HOVERT: Omyt

Da hat mir mein „liebevoll“ zusammengestelltes Promo-Päckchen wieder eine schöne Überraschung auf den Gaben-Tisch gezaubert: HOVERT, ein (lt. Info) Ein-Mann-Depressive-Black Metal-Projekt aus Russland, mit einer EP, die sich mit dem Antinatalismus (inkl. diesem Wikipedia-Link im gedruckten Info), dem Leben bis zum Tod und dem Ende des Lebens in der Natur widmet. Interessanterweise sind im Booklet der CD dieses Ein-Mann-Projektes dann zwei Musiker abgebildet. Na, wir wollen mal nicht so streng sein.

Immerhin kommt es dann insgesamt doch nicht so schlimm wie befürchtet.

HOVERT mit antinatalistische Atmosphäre

Die genre-typische Rumpel-Mumpfel-Produktion ohne Tiefe und Transparenz ist noch einigermaßen anhörbar, obwohl es mir schleierhaft ist, warum sowas heutzutage künstlich reproduziert werden muss. Immerhin handelt es sich um echte Drums, auch wenn sie vermutlich im Kartoffel-Keller aufgenommen wurden. Die Gitarren-Sounds sind allerdings recht gut gelungen.

Musikalisch bewegt man sich in den beiden Songs des antinantalistischen Teils der EP im schleppenden Bereich, mit den üblichen Schrammel-Gitarren mit Ein-Finger-Melodien und ist hörbar bemüht, eine kalte Atmosphäre aufzubauen und Ausweglosigkeit zu verbreiten. Dazu wird verzweifelt gekrächzt. Der zweite Song ist dann interessanterweise ein Instrumental mit ausschließlich cleanen Gitarren und Cello, das positiv überrascht.

Warten auf das Cello

Auch der zweite, dem Leben als Warten auf den Tod gewidmete Teil „Pendulum“ mit seinen zwei Songs klingt jetzt nicht wesentlich anders und nutzt die zur Verfügung stehenden Stilmittel auf gleichem Niveau weiter.  Hier ist die Tatsache, dass der zweite Song ein ruhiges Instrumental mit cleanen Gitarren und Cello ist, dann auch schon weniger überraschend.

Und auch der dritte Teil „Omyt“ – wir erinnern uns: Tod in der Natur – wird uns nicht enttäuschen. Ein schleppender Song mit fiesen Gitarren und Krächzen? – Check! Als ob das alles noch nicht reicht,  gibt es mittendrin dann noch Dungeon-Synth-Sounds. Zur Erholung gibt es danach noch ein, na was wohl? Richtig –  Instrumental mit cleanen Gitarren und Cello.

“Omyt” ist ganz nett

Ich muss zugeben, dass ich mit der EP nicht wirklich was anzufangen weiß und daher eventuell die falsche Person bin, das zu reviewen, aber von meinem Standpunkt aus, sind die Songs durchaus vernünftig ausgearbeitet und gut eingespielt, der Sound, den das Genre braucht, wird auch gut getroffen, es gibt ein Konzept, man hat sich Mühe mit Artwork und Inhalt gegeben –  aber trotzdem kommt das bei mir einfach nur als „ganz nett“ an. Und ich bin mir ziemlich sicher, das ist nicht der Effekt, den die Band erreichen wollte.

Release Date: 31.10.2020

Label: Thalheim Records

HOVERT “Omyt” Tracklist:

1 Antinatalism I
2 Antinatalism II
3 Pendulum I
4 Pendulum II
5 Omyt I
6 Omyt II

Line-Up:

Alever- Vox, Guitars, Cello, Keys
Dismal – Drums

https://hovert.bandcamp.com/