GUERRILLA: Kickstart Revolution [Eigenproduktion]

Hat dir eigentlich schonmal jemand mit ´nem Vorschlaghammer ´nen Scheitel gezogen?

5 Jahre mussten ins Land ziehen, bis die Zeit für ein neues GUERRILLA Album reif war. Und so verlieren die Kölner auch keine Zeit und kommen nach einer Begrüßung durch Bud Spencer auch direkt auf den Punkt. Wobei auf den Punkt kommen hier relativ ist, legen GUERRILLA doch nach wie vor nicht ihr Hauptaugenmerk auf Eingängigkeit.
Stattdessen frönt der Fünfer immer noch seiner eigenen Mischung aus Thrash und Death Metal mit ein paar Einflüssen aus der Modern Metal- und Core-Ecke. Darüber hinaus legt die Band auch Wert auf Melodik, was die Sache aber auch nicht leichter verdaulich macht. Das Material ist dabei zum Großteil im Mid-Tempo angesiedelt, was mir persönlich eigentlich nicht so zusagt, in diesem Fall aber eine logische Konsequenz darstellt, welche aus den Rahmenbedingungen zu ziehen war. Denn wer würde sich diese Mixtur wohl gern als High Speed-Geballer anhören wollen? Ich jedenfalls nicht. Stattdessen bündeln GUERRILLA ihre Stärken zu einem hochgradig energiegeladenen Gebräu, das zwar auf den ersten Schluck ein wenig seltsam schmeckt und zäh die Kehle herunter rinnt, sich aber als wahrer Zaubertrank mit Langzeitwirkung entpuppt.
Versucht man den Sound konkret in seine Einzelheiten zu zerlegen, findet man schnell einige vertraute Unreinheiten in dem Wust, welche eine genauere Beschreibung des Stils erlauben. Dies sind zwar auch nur Näherungen, aber der Thrash Metal-Anteil, der sehr oft groovig daherkommt, lässt sich am ehesten mit dem neueren Schaffen von ARTILLERY oder TESTAMENT vergleichen. Wohlgemerkt weitgehend einen Gang runter geschaltet. Der Death Metal-Einfluss manifestiert sich vor allem im songwriterischen Anspruch, den GUERRILLA an sich stellen und ihrer Herangehensweise, als auch in hektischen Frickel-Attacken. Einige klassische Death Metal-Versatzstücke und ein deutlicher NECROPHAGIST-Einfluss in der Harmonieführung festigen diesen Eindruck. Dazu dann noch das Beste aus 7 Jahren Metalcore, et voilà.
Fertig ist ein feines, eigenwilliges Album, das zwar ein bisschen an seinen zu wenig variablen Songs leidet, Freunden anspruchsvolleren Thrash Metals aber trotzdem schwerstens ans Herz zu legen ist.
P.S.: Wer meiner Empfehlung, sich das Album in der schicken Metalldose (inklusive Aufkleber) zu kaufen, nicht nachkommt und die Songs kostenlos herunterlädt, muss auf den Bonustrack Plagueraiser verzichten.

Veröffentlichungstermin: 17.01.2010

Spielzeit: 40:29 Min.

Line-Up:
Christoph Buchheim – Bass
Martin Below – Sclagzeug
Sven Bodsch – Gesang
Alex Bartkowski – Gitarre
Timur Slapke – Gitarre

Produziert von GUERRILLA
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.guerrilla-metal.com

MySpace: http://myspace.com/guerrilla666

Tracklist:
01 Into The Mire
02 Plagueraiser
03 Vengeance
04 Maniac Melodies
05 Shatter The Swastika
06 Cenadium Dawn
07 United In Demise
08 Armada
09 Die At The Stake
10 Candour To Live