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ENTRY: Detriment

Na klar, Hardcore-Punk gehört zu SOUTHERN LORD wie ein veganer Falafel auf die Imbisskarte eines AJZ. Und weil das Label von SUNN o)))-Boss Greg Anderson schon jede Menge starke Hardcore-Alben veröffentlicht hat und weil selbiger auch ein Hardcore-Kid gefangen im Körper eines Fünfzigjährigen ist: Was soll da bitteschön schiefgehen? Fangen wir doch ganz am Anfang an: ENTRY sind so etwas wie das gemeinsame Kind von Sängerin Sara G. und ihrem Partner, Gitarrist Clayton Stevens, der auch bei TOUCHÉ AMORÉ anheuert.

Beide teilen eine Liebe für Hardcore-Punk von DISCHARGE über TRAGEDY bis CONVERGE und hatten Bock auf ihre eigene kleine Band. So weit, so romantisch. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitstreitern an Bass und Drums legen ENTRY nach der schmissigen 7“-Single „No Relief“ nun ihr Debütalbum vor – 9 Stücke mit einer selbst für diese Szene sehr knappen Länge von 15 Minuten bietet „Detriment“, das so konservativ wie energiegeladen daher kommt.

ENTRY ist mit „Detriment“ eine ordentliche Hommage gelungen – nicht mehr, nicht weniger

In Sachen Geschwindigkeit wissen ENTRY immerhin auf Abwechslung zu achten: Mal gibt es Mosh-Stampfer zu hören („Not Your Decision“), dann sind die vier Kalifornier wiederum recht flott unterwegs („Vulnerable“). Gut klingen sie vor allem, wenn ein Hauch von Melodien in der Gitarrenarbeit steckt, wie in „These Feelings“. Am Ende gibt es mit „Demons“ den genretypischen, schleppenden Abschluss zu hören, der durchaus beeindruckt. Auf diese Art und Weise gefallen ENTRY denen, die von frühen RINGWORM oder auch den CRO-MAGS nicht genug bekommen können.

Insgesamt bietet „Detriment“ aber doch unspektakuläre Kost. Den vier Kaliforniern ist eine ordentliche Hommage gelungen, aber nichts für die Geschichtsbücher. Solide produziert und mit Furor gespielt – und vor allem gesungen, respektive gehustet – ist dieses sehr knappe Debütalbum ein Snack für zwischendurch, wenn man nicht die immergleichen Klassikerbands hören will. Weil ENTRY aber sympathisch und mit viel Esprit rüberkommen und die neun Songs objektiv in allen Belangen echt in Ordnung gehen, findet sich „Detriment“ knapp über dem Durchschnitt wieder.

Wertung: 5 von 9 im Moshpit feiernde Greg Andersons

VÖ: 17. Juli 2020

Spielzeit: 14:41

Besetzung:
Sara G – Vocals
Clayton Stevens – Guitar
Sean Sakamoto – Bass Guitar
Chris Dwyer – Drums

Label: Southern Lord Recordings

ENTRY„Detriment“ Tracklist

  1. Intro
  2. Your Best Interest (Video bei Youtube)
  3. Vulnerable
  4. Secondary
  5. Selective Empathy
  6. These Feelings
  7. Not Your Decision
  8. Control
  9. Demons

 

Mehr im Netz:
https://entry.bandcamp.com

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