MOTORGOAT: The Days Of Thirst [EP] [Eigenproduktion]

Schmutziger Rock and Roll, der nicht durstig genug ist. Mehr saufen = mehr Vollgas geben.

Vielleicht habe ich in letzter Zeit etwas zu viel DISFEAR und ZEKE gehört, sofern das überhaupt möglich ist. Aber wenn man schmutzigen Rock and Roll spielt, dann sollte man auch Vollgas – und wenn ich schreibe Vollgas, meine ich V-O-L-L-G-A-S – geben. MOTORGOAT haben leider nicht die Crustvergangenheit von DISFEAR, und das MOTOR im Bandnamen sollte auch nicht zu starke Erinnerungen an MOTÖRHEAD erwecken. Ehrlich gesagt führte mich das ein wenig in die Irre und sorgte für etwas andere Erwartungshaltungen. Trotzdem, diesen dirty Rock and Roll-Krieg kann man mit einem langsam dahin kriechenden Panzer nicht gewinnen, weil die Luftwaffe (um bei auch für Lemmy verständlichen Vergleichen zu bleiben) den ratzfatz ausbombt. MOTORGOAT haben vielleicht nicht die dicksten Eier im Musikgeschäft, aber sie haben Eier. Von BLACK LABEL SOCIETY inspirierte Riffs, treibende und satte Grooves, sowie pumpende Bassläufe sorgen für eine wasserdichte Instrumentalfraktion. Der Gesang hingegen ist etwas zu bemüht dreckig, hat nicht die Kraft, sich durch die Riffwand wirklich durchzusetzen – hier muss ebenfalls noch gearbeitet werden.

Immerhin, Alcoholic Supernover, Curse Of The Motorgoat und Werewolves On Wheels sind schön rockende Nummern, die gut gespielt und ordentlich produziert sind. Eingängige, wenn auch stets recht ähnliche Riffs und gute Hooks sorgen für kurzweilige Unterhaltung, die bestimmt auch live gut kommt. Das doomige und langsame Titelstück lässt dann wirklich Erinnerungen an frühe BLACK SABBATH wach werden; in über sieben Minuten zieht sich die Nummer aber doch ein wenig hin. Wenn die Oberpfälzer Burschen etwas aus dem Midtempo ausbrechen würden, dann wäre The Days Of Thirst vielleicht sogar ein kleines Hitscheibchen geworden. Auf einer EP geht das gerade noch gut, aber auf Albumlänge würde es ziemlich sicher langweilen, den immer ähnlichen Grooves zu folgen. Normalerweise ist Bands zu raten, weniger zu saufen und mehr zu proben. Vielleicht sollten MOTORGOAT aber etwas mehr saufen, um noch mehr wie die Assis loszulegen und mit Vollgas den Teeniemädchen die Schlüpfer wegzuzaubern. Jungs, das ist es doch, was ihr eigentlich wollt, oder? Also, los geht´s! Ich bin gespannt, wie eure Reise weiter geht.

Veröffentlichungstermin: 2011

Spielzeit: 19:20 Min.

Line-Up:
Matthias – Gesang
Raffael – Gitarre
Benedikt – Bass
Simon – Drums

Produziert von Stefan Fimmers und MOTORGOAT
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.facebook.com/themotorgoat

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/motorgoat

Tracklist:
1. Alcoholic Supernova
2. Curse Of The Motorgoat
3. Days Of Thirst
4. Werewolves On Wheels