Vor knapp einem halben Jahr haben RETALIATION mit ihrem Album Seven für mehr als nur einen Achtungserfolg gesorgt. HATEPRISON sind sozusagen ihre kleinen, regionalen Brüder, die auch den Fuß nicht vom Gaspedal nehmen können und Brutalität auf hohem Niveau zelebrieren wollen. Rise Of The Dead, die Debüt-EP der seit 2007 aktiven fränischen Death Metal-Band hinterlässt auch genau diesen Eindruck. Blast Beats gibt es reichlich in den vier Songs der EP zu hören, ebenso drückende, schwere Momente, alles wild und schnell arrangiert und überraschender Präzision ausgestattet, wie man sie bei einer so jungen Band nicht erwarten dürfte. Das Drumming fällt besonders auf, auch wenn hier sicherlich ein wenig Studio-Schneidetechnik zum Erreichen der Präzision geholfen hat. Aber auch die Gitarren und das Bassspiel halten das hohe Niveau des Schlagzeugs. Dass die Songs dabei nur selten wirklich interessant klingen, ist da schon ein wenig enttäuschend. Es gibt viermal solide Genrekost zu hören, zwischen ORIGIN und HATE ETERNAL. Das Ergebnis ist schnell, furios, konsequent, aber kalt und nicht wirklich mitreißend, ebenso wie die recht gewöhnlichen Splatterlyrics.
Rise Of The Dead hat dennoch ein paar Lichtblicke parat, Dinner For One beginnt mit unverzerrten Gitarren und bietet im Zusammenspiel mit Schlagzeug und Bass schöne rhythmische Momente, Immortal Combat verbindet die Energie einer jungen Band mit intelligentem Songwriting und gewitzten Ideen. Die restlichen Songs sind bei allem musikalischen Niveau aber nur mäßig interessant, auch wenn es immer wieder Momente gibt, die aufhorchen lassen. So wird nicht mit Bleifuß durch die Songs gefetzt, HATEPRISON schalten immer wieder ein wenig zurück, um leicht melodische Momente einzubauen. Hoffen wir aber, dass sich das kommende Album mehr auf ungewöhnliche, spannende Songs konzentriert, als auf die sichere Brutal Death-Seite. Der Grundstein ist gelegt, dennoch liegt noch eine Menge Arbeit vor HATEPRISON
Veröffentlichungstermin: 3. Dezember 2010
Spielzeit: 15:08 Min.
Line-Up:
Laudi – Guitar, Vocals
Aevi – Guitar
Böha – Drums
Julian Welsch – Session Bass
Label: Rising Nemesis Records
MySpace: http://www.myspace.com/hateprison
Tracklist:
1. Hordes Of Zombies
2. Dinner For One
3. Shotgun Divine
4. Immortal Combat