Interessant, was uns die vier Pariser da überstülpen. Schweden-Death mit Hardcore-Vocals gibt es ja zu genüge, aber verfrickelter US-Death passt, wie ich durch KORUM feststellen muss, ebenso gut zu Hardcore-Geschrei. Aber nicht nur das fließt bei den vier Jungs ein, auch deutliche Jazz- und diverse Metalcore-Einflüsse hört man heraus, womit der Gesamteindruck um einiges verbreitert wird.
Aber vorherrschend ist technischer Death Metal, der glücklicherweise nicht von permanenten Blast-Beats untermauert ist, sondern die meiste Zeit mit leicht jazzigen Beats im Uptempo-Gewand daherkommt. Trotzdem gibt es fette Double Bass- und Blast Beat-Attacken, die ordentlich Radau machen. Die Gitarren gehen in eine ähnliche Richtung, disharmonisches Spiel trifft auf satte Riffs, THE DILLINGER ESCAPE PLAN verabreden sich mit MORBID ANGEL zu einer kleinen Jam-Session, lassen ihre ganz extremen Ausbrüche aber mal zu Hause.
Easy Listening ist No Dominion deshalb noch lange nicht, ein forderndes Hörerlebnis, das nicht gänzlich over the top ist trifft die Sache schon eher. Ein wenig konfus ist No Dominion immer und anfangs nervt die Scheibe auch ziemlich, doch mit der Zeit gewinnt man immer mehr Freude an dem gut gemachten, interessanten Album, das mit viel Raffinessen aufwartet, liebevoll durcharrangiert wurde und von versierten Musikern dargeboten wurde. Man braucht sicherlich mehrere Hördurchgänge um sich mit der verdrehten Welt von KORUM anzufreunden, die erstklassigen Songs auf dem toll aufgemachten Album sind es jedoch wert machen und KORUM zur besten (französischen) Death-Jazz Entdeckung seit GOJIRA.
Veröffentlichungstermin: 13. April 2004
Spielzeit: 31:27 Min.
Line-Up:
Olivier Delecroix – Vocals
Nicolas Coudert – Guitars
Christophe Nedelec – Bass & Vocals
Boban Tomic – Drums
Label: Sekhmet Records / Twilight Vertrieb
Homepage: http://www.korum.org
Tracklist:
1. Reminder
2. Away
3. Thorns and Despair
4. Soars
5. The First
6. Ex Post Facto
7. Decide
8. Damage
9. Abyss