DEPECHE MODE: Exciter

DEPECHE MODE: Exciter

Ich war schon immer Fan von DEPECHE MODE (und hatte auch nie Probleme dazu zu stehen). In Zeiten, wo ehemalige Brachial-Metaller wie PARADISE LOST
oder AMORPHIS
deutlich hörbar von den Briten beeinflusst werden, sind auch DEPECHE MODE ein Thema für uns. Die Briten haben wirklich unsterbliche Hits veröffentlicht. „Everything Counts (1983), „People are People (1984), „Master and Servant (1984), „Shake the Disease (1985), „It’s called a Heart (1985), „Black Celebration (1986), „Stripped (1986), „Strangelove (1987), „Personal Jesus (1990), „Enjoy the Silence (1990), „I feel you (1993), „Barrel of a Gun (1997) oder „It’s no Good (1997) sind nur einige Beispiele für weltweite Hits. Natürlich gab es in den letzten 20 Jahren auch diverse Probleme im Line-up. Nach dem ersten Album stieg der damalige Songwriter Vince Clarke aus, um erst Yazoo, später Erasure zu gründen. Alan Wilder verließ 1995 nach sieben Alben die Band. Und Sänger Dave Gahan entwickelte sich durch einen Selbstmordversuch (1995) und eine Heroin-Überdosis, in deren Folge er zwei Minuten klinisch tot war (1996), zu einem Problemfall. Doch die Probleme wurden gelöst, die Band bewies mit „Ultra (1997), daß immer noch mit ihr zu rechnen ist. Mittlerweile befinden wir uns im dritten Jahrzehnt des Bandbestehens und auch ich war gespannt, wie dieses Album klingen würde. Ich kaufte mir dieses Album damals auf dem Weg zum RAMMSTEIN
-Konzert. Ich hörte es auf der Fahrt nach Hamburg – schaltete es aber recht schnell wieder aus, da mir das Album als Einstimmung doch „etwas zu ruhig war. Nach Konzertende erinnerte ich mich an diese ruhige Ausrichtung der Scheibe und wollte mich nach der rammsteinschen Vollbedienung auf dem Nachhauseweg etwas entspannen – schaltete aber recht schnell wieder aus, da mir das Album zur Entspannung doch „etwas zu ruhig war. Wen oder was hat Hauptsongwriter Martin Gore denn da geritten? Ich habe überall gelesen, daß man das Album mehrmals hören muß. Ja, wie oft denn noch? Hab’s jetzt mindestens zehn Mal gehört (von vorne nach hinten, von hinten nach vorne und per „Random-Taste auch kreuz und quer) – und werde damit nicht richtig warm. Sicher, Martin Gore hat auch dieses Mal tolle Songs mit traumhaft schönen Melodien geschrieben hat. Er beweist auch einmal mehr, daß er ein toller Sänger ist („Breathe). Aber warum mussten die Songs so ruhig, nachdenklich, entspannt und minimalistisch ausfallen? Das ist ja schon fast ein Album für Ambient – oder Goa-Fans! Wo sind rauen Gitarrentöne, wo die Industrial-Beats von „Ultra (remember „Barrel of a Gun)? Auf Anhieb warm wurde ich nur mit „Dream On (die erste Single) und „The Dead of Night (erinnert am ehesten an alte Kracher – aggressiv, obskure Soundeffekte, kalte Industrial-Beats). Beim zweiten oder dritten Durchgang konnten auch das experimentierfreudig blubbernde „Shine und „I feel loved (Dancebeats rules!) und die sehr ruhige Balladen „Goodnight Lovers (mit einem Backing-Chor im Gospel-Stil) und „Freelove zünden. Auch „The Sweetest Condition, getragen von einer bluesigen Slide-Guitar, entpuppt sich nach einigen Durchgängen, als guter Song. Auf die Zündung von „When the Body Speaks, „Breathe, „I am you oder dem sehr ruhigen „Comatose warte ich allerdings heute noch. Mit „Easy Tiger und „Lovetheme gibt’s noch zwei kurze Instrumentals, die man nicht als vollwertige Stücke sehen und bewerten sollte. Unter´m Strich ist „Exciter für mich nicht 100%ig „excited, auch wenn´s einige sehr gute Stücke zu hören gibt. Gegen Alben wie „Ultra, „Songs of Faith and Devotion oder „Black Celebration zieht diese Scheibe ganz klar den Kürzeren.

Veröffentlichungstermin: 15.05.2001

Spielzeit: 56:46 Min.

Line-Up:
Dave Gahan

Martin Gore

Andrew Fletcher

Produziert von Mark Bell
Label: Mute Records

Homepage: http://www.depechemode.com

Tracklist:
1.Dream on

2.Shine

3.The Sweetest Condition

4.When the body speaks

5.Dead of night

6.Lovetheme

7.Freelove

8.Comatose

9.I feel loved

10.Breathe

11.Easy Tiger

12.I am you

13.Goodnight Lovers