KIDCRASH: Snacks

Urbane Kinderbuchpoesie zwischen Mathrock und Chaoscore. Zuckersüß.

Lecker! Diese Snacks sind so süß wie die schrägen Geister auf dem Cover dieses Albums und doch liegen sie nicht schwer im Magen. KIDCRASH heißen die Verursacher dieses seltsamen Gebräus und sie verstehen es vortrefflich, den Hals vom Kopf zu schrauben, ohne dass es den Hörer irgendwie stört. Im Gegenteil, Snacks ist ein wunderbar sympathisches Album zwischen Mathrock und Chaoscore, das mit viel Liebe zum Detail gesegnet ist und eine Fülle von Ideen bietet, die nicht auf reißerischen Effekten basieren, sondern einfach auf unschuldiger Verspieltheit. Wie ein kleiner Junge, der voller Faszination nicht die Anleitung seiner Ritterburg befolgt, sondern plötzlich einen ausgewachsenen Legoroboter vor sich hat.

Entsprechend frei sind KIDCRASH von jeglichen Genrefesseln, sie liefern einfach nicht zu wilde, eigenbrötlerische Gitarrenmusik ab, die vielleicht im Emocore und Hardcore verwurzelt ist, aber wie urbane Kinderbuchpoesie anmutet. In etwas mehr als einer halben Stunde zeigen KIDCRASH, wie mühelos technische Spielereien klingen können und wie dezent abgefahrene Musik gekleidet werden kann. Wo DAUGHTERS und PSYOPUS nur mit Lautstärke reißen können, zeigen sich KIDCRASH von ihrer vergleichsweise leisen Seite, und liefern sieben unwahrscheinlich gute Songs ab, die alle restlos überzeugen können. Doch auch wenn Snacks wie leicht aus der Hüfte klingt, hier steckt enorme kompositorische Arbeit dahinter. Und wer das nicht glaubt, der rufe sich nach nur dreimaligem Hören bitte eine bestimmte Stelle von Snacks ins Gedächtnis. Na, doch so eingängig?

Nur weil etwas leicht ins Gehör geht, muss es noch lange nicht catchy sein. Diese fiese Taktik zelebrieren KIDCRASH mit so viel Freude und Spaß, dass es absolut ansteckt. Snacks wird garantiert öfter als nur ein paar Mal im Player rotieren, und das obwohl es definitiv ein Album für gewisse Stunden ist, aber der Magie von Wound Eraser und Brains Snares kann man sich einfach nicht entziehen. Daneben ist auch noch die Produktion schön erdig und transparent ausgefallen, hier werden die komplexen, oftmals unverzerrten Gitarrenläufe schön beleuchtet, während der Gesang nicht zu sehr im Vordergrund steht und der Gesamteindruck schön nach Underground klingt. Dazu noch ein zum Sterben schönes Artwork, ach, ich könnte euch knuddeln. Kurz und gut: KIDCRASH made my day.

Veröffentlichungstermin: 30. Oktober 2009

Spielzeit: 32:51 Min.

Line-Up:
Kevin Brouse
John Gee
Buster Ross
Alex Gaziano

Label: Denovali Records

Homepage: http://www.thekidcrash.com

MySpace: http://www.myspace.com/thekidcrash

Tracklist:
1. Space Between Mountains
2. Where Nerves Where
3. Grim Collections
4. Wound Eraser
5. Slow Applause
6. Brain Snares
7. Sleeper Wave