LOU REED & METALLICA: Lulu [2 CD]

LOU REED & METALLICA: Lulu [2 CD]

Prolog:

METALLICA haben es wieder getan. Alleine die Ankündigung mit der THE VELVET UNDERGROUND-Legende LOU REED an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, hat die rockaffine Musikwelt in Erstaunen versetzt. Das sensible Biotop Metal-Gemeinde zeigte sich gespalten. Spätestens als „The View“ (schönes Aronofsky-Video) die Runde machte, war für die einzig wahren, allerbesten Freunde des Schwermetals endgültig Schluss mit lustig. Die extragroßen Messer wurden schon Tage vor dem Release aus dem Keller geholt und tagelang über allen Schleifsteinen des world-wide-will-auch-was-sagen-web gewetzt. Es sei ihnen verziehen. Wer hat denn auch schon einen stilechten „Kill ´Em All„-Hammer zu Hause?

Am Morgen des L-Day gab es noch einen letzten, großzügigen Spritzer vom allerfeinsten Politurmittelchen. Die versammelten Schlachtutensilien wollten schließlich gut versorgt sein. Wenn man schon nicht mit konstruktiver Kritik glänzen kann, dann doch wenigstens mit dem Werkzeug. Die metallicasche Schweizergarde tat es ihnen gleich und rüstete zur Verteidigung ihrer METALLICA-Heilichkeit nochmal kräftig auf. Die zahlreichen an Kleingeistigkeit schwer zu toppenden Äußerungen beider Seiten, ließen jedenfalls den Schluss zu, dass es tatsächlich Leute da draußen gibt, die bereit dazu waren und es vermutlich immer noch sind, alles und jeden platt zu machen, der, die, oder das „Lulu“ abfeiert bzw. in die Tonne tritt.

Da lob ich mir doch Dicke-Hose-DANKO JONES. Dieser ließ via Twitter verkünden, seine gesamte METALLICA-Sammlung aus Enttäuschung über „Lulu“ veräußern zu wollen und foppte damit bravourös alle Engstirnigen, die der Fake-Meldung des vermeintlichen, populären Feindbildes bzw. strategischen Partners prompt zum Opfer fielen. Die „Lulu“-Hater fühlten sich bestätigt, die devoten „Lulu“-Lover gingen steil.

Kurzum, es war ein Bild zum niederknien: Während am Himmel die Bashing- und Verteidigungs-Geier in Lauerstellung kreisten, wurden besonders belesene Kollegen mit kleinen Laternen aus den Untiefen der Kulturressorts zurück an die Erdoberfläche geleitet, um gemeinsam mit den dort ansässigen Normalos, den gespannten Anhängern beider Kollaborationspartner, auf die Ankunft „Lulu“s zu warten.

Es kam wie es kommen musste. „Lulu“ avancierte zur mit Abstand polarisierendsten Veröffentlichung im Starkstromjahr 2011 und das schon lange bevor der Doppeldecker überhaupt das grelle Licht der Öffentlichkeit erblicken konnte. Anders als vor knapp 100 Jahren, war dies aber nicht den nach wie vor kontroversen Inhalten der beiden, von Frank Wedekind (1864-1918) in jahrelanger Arbeit zur Doppeltragödie „Lulu“ (1913) vereinten, Dramen „Erdgeist“ (1895) und „Die Büchse der Pandora“ (1902) geschuldet. Die spießbürgerlichen Abwehrmechanismen des 21. Jahrhunderts greifen schon lange bevor es um Inhalte geht. Was der Dichter Christian Morgenstern (1871-1914) in „Die unmögliche Tatsache“ („Palmström“) 1910 mit den Worten „Weil (…) nicht sein kann, was nicht sein darf“ so unnachahmlich auf den Punkt gebracht hat, steht nach wie vor dem künstlerischen Selbstverständnis entgegen, Kunst als etwas Verbindendes und Grenzenloses zu betrachten.    

Das Ziel möglichst schnell mit einer „Lulu“-Kritik am Start zu sein, rückte für mich mit jedem Hördurchgang immer weiter in die Ferne. Der Eigenanspruch war hoch. Zu hoch. Es war mir einfach zu wenig, nur mal eben einen Blick zu erhaschen. Nein, ich wollte von diesem Monster gefressen werden und mich anschließend so lange von innen nach außen in ihm vorkämpfen, bis ich wieder draußen bin. Gesagt, getan. Das Problem war bzw. ist nur, dass dieses Monster verdammt groß ist. Soll heißen, ich stecke immer noch da drin.

Erster Aufzug:

Der Schuldige für mein Dilemma war schnell ausgemacht. Frank Wedekind.     
Dieser Mann, der als Wegbereiter des expressionistischen Dramas gilt, war mehr Rock´n´Roll als viele derer, die sich heute so bereitwillig mit diesem seit jeher rebellischen Attribut schmücken. Wedekind, dessen Karriere nach erfolgreich abgebrochenem Literatur- und Jurastudium, neben der Ausübung schriftstellerischer Aktivitäten zunächst auch mit einer „anständigen“ Beschäftigung als Vorsteher des Reklame- und Pressebüros bei Maggi (ja, die mit dem vielen Fertiggelumpe) begann, sah sich mit seinem künstlerischen Wirken schon früh Widerständen gegenüber. Nachdem er Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund des, unter dem Pseudonym Hieronymos veröffentlichten, Gedichtbeitrags „Im heiligen Land“, welcher in der berühmten Palästina-Nummer der historisch als hochbedeutsam angesehenen gesellschaftskritischen Satirezeitschrift „Simplicissimus“ erschien, vorübergehend ins Ausland (Zürich, Paris) geflohen war, um einer Verhaftung wegen Majestätsbeleidiung zu entgehen, musste er nach seiner Rückkehr 1899 mehrere Monate Untersuchungs- und Festungshaft verbüßen. Wedekind war ein vielseitiger Kunstschaffender, der nicht nur als Journalist, Dichter und allen voran als Dramatiker wirkte, sondern auch als Liedermacher, Schauspieler und Dramaturg in Erscheinung trat.

Für alle die wissen wollen worum es bei „Lulu“geht, hier eine kurze Inhaltsangabe zu Wedekinds Hauptwerk:

„Gezeigt wird der gesellschaftliche Aufstieg des faszinierenden, ungehemmt triebhaften Mädchens Lulu (…). Lulu wird als Kind von einem reichen Zeitungsverleger (Schön) von der Straße aufgelesen. Er erzieht sie und macht sie zu seiner Geliebten, verheiratet sie aber schließlich mit seinem Freund Dr. Goll, um sich selbst mit einem reichen Mädchen verloben zu können. Das Stück beginnt (…) in einer Malerwerkstatt, wohin Goll Lulu bringt, um sie porträtieren zu lassen. Lulu bleibt mit dem Maler (Schwarz) allein zurück und verführt ihn. Der zurückkehrende Goll, der die beiden überrascht, wird vom Schlag getroffen und stirbt. Lulu wird die Frau von Schwarz, ist aber noch immer Schöns Geliebte. Als Schwarz dies erfährt, schneidet er sich die Kehle durch. Lulu wird Tänzerin in einer Revue. Sie bringt Schön zum Bewusstsein, dass er ihr rettungslos verfallen ist, und zwingt ihn, seine Verlobung aufzulösen. Später ist sie mit ihm verheiratet und betrügt ihn mit Freunden und Lakaien. Als Schön sie überrascht, will er Lulu zwingen, sich das Leben zu nehmen. Doch statt sich selbst erschießt sie ihn.
Der 2. Teil des Stücks (Die Büchse der Pandora, J.K.) zeigt Lulus Niedergang und Ende. Nachdem es ihren Freunden gelungen ist, sie aus dem Gefängnis zu befreien, flieht sie mit ihnen nach Paris, wo sie – wieder mit einem anderen Mann (Alwa) verheiratet – ein hochstaplerisch-luxuriöses Leben führt. Vor einem Mädchenhändler, der sie in den Orient verkaufen will und sie auf ihre Weigerung hin bei der Polizei denunziert, flieht sie nach London. Im Schlussakt haust sie – zusammen mit ihrem heruntergekommenen Vater, Alwa und einer lesbischen Verehrerin (Gräfin Geschwitz, J.K.) völlig verarmt in einer erbärmlichen Dachkammer in London (…). Sie (…) holt sich Kunden von der Straße. Einer von ihnen schlägt Alwa. (Ihr) letzter Kunde ist Jack the Ripper, der sie aufschlitzt und tötet“ (Irene Augustin, Manfred Zimmermann: Frank Wedekind: Lulu. Eine Unterrichtseinheit für den Grundkurs Deutsch des dritten Kurssemesters. Berlin 1997, S. 47) .

Das Bürgertum war nicht nur von dem Skandalstück, um die emanzipierte Hauptfigur „Lulu“ schockiert. Bürgerschreck Wedekind war Zeit seines Lebens mehrmals wegen der Verbreitung unzüchtiger Schriften angeklagt. Viele seiner Stücke wurden zensiert, Aufführungen seiner Stücke mündeten in Theaterskandalen. Wedekind kritisierte die bürgerliche Scheinmoral und rief das vermeintlich schwache Geschlecht zur Selbstentfaltung auf. 

Zweiter Aufzug:

„Lulu“ ist eines dieser äußerst selten gewordenen Alben, die einem schnell und unmissverständlich zu verstehen geben, dass sie auf unser aller Kostbarstes angewiesen sind, um sich im vollen Glanz präsentieren zu können. Zeit. Viel Zeit. Eine echte Herausforderung, schlägt doch schon der einmalige Genuss des kompletten Doppeldeckers mit knapp 90 Minuten zu Buche. „Lulu“ ist Zeit aber nicht genug, es fordert mehr. Eine aufgeschlossene Geisteshaltung gegenüber Kunst, insbesondere Literatur und avantgardistischen Klängen, und nicht zuletzt Zuhörer, die „Lulu“ als das anzunehmen wissen was es ist. KEIN METALLICA-Album! Es steht nicht umsonst LOU REED & METALLICA auf der Verpackung.
Hinter „Lulu“ verbirgt sich ein opulentes, textlastiges und streckenweise durchaus anstrengendes Klangkonglomerat, auf dem eine fast 70-jährige, nach wie vor sehr experimentierfreudige, Rocklegende, nochmal so richtig auf die Kacke hauen wollte und es auch getan hat. Zur möglichst intensiven musikalischen Gestaltung seiner, wie schon auf dem 2003er-Werk „The Raven“ überwiegend in Spoken Word-Manier vorgetragenen, „Lulu“-Bearbeitungen, die zum Ziel haben das Wesen eben jener literarischer Figur zu erfassen, ging REED mit METALLICA ins Studio. Letztere haben, wie nicht anders zu erwarten, ihre prägnante Duftmarke hinterlassen. Und denoch ist „Lulu“ in vielerlei Hinsicht alles andere als vorhersehbar.

METALLICA machen auf „Lulu“ etwas, dass sie noch nie getan haben. Sie nehmen sich kollektiv zurück, üben sich in der Kunst der Reduktion. So geht mir James „The Riff“ Hetfield in Anbetracht der zum Teil recht langen Songs, teilweise fast schon zu sparsam mit seinen Zöglingen um. Dafür nimmt er auch mal die Akustikgitarre zur Hand. Lediglich bei vier Nummern (alle auf Disc 1) tritt der METALLICA-Fronter als ergänzender zweiter Sänger in Erscheinung. Kirk Hammett rifft und schrammelt mit Hetfield um die Wette, schmückt die Räume der Songs mit kleinen Licks und Soundmalereien aus. Ein richtiges Hammett-Solo taucht leider nur beim BLACK SABBATH-Gedenkwalzer „The View“ auf. Gut, bei „Dragon“ steht Hammett auch für 40 Sekunden mit Saitengeschrubbe, Tremolohebel und Wah Pedal im solistischen Scheinwerferlicht, kann aber in der Form keine bemerkenswerten Farbtupfer setzten, was TOM MORELLO mit dem gleichen Setup wohl eher gelungen wäre. War vielleicht die Monotonie das Ziel? Egal, mit dem nahezu vollständigen Fehlen von Soli hat man wertvolles dynamisches Potential verschenkt. Den Fehler hat man schon bei „St. Anger“ gemacht.
Wegen  seiner „I Don´t Give A Fuck“-Attitüde, der polarisierenden Wirkung aber vor allem aufgrund seiner Schroffheit, erweist sich eben genanntes 2003er Werk gar als essentiell, wenn man den bandeigenen Backkatalog nach Referenzen beleuchtet. Ich finde es jedenfalls am treffendsten METALLICAs „Lulu“-Input, als eine Kreuzung aus „St. Anger“ und der eher rock-orientierten 90er-Schaffensphase („Metallica„, „Load“, „Reload“, „Garage Inc.“, „S&M„) zu charakterisieren. Auch die grandiose Produktion erinnert an die Bandreleases der zweiten 90er-Hälfte. Näher komm ich nicht ran. METALLICAs Beitrag zum Gesamtwerk „Lulu“ lässt sich nicht in ein Korsett pressen. 

Nach gutem Start gibt es auf Disc 1 mit dem speedigen aber nur wenig mitreißenden „Mistress Dread“, bei dem auch LOU REED nicht so recht in die Spur kommen will, einen Durchhänger zu vermelden. Das nachfolgende „Iced Honey“ weiß dagegen, wie schon der Opener „Brandenburg Gate“ als kompakter Rocker inklusive Hetfield-Gesangsparts zu überzeugen. Letztere finden sich auch auf  „The View“, das noch am ehesten als typische METALLICA-Nummer durchgeht. Hetfield kann vielleicht nicht mehr röhren wie ein junger Elch, wenn er gegen Ende des Songs aber sein letztes „I Am“ ins Mikro schmettert, wissen alle Schlümpfe wo Papas Haus steht. Der erste 10 Minuten-Sprenger „Cheat On Me“ glänzt ebenso wie das im direkten Vergleich deutlich metallischer daherkommende „Pumping Blood“ (geile Twin-Lead-Gitarren im Outro) durch einen geschickt arrangierten Spannungsaufbau und harmonische Breaks  – die Streicher sind beim ersten Schlusstrack mehr als nur das Salz in der Suppe.

Wer glaubt, der Sprechgesang von Onkel LOU wäre auf Dauer zu monoton, unterschätzt die pulsierende Leidenschaft eines alten Mannes, die sich in stetigen dynamischen (laut-leise), rhythmischen (schnell-langsam) und emotionalen (wütend-traurig) Veränderungen äußert und den jeweiligen Stücken in ihrer Funktion als Verkörperung menschlicher Gefühlskarusselle durchaus so etwas wie eine Melodie verleiht.

Plattenwechsel. Für das Main-Riff von „Frustration“ stand offensichtlich der bereits vom 1998er Cover-Doppelalbum „Garage Inc.“ bekannte BLACK SABBATH-Kracher „Sabbra Cadabra“ Pate. Jedenfalls meine ich bei dem äußerst geschickt mit laut-leise-Dynamik spielenden Groover diese, von den Jungs hochverehrte, Inspirationsquelle rauszuhören. Die letzten drei Minuten dieses Stücks zählen für mich zu den genialsten „Lulu“-Momente überhaupt. Fiebsende Strecher, LOU REED steigert sich von murmeligem Flüsterleise zu keiffendem in Rage-Laut…und Action! Mit „Little Dog“ folgt der mit Abstand ruhigste Song des gesamten Albums, dem sich auch Lars „The Bass Drum“ Ulrich so betont entspannt und songdienlich nähert, dass das fragile Feeling der Nummer über die komplette Spieldauer erhalten bleibt. Robert Trujillo, der auf dieser Produktion endlich mal gut zu hören ist drängt sich mit seinem Spiel zwar nie in den Vordergrund, kann aber durchaus Akzente setzen. Ich hoffe ja immer noch, dass die Jungs irgendwann ein Einsehen haben und das selbsterlegte Loudness War-Opfer „Death Magnetic“ noch einmal neu eintüten. Der schwächste Track auf Disc 2 ist „Dragon“. Es gibt hauptsächlich viel Text, ansonsten ist hier einfach zu wenig los für ein Stück von 11-Minuten Länge. Als „Lulu“-Closer hat man sich das Magnum Opus „Junior Dad“ aufgehoben. Hier zeigen LOU REED & METALLICA wohl am eindrucksvollsten wie man es richtig macht. Ein episches, atmosphärisch dichtes Stück, das gekonnt den Bogen zurück zum Anfang der Reise schlägt und dessen mehrminütiges Outro alleine den Streichern gehört. Großartig.

Dritter Aufzug:

Neben LOU REED & METALLICA bilden die feinfühligen Streicherarrangements die unverzichtbare dritte Säule im „Lulu“-Klangtempel, der in dieser Form wohl einzigartig ist. Es ist das Zusammenspiel des großen Ganzen, das diesem, in nur drei Monaten eingezimmerten, musikalischen Mammutwerk eine ganz spezielle Eigendynamik verleiht und „Lulu“ zu weit mehr als nur der Summe seiner Einzelteile werden lässt. Diese „Lulu“ wird garantiert als Faszinosum in die Musikgeschichte eingehen, weil sich hier ein Dutzend Vollblutmusiker versammelt  haben, in deren Zentrum mit LOU REED & METALLICA zwei unsterbliche Musiklegenden stehen, die ihrer Kreativität freien Lauf ließen, ohne Herz und Hirn außer Acht zu lassen und so aus dem Antrieb purer Lust etwas Neues erschuffen, das es so zuvor einfach nicht gab. Eine Leistung, der ich als Fan, Musiker und Kritiker tiefsten Respekt zolle. 

Dem viel gescholtenen Querdenker LOU REED möchte ich für dieses melancholische Epos ausdrücklich danken. Er hat verdammt gut daran getan METALLICA mit der Vertonung seiner bildhaften „Lulu“-Lyrics herauszufordern. Die METALLICATS waren ihrerseits mutig genug, diese Herausforderung anzunehmen und haben damit ihren Ausnahmestatus im Rockzirkus weiter zementiert. Dieser König klammert sich nun mal nicht an seinen Thron. Er scheut keine Risiken, geht auch da hin wo es hässlich ist und kann sich doch seit 20 Jahren immer darauf verlassen am Ende wieder dort zu stehen, wo er erst durch seine Eigensinnigkeit, Leidenschaft und dem Glück der Tüchtigen hingekommen ist. Oben.
REEDs Anhänger werden sich wegen des ganzen Tumults bestimmt eins gelacht haben und „Lulu“ wie jedes andere LOU REED-Album nach dem üblichen Blindkauf in den heimischen Player legen, es sich bei einem Gläschen Wein im Wohnzimmer-Sessel gemütlich machen und gespannt darauf warten, was ihr Held dieses Mal ausgeheckt hat. 

Im Nachwort zu „Lulu“ wird ein Notizhefteintrag Wedekinds angeführt, indem dieser seine Einstellung zur Kunst darlegt. Dort heißt es: „Wenn der große Haufen mich fragt: Was will der Dichter? – so ist meine Antwort: Er muß!“ Zuvor berichtet er davon, dass seine Arbeit dem großen Haufen ein Buch mit sieben Siegeln sei. Die klanggewordene „Lulu“ teilt dieses Schicksal, muss aber anders als Wedekind, um ihre naturbedingt begrenzte Zuhörerschaft fürchten und das obwohl gerade Metal doch ein ach so aufbegehrendes subkulturelles Dasein für sich beansprucht. Irgendwas läuft da gewaltig schief, denn wenn man sich nicht einmal mehr hier der Herausforderung stellen will, steht es wirklich schlecht um die Klangkunst.

Veröffentlichungstermin: 28.10.2011

Spielzeit: 40:04 Min. / 47:16 Min. Min.

Line-Up:

Lou Reed: Guitars, Continuum, Vocals
James Hetfield: Guitars, Vocals
Lars Ulrich: Drums
Kirk Hammett: Guitars
Robert Trujillo: Bass

Additional Musicians:
Sarth Calhoun – Electronics
Jenny Scheinman – Violin, Viola & String Arrangements
Megan Gould – Violin
Ron Lawrence – Viola
Marika Hughes – Cello
Ulrich Maas – Cello on „Little Dog“ and „Frustration“
Rob Wasserman – Stand Up Electric Bass on „Junior Dad“
Jessica Troy – Viola on „Junior Dad“

Produziert von Lou Reed, Metallica, Hal Willner & Greg Fidelman
Label: Vertigo

Homepage: http://www.loureedmetallica.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/LouReedMetallica

Tracklist:

Disc 1:
1. Brandenburg Gate
2. The View
3. Pumping Blood
4. Mistress Dread
5. Iced Honey
6. Cheat On Me

Disc 2:
1. Frustration
2. Little Dog
3. Dragon
4. Junior Dad

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