DISMEMBER: Dismember

DISMEMBER: Dismember

Wenn einem kein Albumtitel mehr einfällt oder man mal klar machen möchte, dass die neue Scheibe so richtig geil, quasi die Quintessenz der Band ist, dann benennt man das Album einfach nach der Band. SODOM haben das vor kurzem gemacht und DISMEMBER tun es jetzt auch. Kompromisse oder stilistischen Wirrwarr sucht man auf dem neuen Album der Schwedentod-Urgesteine natürlich genauso vergeblich wie schlechte Songs. Los geht es mit dem pragmatisch betitelten Death Conquers All, einer typischen, knarzig-old schooligen DISMEMBER-Nummer, die schnell startet, sich aber im weiteren Verlauf eher im Mid Tempo bewegt. Das folgende, ebenfalls in mittleren Tempo-Regionen angesiedelte Europa Burns ist eines der großen Highlights der Scheibe. Textlich wird, soweit ich das Gebrüll von Mr. Kärki richtig verstanden habe, der Erste Weltkrieg thematisiert. Aber wer DISMEMBER kennt, weiß ja, dass deren Lyrics zum Thema Krieg meistens deutlich weniger platt sind als diejenigen der Kollegen, sondern um einiges reflektierter daher kommen. So oder so ein Brecher von einem Song mit absolutem Killer Gröl-Chorus. Richtig traditionell wird es dann bei Under A Bloodred Sky, welches zwar wie ein typischer DISMEMBER-Brecher beginnt, jedoch im weiteren Verlauf ein weiteres Mal deutlich die NWOBHM-Affinität der Schweden durchblitzen lässt. Sei es das erste melodische Solo oder auch das zweite, zweistimmige, äußerst MAIDEN-lastige Solo inklusive prägnantem Basslauf im Hintergrund welches den Song ausklingen lässt. Sehr geil! Auch bei Tide Of Blood und To End It All kramen die Schweden immer wieder mal ein paar höchst melodische Leads hervor. Das rasante und intensive Legion knüppelt dagegen jeglichen Widerstand aus dem Weg während das langsame und bedrohliche No Honor In Death mit einem an CELTIC FROST gemahnenden Riff daherkommt. Auch Dark Dephts zählt zu den absoluten Highlights der Scheibe und dürfte live zusammen mit Europa Burns zu den ganz großen Abräumern gehören. Der sechseinhalbminütige Rausschmeißer Black Inn beginnt dann wieder schleppend zieht aber nach anderthalb Minuten gehörig Tempo an. Lediglich The Hills Have Eyes kann mit dem ansonsten absolut erstklassigen Songmaterial auf Dismember nicht mithalten aber das lässt sich absolut verschmerzen, denn mit diesem Album haben die Altmeister des Stockholm-Sounds mal wieder bewiesen, dass mit ihnen immer zu rechnen ist.

Veröffentlichungstermin: 14.03.2008

Spielzeit: 42:43 Min.

Line-Up:
Matti Kärki – vocals
David Blomqvist – guitars
Martin Persson – guitars
Tobias Cristiansson – bass
Thomas Daun – drums

Label: Regain Records

Homepage: http://www.dismember.se

Tracklist:
01. Death Conquers All
02. Europa Burns
03. Under A Bloodred Sky
04. Hills Have Eyes
05. Legion
06. Tide Of Blood
07. Combat Fatigue
08. No Honor In Death
09. To End It All
10. Dark Dephts
11. Black Inn

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.