NORTHER: Death Unlimited

NORTHER: Death Unlimited

Wow, was für eine Überraschung! Fand ich das Vorgängeralbum Mirror Of Madness noch eher durchschnittlich, so haben sich die Finnen NORTHER bei „Death Unlimited“ kräftig am Riemen gerissen.

Klar, die CHILDREN OF BODOM-Ausrichtung ist nach wie vor präsent, jedoch nicht mehr ganz so extrem und den STRATOVARIUS-Einfluss, was die Melodieläufe anbelangt, wurden komplett über Bord geworfen. Regierte auf „Mirror Of Madness“ noch vermehrt Langeweile, vor allem in den sich oft wiederholenden Songstrukturen, so rockt „Death Unlimited“ dermaßen tight in die Fresse. NORTHER sprühen schon nach dem kurzen Intro („Nightfall“) beim Opener „Deep Inside“ vor Spielfreude und das uptempo Death/Thrash-Riffing wird mit geilen Leads und Keyboardsounds verziert. Verbessert wurden auch die Vocals von Fronter Petri Lindroos , der noch hasserfüllter seine Lyrics zum Besten gibt und sich vor einem Alexi Laiho nicht verstecken braucht. Gleich im Anschluss folgt mit dem Titeltrack „Death Unlimited“ das Albumhighlight, welches zunächst heroisch beginnt und sich dann urplötzlich in einen rasanten straighten Smasher par excellence wandelt. Glücklicherweise dachten NORTHER dieses Mal mehr an Abwechslungsreichtum und so platzierte das Quintett mit „Day Of Redemption“ oder „Nothing“ zwei bedrohliche Midtempotracks (mit melancholischen Anteilen) auf das Album, die bei einigen Death Metal-Maniacs sicherlich die Genickmuskeln stark beanspruchen werden. Viel besser wurden auch die Keyboardeinsätze auf „Death Unlimited“ integriert und das teilweise nervige Gedudel der letzten Scheibe ist somit ausgemerzt. Besonders genial sind die fiesen Leadgitarren/Keyboardduelle bei „A Fallen Star“, wo sich die Musiker ekstatisch in einen wahren Rausch spielen.

„Death Unlimited“ hat einen fetten Sound und lässt sich mit stetiger Freude an einem Stück anhören, ohne das die Mucke langweilig wird oder auf die Nerven geht. NORTHER haben gelernt ihre Kompositionen mehr zu durchdenken, spannende Variationen sind kein Fremdwort mehr, die Härte wurde optimal mit catchy Melodien angereichert und CHILDREN OF BODOM haben somit ein angesägtes Bein an ihrem finnischen melodic Death Metal-Thron.

Veröffentlichungstermin: 22.03.2004

Spielzeit: 51:04 Min.

Line-Up:
Petri Lindroos – vocals, guitars

Kristian Ranta – guitars

Jukka Koskinen – bass

Toni Hallio – drums

Tuomas Planman – keyboards

Label: Spinefarm Records

Hompage: http://www.norther.net

Tracklist:
Nightfall

Deep Inside

Death Unlimited

Chasm

Vain

A Fallen Star

The Cure

Day Of Redemption

Beneath

Hollow

Nothing

Going Nowhere

Psycho