DREAM UNENDING / WORM: Starpath [Split]

Was man aus Doom-Death alles machen kann: DREAM UNENDING und WORM experimentieren auf ihrer Split „Starpath“ aus verschiedenen Blickwindeln mit den Grenzen des Genres.

Zwei völlig verschiedene Wege zu den Sternen, die sich dennoch ähneln: DREAM UNENDING und WORM laden zur interstellaren Reise ein, einer spannenden Reise. Sowohl DREAM UNENDING als auch WORM bringen in ihr jeweiliges Genre neue Impulse durch die furchtlose Kombination von dem, was ansonsten nur selten verbunden wird. Im Zentrum steht Doom-Death, der mal blumig-proggig und mal boshaft und nahe am Black Metal ist. Das tolle Artwork von Mark Riddick zeigt ziemlich genau, was die Rezipienten erwartet – und welche Gestalt welche Band verkörpert, wird sehr schnell deutlich.

Neue Impulse im Doom-Death: Sowohl DREAM UNENDING als auch WORM fügen dem Genre neue Facetten hinzu

Schon das letztjährige „Song Of Salvation“ zeigte, dass DREAM UNENDING keine typische Doom-Death-Band sind. Ihr Beitrag zu dieser Split geht aber noch weiter: Die beiden Musiker spielen ihre Variante der grimmig-langsamen Musik noch ausufernder und bunter als in der Vergangenheit. „So Many Chances“ ist sehr progressiv, reiht jazzige Soli an Fusion-Gitarren und lässt die Komposition größtenteils ziemlich entspannt fließen. Zwischendurch wird es melodisch, nur um wenig später wieder verkopfte Brücken zwischen den Stilen zu schlagen. „If Not Now When“ punktet mit einem starken Mainriffiff und baut eine Atmosphäre auf, wie sie PALLBEARER auf ihrem jüngsten Album „Forgotten Days“ auffahren“, allerdings mit noch mehr Prog-Spielereien. Das Problem an diesen beiden Songs ist aber identisch zum letzten Album: Die Musik geht nicht zu Herzen.

Nach über 20 Minuten Gitarrengenudel zeigen sich WORM deutlich grimmiger und schrulliger als ihre Splitpartner. WORM spannen dreimal den Bogen zwischen symphonischem Black Metal wie STORMKEEP (heute) oder OBTAINED ENSLAVEMENT (damals) und Doom Death. Das klingt in der Praxis deutlich besser als in der Theorie. Erstens sind WORM ordentliche Instrumentalisten, zweitens lenken sie Ihre Songs sorgfältig zwischen den Polen und erschaffen eine schauerliche, aber auch kosmische Atmosphäre. In „Ravenblood“ dominiert die Black Metal-Seite und ist stellenweise noch recht kitschig, „Midwinter Tears“ ist etwas zerfahren und konfus, aber „Sea Of Sorrow“ mit seinen virtuosen Leadgitarren, tollen Früh-ANATHEMA-Riffs, grimmigen Vocals und kraftvollem Uptempo-Finale ist dann das eindeutige Highlight auf „Starpath“.

„Starpath“ zeigt instrumental große Klasse, zu Herzen gehen aber weder DREAM UNENDING noch WORM

Gute Split-Releases waren in den letzten Monaten eher rar gesät, dabei ist dies eines der spannendsten Formate, um bekannte Bands in einem neuen Kontext und auch mal außerhalb der Komfortzone zu erleben. DREAM UNENDING zeigen sich in ihren beiden Longtracks sehr progressiv im Sinne der Siebziger, verlieren aber immer wieder ihre Kompositionen aus den Augen und schaffen es nicht, emotional mitzureißen. WORM brauchen etwas, bis sie sich ins Herz der Hörenden spielen, haben aber am Ende die Sympathien auf ihrer Seite. So oder so, wer Lust auf Unkonventionelles auf diesem Genre hat, ist genau richtig – sofern man damit leben kann hat, dass es die großen, emotionalen Gänsehautmomente woanders gibt.

VÖ: 20. Oktober 2023 (digital) / 24. November 2023 (Vinyl, CD & Tape)

Spielzeit: 44:45

Line-Up:
DREAM UNENDING:
Justin DeTore – Drums, Vocals
Derrick Vella – Guitars, Bass

WORM:
Phantom Slaughter – Vocals, Guitars, Keyboards
Wroth Septentrion – Guitars
Necreon – Session Bass
L. Dusk – Session Drums

Label: 20 Buck Spin

DREAM UNENDING / WORM „Starpath“ Tracklist

1. So Many Chances (DREAM UNENDING)
2. If Not Now When (DREAM UNENDING)
3. Ravenblood (WORM)
4. Midwinter Tears (WORM)
5. Sea Of Sorrow (WORM)

Official Full Album Stream bei Youtube

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