band sprechen lassen.

Das alles geschieht – und das ist keine Selbstverständlichkeit – auf durchweg hohem Niveau, nur Überraschungen halten ORDEN OGAN auf „Final Days“ nicht bereit. Spaß machen die Solo-Eskapaden in „Absolution For Our Final Days“ dennoch, zumal die Formation anschließend die Spannungskurve nochmals nach oben schnellen lässt. Mit Unheil verkündenden Background-Chören und hartem Riffing leitet „Hollow“ den letzten Akt ein, der mit dem packenden „It Is Over“ seinen dramatischen Höhepunkt findet.

ORDEN OGAN bewahren Konsequenz

„Five seconds to impact“, vernehmen wir kurz vor Schluss, als uns so langsam schwant, dass diese Science-Fiction-Geschichte vielleicht doch Ernst macht und kein allzu rosiges Ende haben wird. Zugegeben: Das verrät uns ja eigentlich bereits der Titel, aber es ist schön zu sehen, dass auch hier ORDEN OGAN Konsequenz bewahren und eine Konzept-Story einmal mehr zu einem würdigen Abschluss bringen.

Veröffentlichungstermin: 12.03.2021

Spielzeit: 50:37

Line-Up

Sebastian „Seeb“ Levermann – vocals
Tobias Kersting – guitar
Niels Löffler – guitar
Steven Wussow – bass
Dirk Meyer-Berhorn – drums

Produziert von Sebastian „Seeb“ Levermann

Label: AFM Records

Homepage: https://www.ordenogan.de/
Facebook: https://www.facebook.com/ORDENOGAN/

ORDEN OGAN ”Final Days” Tracklist

1. Heart Of The Android
2. In The Dawn If The AI
3. Inferno
4. Let The Fire Rain
5. Interstellar
6. Alone In the Dark
7. Black Hole
8. Absolution For Our Final Days
9. Hollow
10. It Is Over