Hmm… welche Musik einen da wohl erwartet? ETERNAL GRIEVE ist so ein neutraler und unverbrauchter Bandname, und auch der völlig klischeefreie Albumtitel Mourning gibt keine weiteren Hinweise… legt man die CD dann ein, so ist die Überraschung groß: die Band hat sich dem stereotypen Beauty and the Beast-Gothic Metal der Marke THEATRE OF TRAGEDY verschrieben, wie er bereits tausendfach, meist mehr schlecht als recht, kopiert wurde. Die meisten dieser Kopien waren überflüssig, und auch ETERNAL GRIEVE fallen in diese Kategorie. Die ziemlich billigen Keyboards, denen Markus Hastreiter über sehr lange Zeit nur einen einzigen Sound entlockt – Streicher, wer hätte das gedacht? – und die häufig das führende Instrument sind, kleistern alles zu, während die Gitarren doch sehr in den Hintergrund geraten und sich auf simple Powerchords beschränken, die zur Untermalung der Keyboardriffs und -melodien dienen. Im Line-up ist im übrigen kein Drummer auszumachen, und in der Tat klingen die sehr klinischen Drums verdächtig danach, als hätte sie der kleine Bruder von Angelo Sasso eingespielt – zumindest hat man einen verdammt schlechten Triggersound gewählt für die Bassdrum, denn diese klingt dermaßen künstlich und drucklos, dass sie kaum noch als solche zu erkennen ist, was gerade bei den recht häufigen Doublebass-Passagen negativ ins Gewicht fällt. Überhaupt ist die Produktion ziemlich dürftig, weil ziemlich matschig und verwaschen.
Während Thomas Müller mit seinen Grunts und Schreien eine recht gute Figur macht und auch durch die eine oder andere eingestreute cleane Passage für Abwechslung sorgt, kann Sängerin Sandra Sättele mit ihrem monotonen, dünnen Elfenstimmchen absolut keine Akzente setzen. Gekrönt wird der musikalisch wie textlich nur so vor Klischees triefende Gothic Metal übrigens von Wind, Gewitter, Wolfsgeheul und anderen Geräuschen, die noch keine Band zuvor benutzt hat. Das alles wäre ja noch zu verkraften, wenn die durch und durch unoriginellen Songs wenigstens gut wären, doch auch hier wird der Hörer enttäuscht. Das Album ist eine Ansammlung von Standardharmoniefolgen, die bei jedem, der schon mal ein stilistisch ähnliches Album gehört hat, höchstens noch für ein Gähnen sorgen werden und Hörer mit einem gewissen musikalischen Anspruch sofort vertreiben werden, zumal es nicht einmal gute Hooklines gibt.
Wer noch eine schlechte THEATRE OF TRAGEDY-Kopie braucht, und sei es nur zu Forschungszwecken, darf hier gerne zuschlagen. Alle anderen sollten lieber die Finger von Mourning lassen.
Veröffentlichungstermin: 2003
Spielzeit: 43:13 Min.
Line-Up:
Michael Erhard – Bass
Thomas Müller – Gesang
Sandra Sättele – Gesang
Markus Hastreiter – Keyboard
Andreas Wolf – Gitarre
Hompage: http://www.eternalgrieve.de
Email-Adresse der Band: eternalgrieve@gmx.de
Tracklist:
1. Darkened skies
2. Nameless cross
3. Relieve
4. Fading away
5. My love
6. Nightmare
7. Die in my arms
8. Tears from an angel´s eye