DEAMON´S CHILD: Scherben Müssen Sein

DEAMON´S CHILD klingen definitiv ungewöhnlich. Die Mischung aus Metal und Punk mit NDW-Touch, aus nicht dummen, mal bratenden, mal in schnellen Melodieläufen jagenden Metal-Gitarren, gutem, nach vorne preschendem Drumming, dem verzerrten Bass und dem ungewöhnlichen deutschen Sprech- bis Schreigesang macht Spaß. Insgesamt fehlt es jedoch noch etwas an Substanz…

Eigentlich ist es ja schön, wenn Musik anders ist, gewohnte Pfade verlässt, nicht nach Schema F oder der x-ten Kopie der x-ten Kopie einer Band klingt. Das kann man DAEMON’S CHILD jedenfalls nicht vorwerfen. Im Gegenteil, Das hannoveraner Trio um Sängerin Ana Muhi klingt definitiv ungewöhnlich. Die Mischung aus Metal und Punk mit NDW-Touch, aus nicht dummen, mal bratenden, mal in schnellen Melodieläufen jagenden Metal-Gitarren, gutem, nach vorne preschendem Drumming, dem verzerrten Bass und dem ungewöhnlichen deutschen Sprech- bis Schreigesang macht Spaß und geht bereits beim Opener „Das Vogellied“ direkt ins Herz und in das Tanzbein. Doch manchmal, ja manchmal, ist weniger einfach mehr. So erfrischend „Scherben müssen sein“ an manchen Stellen klingt, so bemüht und gewollt anders wirkt das Album an anderer.

Dabei stört weniger die musikalische Umsetzung als vielmehr die stellenweise doch sehr gewollt wirkende Andersheit, die sich vor allem in Gesang und den Texten widerspiegelt, die eher wie Fragmente und auf den ersten Blick schlau und hintergründig daherkommen. Auf das zweite Hören aber doch eher wie kleine Blender wirken, da außer plakativen Phrasen inhaltlich nicht viel nachkommt und so schon nach wenigen Songs leicht zu nerven beginnt. Schade. Mit mehr Substanz hätte das durchaus eine interessante, runde Sache werden können. Wie das in deutscher Sprache funktionieren kann, zeig(t)en Bands wie RAZZIA oder die BOXHAMSTERS.

Das soll nun alles nicht zu negativ klingen. DEAMON’S CHILD haben, vor allem musikalisch, Substanz und Ideen, die wirklich erfrischend sind. Stimmlich ist dieser Neue Deutsche Welle Einschlag ebenfalls ein schöner Kontrast. Mir sind eben nur die eingesprenkelten Statements zu flach, zu trivial, zu gewollt – gemessen daran, wie ‚anders‘ man sich offenbar als Band präsentieren möchte. Vielleicht lohnt sich für das Trio hier mal ein Blick zurück, ebenfalls nach Hannover, wo sich Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger die GETEILTEN KÖPFE mit besonderer und durchaus hörenswerter Musik auf sich aufmerksam machten und dies wirklich klasse umsetzten.

Bin jedenfalls gespannt, ob und was da in Zukunft noch nachkommen mag – Potential ist jedenfalls da und live funktionieren DEAMON’S CHILD bestimmt ganz wunderbar. Viel Spaß weiterhin!

Veröffentlichungstermin: 26.02.2016

Line-Up:
Ana Muhi – Bass & Gesang
Sven Missullis – Gitarre
Tim Mohr – Schlagzeug
Label: Zygmatron Music

Homepage: http://www.deamonshome.de/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/deamonshome/