ENFORCER: Zenith

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Endlich ist es nach vier langen Jahren wieder soweit. Neues von ENFORCER! Und das gleich in zweifacher Ausführung! „Zenith“ erscheint „normal“ und zusätzlich als spanische Version. Dieses Album haben ENFORCER extra für ihre südamerikanischen Fans aufgenommen, da diese laut Band „die besten Fans der Welt“ sind. Überraschenderweise handelt es sich nicht um die gleiche Scheibe mit etwas spanischem Bonus. Nein! Das Werk für die Fans in Südamerika wurde komplett mit spanischen Lyrics versehen, die Sänger Olof Wikstrand für mein Empfinden gekonnt umsetzt.

Aber schenken wir unser Ohr doch erst einmal der für europäische Ohren eingespielten Scheibe.
Die vorab veröffentlichte Single „Die For The Devil“ ist bereits sehr vielversprechend und macht definitiv Lust auf mehr. Der Titel ist gleichzeitig Opener auf „Zenith“, man fühlt sich schnell ein paar Jahre zurück versetzt. Der Track könnte, abgesehen vom glasklaren Sound der Gegenwart, auch auf einer Metal Ballads Platte aus den späten 80ern stammen. Eingängiger Heavy Metal, bei dem man schon beim ersten Hören weiß, dass dieses Album nicht so schnell aus dem Player verschwinden wird.

ENFORCER lassen es langsamer krachen!

ENFORCER haben sich vom Speed Metal distanziert, was nicht bedeutet, dass er nicht hier und da durchrutscht und man sich doch an die Wurzeln der Band erinnert. Die einmal von ENFORCER nicht wegzudenkende Geschwindigkeit wurde nicht nur beim Opener gedrosselt. Große Teile von „Zenith“ bestehen aus Heavy Metal im Midtempo. „Zenith Of The Black Sun“, „The End Of A Universe“ und auch „Serching For You“ kommen etwas härter rüber. Letzteres kracht mit quietschenden Gitarren und bollernden Drums ordentlich. „One Thousand Years Of Darkness“ reiht sich im klassischen Heavy Metal Gewand an und macht einfach nur Spaß! Ja, zu meckern gibt es hier wenig. „Sail On“ nervt mit zu vielen völlig unnötigen O-HO-HOs und „Forever We Worship The Dark“ ist mir lyrisch zu minimalistisch. Über beides kann man aufgrund der Klasse dieser Scheibe aber hinwegsehen.

Frontman Olof Wikstrand brilliert auf „Zenith“ erneut!

Frontman Olofs Stimme brilliert ein weiteres Mal und kommt auch bei langsameren Titeln wie „Regrets“ fantastisch rüber. Eingeleitet von Pianoklängen erinnert die spanische Version verdammt an GIANNA NANNINI. Und das obwohl natürlich klar ist, dass sie nicht spanisch rockt. Das spanische ENFORCER Album klingt unfassbar nach Gute-Laune-Metal. Ich kann mich schwer entscheiden, welche Scheibe mich mehr begeistert. Während die eine vielleicht wirklich das beste ENFORCER Album bisher ist, erfreut die andere natürlich mit ungewohnter Frische.
Schlussendlich endet die Scheibe mit der Fast-Halb-Ballade „Ode To Death“ mit einem weiteren Highlight, inklusive den obligatorischen ENFORCER Screams.

Mit „Zenith“ haben ENFORCER ein weiteres starkes Album auf den Markt gebracht. Eine deutliche Weiterentwicklung in Richtung Midtempo Heavy Metal wurde hier vollzogen. Ob die Band nun auf ihrem „Zenith“ angekommen ist? Hoffen wir es nicht. Diese Scheiben schreien nach mehr!

Veröffentlichung: 26.04.2019

Spielzeit: 46:38 min.

Line-Up:
Olof Wikstrand: Vocals,Guitars
Jonas Wikstrand: Drums
Tobias Lindkvist: Bass
Jonathan Nordwall: Guitars

Label: Nuclear Blast

Im Netz: https://de-de.facebook.com/enforcerofficial/

Tracklist ENFORCER „Zenith“:

01. Die For The Devil (Lyrics-Video bei YouTube)
02. Zenith Of The Black Sun
03. Searching For You (Lyrics-Video bei YouTube)
04. Regrets
05. The End Of A Universe
06. Sail On
07. One Thousand Years Of Darkness
08. Thunder And Hell
09. Forever We Worship The Dark
10. Ode To Death
11. To Another World (Bonus Track Digipak)

Anke Braun
Anke ist seit 2016 bei vampster, kümmert sich um Reviews und zieht mit Charme und Kamera bewaffnet durch Metalkonzerte. Lieblingsbands: PRONG, HELLYEAH, DEATH ANGEL, SODOM. Genres: Heavy Metal, Speed/Thrash Metal.