DIE APOKALYPTISCHEN REITER: Allegro Barbaro

DIE APOKALYPTISCHEN REITER: Allegro Barbaro

DIE APOKALYPTISCHEN REITER sind schon eine sehr seltsame Band. Irgendwie scheint bei den Deutschen nichts so richtig zusammenzupassen und irgendwie funktioniert es doch…oder doch nicht ganz…ihr seht schon, es wird schwierig 🙂
Die Band scheint schon recht früh bemerkt zu haben, daß die True- und die Black-Metal – Szene immer mehr zusammenwächst und vor allem bei den jüngeren Hörern beide Stile einen ähnlichen Stellenwert genießen. Und genau aus diesen Musikstilen haben DIE APOKALYPTISCHEN REITER einen Mix zusammengebraut, der mir jedoch nicht ganz überzeugen kann. Schon beim Hören der ersten CD ließ ich vom Kauf des Teils ab, da mir die ganze Sache einfach noch etwas zu unausgegoren wirkte. Und ähnliches geht mir auch beim Hören von ‘Allegro Barbaro’ durch den Kopf. Es scheint mir, als hätten sich die Musiker viel in den Kopf gesetzt und wollten etwas ganz Einzigartiges erschaffen, das vor allem auch durch das Coverartwork und ein extremes Image zu einem Gesamtkunstwerk heranwachsen sollte. Hierbei denke ich, sollte auch der Ironiefaktor nie zu kurz kommen, und vielleicht ist gerade dies das Verhängnis der Band. Die Musik kann mit den künstlerischen Sado-Maso-Coverartworks einfach nicht ganz mithalten, ist diese doch einfach zu durchschaubar und etwas zu einfach instrumentiert. Herkömmliche Knüppelparts wechseln sich mit süßen Melodiechen ab, die vor allem durch die ‘Einfinger-Keyboard-Arbeit’ nicht wirklich ernst genommen werden können. Da horcht man dann schon richtig auf, wenn Pest sich dazu verleiten läßt, schöne symphonische Piano-Stückchen in die Songs einzubauen. Genauso ist mir die Gitarrenarbeit der Band einfach zu drucklos und unselbständig. Teilweise erinnert die Musik sogar an die Band EISREGEN, diese erscheint mir aber eindeutig konsequenter und reifer in ihrem Anliegen.
Genauso verwirrend wie der Rest des Materials ist dann auch auf ‘Allegro Barbaro’ die Metal-Hymne ‘Heavy Metal’ ausgefallen, die sich ganz an die Tradition von ‘Metal never Dies’ vom ersten Album hält und in schwulstigen dickaufgetragenen Melodien dem Metal huldigt, so daß man sich erneut fragen muß, wie stark das Augenzwinkern bei den Machern den tatsächlich ist.
Insgesamt muß man aber klar feststellen das bei den APOKALYPTISCHEN REITERn mehr als bei allen anderen Bands gilt: Reine Geschmackssache. Deshalb kommt am Reinhören bei ‘Allegro Barbaro’ kein Interessierter vorbei.

Fierce

Spielzeit: 42:17 min.

Eumel – guitars & vocals
Volkmar – Bass
Pest – Keyboards
Skeletton – Drums & Screams

Produziert von Die apokalyptischen Reiter
Erschienen bei Ars Metalli

Tracklist:
1. The Last Hope burned Down to Dust
2. Sometimes
3. Perfect without Mercy
4. The March of Revenge
5. Game of Violence
6. Heavy Metal
7. Dance with me
8. The Fire
9. The Naked Beauty
10. No Questions
11. The Smell of Death
12. Revelation
13. Total Human End

Fierce
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