DEVILS WHOREHOUSE: Revelation Unorthodox

DEVILS WHOREHOUSE: Revelation Unorthodox

Obwohl mir die 2000 erschienene EP The Howling sehr, sehr gut gefallen hatte, schlich in meinem Hirn immer ein kleiner, aber ausgesprochen renitenter Gedanke umher: „Die MISFITS darf und kann man nicht so einfach nachahmen“. Songs wie „Die Die My Darling“, „138“, „Angelfuck“, „TV Casualtiy“, „She“ oder einfach die komplette „Earth A.D.“ sind und bleiben unerreicht. Da kann der Rest der MISFITS-Besetzung machen, was er will, und auch alle Tribute-Versuche sind letztendlich zum Scheitern verurteilt.

Etwas zur Ruhe gebracht wurde der Zwerg (der Gedanke, nicht Glenn Danzig) eben durch die The Howling-Mini von DEVILS WHOREHOUSE, dem MISFITS/SAMHAIN Projekt von Morgan und B War (MARDUK). Doch so ganz verstummte er nie und er hatte Recht.

Denn trotz aller Vorfreude auf das Full Length Album von DEVILS WHOREHOUSE – übrigens: ich sehe ja ein, dass das ein cooler Bandname ist, aber es gibt wirklich bessere MISFITS-Songs – bin ich von „Revelation Unorthodox“ etwas enttäuscht. Die Urteilsbegründung gestaltet sich folgendermaßen: „Revelation Unorthodox“ zieht sich ziemlich in die Länge. Den Jungs fehlt einfach das Gefühl für den Punkt, an dem Schluss sein muss und das Gespür für das richtige Tempo. Das Paradebeispiel: „Bondage Goddess“ schleppt sich über fünf Minuten. Der Song an sich ist zwar dicht an manchen MISFITS Klassikern dran, doch er ist doppelt so lange.

Und auch die vier Songs, die bereits auf „The Howling“ enthalten waren, können auf „Revelation Unorthodox“ nicht hundertprozentig überzeugen. Der schrottige, aber authentische Sound der EP wurde bei „Revelation Unorthodox“ aufgegeben – schade, denn die wirklich grottige Soundqualität gehört einfach zu den MISFITS dazu.

Trotz langer, sehr langer Bedenkzeit bin ich außerdem immer noch nicht zu einem endgültigen Urteil gekommen, was den Gesang von Morgan Steinmeyer Håkansson angeht. Die lethargisch-nölenden Vocals kennt man von Original, aber irgendwie war das Drumherum immer ein bisschen schneller und aggressiver – wäre Revelation Unorthodox eine LP wäre ich ständig versucht, die ein wenig anzuschieben… „Funeral Dream“ ist einfach viel zu getragen, „Pentagramm Murderer“ wäre ein richtiger Kracher, wenn das „Here We Go!“ nicht nur gehaucht, sondern mit mehr Nachdruck eingesungen geworden wäre. Cool ist allerdings der Song „Blood Angels Recital“ der sich an den nicht ganz so staubigen MISFITS orientiert – und deshalb funktioniert der Song auch.

Abschließend kann man sagen, dass „Revelation Unorthodox“ eine feine, kleine CD für zwischendurch ist, die dann und wann auch richtig Spaß macht. Gemessen am Original fehlt aber einfach der Kultfaktor.

VÖ: 8. März 2004

Spielzeit: 35:56

Label: Regain Records

Besetzung:

Line Up:

Morgan Steinmeyer Håkansson – Gitarre

B. War – Bass

Zwedda – Gesang

Hrafn – Drums

Tracklist:

Death From Beyond

Swallow Your Soul

Howling

The raven

Bondage Goddess

Reveleation Unorthodox

Funeral Dream

Pentagramm Murderer

Blood Angels Recital

Erotikill

Blood Nymphoman

Deathwish

We Live Again

Hompage: http://www.devilswhorehouse.com

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...