MOUSE ON THE KEYS: An Anxious Object

Die kleine Maus auf dem Weg durch die große Stadt. Wundervoll undefinierbare urbane Musik in einem Kleid aus Jazz.

Klavier und Synthesizer = Mäuse, Schlagzeug = Geschwindigkeit der Reise durch die Nacht, Trompete und Saxophon = Gefährliche Weggefährten, Jazz = Die große Stadt in der Nacht

Willkommen in der großen Stadt, kleiner Freund. Wir werden ihn begleiten, über ihn wachen, damit ihm auf seiner Reise vom einen zum anderen Ende der Welt auch nichts passiert. Bisher warst er immer nur in deinem Haus, aber daraus wurde er jetzt vertrieben. Wohin geht es nun mit dir, du kleine Maus? (Completed Nihilism) Durch eine Metropole, die lebt, pulsiert, die sich schnell bewegt. Die Überquerung der ersten Straße in dieser kalten Nacht wird ihm fast zum Verhängnis. Der junge Mäuserich huscht zwischen den Autos hindurch, ich kann gar nicht hinschauen. Aber er ist so flink und geschickt und hat vor niemandem Angst, das mag ich so an ihm. (Spectres de Mouse). Bei der Überquerung der Autobahn wäre es der Maus fast an den Kragen gegangen, jetzt ist sie auch ganz erschöpft. Aber auch neugierig, warum sich hier in dieser dunklen Gasse so viele Artgenossen herumtreiben. In diesem Pulk aus sich seltsam verhaltenden Mäusen steht der Chef der Gemeinde, er hält unseren Helden für einen Spion. Alle kommen langsam näher auf dich zu, das Oberhaupt befiehlt ihn festzunehmen, armer hilfloser kleiner Freund. Aber auch wenn er schreit und fleht: Lasst mich alleine, ich habe euch nichts getan!, kommen sie immer näher und führen ihn der grimmig drein blickenden Obermaus vor. Er glaubt unserer Maus schließlich, dass sie nichts im Schilde führt, aber einfach davon kommen lassen will er den kleinen Helden nicht. (Seiren) Einige Zeit später wachst der Mäuserich auf, kann sich nicht bewegen, Wo bin ich? (Dirty Realism) Da, ein Geräusch! Die Maus fürchtet sich, zittert, siehst ein dunkles Augenpaar in der Nacht und plötzlich kommt sie ans Licht. Eine schöne Mäusedame, die ihn anschaut, beschnuppert und in die er sich sofort verliebt. Sie nagt die Fesseln durch, beeilt sich ganz arg. Plötzlich ein Fauchen hinter den beiden, da ist eine Katze. Schneller, hin zu dem Mauervorsprung, noch zehn Meter, noch fünf, drei, zwei, eins, endlich sind sie da. Im kleinen Mauseloch seiner neuen Freundin. Endlich etwas Zeit uum ausruhen. (Forgotten Children) So gut hat unser Held lange nicht geschlafen, aber plötzlich wird er geweckt, da schnuppert doch jemand an seinen Füßen. Kleine Mäuse überall, die Retterin hat Junge und die freuen sich über Besuch. In einem entfernten Eck des Mauselochs verkriechen sich nun unsere Maus und seine neue Freundin. (Unflexible Grids) Sie reden über die Geschichte des Mäuserichs, wie er vertrieben wurde, darüber, dass er ein neues Heim sucht. Die Mäusedame wurde verlassen, erzählt sie, muss allein für ihre Jungen sorgen, aber Platz ist in dem Heim nicht für einen weiteren Bewohner. Sie entschließen sich in der Stunde vor dem Morgengrauen gemeinsam zu wandern und eine neue Bleibe zu suchen. Da sind die Katzen weniger aktiv und der Verkehr ist geringer. Sie haben Angst. Aber sie sind zuversichtlich. (Double Blind) Die Mäusefamilie trippelt vor den Mauern der Stadt her. Die Katze hat vor einigen Stunden das Interesse zu warten verloren, jetzt läuft die kleine Gruppe Mäuse zwischen dunklen Gassen herum, immer weiter in Richtung Randbezirke der Stadt. Alles ist verdächtig ruhig, aber an Gefahr wird zunächst nicht gedacht. Bis plötzlich unser Held inne hält und etwas hört. Und ja, da ist sie. Eine große Katze, die gerade mit einem verwildertem Kater rangelt, sie sind so vertieft, dass sie gar nicht merken, wie sich eine Reihe kleiner Mäuse an ihnen vorbei schlängelt. An einer Hausmauer entlang, wenige Meter nach dem Katzengerangel sieht die Mäusedame ein größeres Loch in der Wand. Bevor sie loslaufen wird es plötzlich still. Die Katzen haben die Mäuse entdeckt. (Soil) Die kleinen Mäuse wachen auf. Sie wissen gar nicht, wie ihnen geschah. Zusammen mit ihrer Mutter sind sie in ihrem neuen Mäuseloch. Aber unser kleiner Freund fehlt. Er hat sich vor die beiden Katzen geworfen, so dass die anderen Mäuse entkommen konnten. Während die Mäusedame es versucht den Kleinen beizubringen hören sie ein Kratzen am Eingang des Mäuselochs. Sie kann es erst gar nicht glauben, aber unser Held schleift sich mit letzter Kraft in die neue Behausung. Er atmet schwer, hat Bisspuren, aber lächelt. Draußen geht langsam die Sonne auf. (Ouroborous)

MOUSE ON THE KEYS lassen sich nicht mit anderen Bands vergleichen, sie passen in kein Genre, auch wenn sie ein Kleid aus Jazz tragen, das haben wir schon vor kurzem auf Sezession gemerkt. Die Einflüsse aus Trip Hop, Rock und Avantgarde werden hier deutlicher verarbeitet und mit viel Liebe zu unbeschreiblichen Songs gestrickt. Hör dir bitte diese einmalige Band an, tauche ein in dieses wunderbare, poetische Universum und gestalte deinen eigenen Film im Kopf. Gerade Forgotten Children, Double Blind und Ouroboros sind zum Sterben schön, eine Perle für diejenigen, die nach neuer Musik suchen und sich darin total verlieren wollen. Dass sich MOUSE ON THE KEYS und ihr Label auch bei der Aufmachung nicht haben lumpen lassen ist schon fast selbstverständlich. An Anxious Object ist eine ganz große Kaufempfehlung für diejenigen, die auch außerhalb vordefinierter Genregrenzen neue, unschätzbar wertvolle Musik entdecken wollen. Was da oben steht, ist meine Interpretation zu An Anxious Object. Ich würde auch gerne deine lesen.

Veröffentlichungstermin: 16. April 2010

Spielzeit: 35:22 Min.

Line-Up:
Akira Kawasaki – Drums, Piano
Atsushi Kiyota – Piano, Keyboards
Daisuke Niitome – Piano, Keyboards
Keisuke Ikeda – Piano, Visuals

Gastmusiker:
Daisuke Sasaki – Trompete auf Seiren
Jun Nemoto – Sopransaxophon auf Soil

Produziert von Takaaki Mino und MOUSE ON THE KEYS
Label: Denovali Records

Homepage: http://www.mouseonthekeys.com

MySpace: http://www.myspace.com/mouseonthekeys

Tracklist:
1. Completed Nihilism
2. Spectres de Mouse
3. Seiren
4. Dirty Realism
5. Forgotten Children
6. Unflexible Grids
7. Double Blind
8. Soil
9. Ouroboros