Bei FOR THE SORROW handelt es sich nicht – wie Bandname und -logo vielleicht anklingen lassen – um eine weitere austauschbare Metalcore-Combo, sondern um ein musikalisch recht interessantes Einmannprojekt, das sich gekonnt zwischen die Stühle setzt und eine treffende Einordnung deshalb umso schwerer macht. Die 6-Track EP „Liberate“ fackelt auch nicht lange herum, sondern startet nach dem kurzen Intro „Kickstart“ gleich mit dem gelungenen „Sorrow“ durch. Der Titel verschmelzt gekonnt Death Metal mit progressiven Anleihen, wechselt im Refrain sogar von tiefen Growls zu melodischem Klargesang. Insgesamt ist schon der Opener selbst zugleich charakteristisch für die komplette EP. Einen Großteil ihrer Frische erreicht „Liberate“ nämlich durch die hörbare Experimentierfreudigkeit von David Timsit, seines Zeichens kreativer Kopf hinter FOR THE SORROW.
„Liberate“ bietet viel Tiefgang
So mischt „Scarred“ Elemente des Hard Rock mit extremem Metal, während mit der Powerballade „Requiem“ ebenso ruhige Töne angeschlagen werden. Von Pianoklängen getragen, ergänzen das Stück im weiteren Verlauf E-Gitarren- und sogar Geigenklänge, ohne jedoch die Nummer zu einem klischeebeladenen Schmachtfetzen mutieren zu lassen. Ein solcher Vergleich wäre ohnehin Fehl am Platz, denn dafür bietet „Liberate“ schlicht zu viel Tiefgang. Abgeschlossen wird die Scheibe durch den Instrumentalrocker „91 Dirt Street“, der zwar beileibe nicht schlecht ist, aber für meinen Geschmack in der Länge ruhig noch ein wenig hätte gestrafft werden können.
Ansonsten überzeugt das Erstlingswerk von FOR THE SORROW mit gelungenem und abwechslungsreichem Metal, der vor allem von musikalisch aufgeschlossenen Naturen gerne angetestet werden darf. Ein Projekt, das man für die Zukunft im Auge behalten sollte.
Veröffentlichungstermin: 30.01.2009
Spielzeit: 19:31 Min.
Line-Up:
David Timsit: Vocals, Guitar, Bass, Drums
Produziert von David Timsit
Label: Eigenproduktion
Homepage: http://www.forthesorrow.de
FOR THE SORROW „Liberate“ Tracklist
01. Kickstart
02. Sorrow
03. Scarred
04. Liberate
05. Requiem
06. 91 Dirt Street