DAWN PATROL: Running Nowhere…FAST! [Eigenproduktion]

"Running Nowhere…FAST!" ist eine Scheibe, die sämtliche Entwicklungen, die es im Metal in den letzten fünfzehn Jahren gegeben hat, ignoriert. Netter Heavy Rock, der einfach Spaß macht.

Nach der nur drei Songs umfassenden Demo-CD Point Of No Return melden sich die Bocholter Heavy Rocker mit ihrem ersten selbstproduzierten Album zurück. Leider fällt sofort der ziemlich dünne Gitarrensound, während die Snare-Drum etwas dumpf klingt, was den Hörgenuss merklich schmälert, sich aber noch in einem akzeptable Rahmen bewegt.

In jedem Fall ist der Albumtitel irreführend, denn weder klingt die Musik des Trios chaotisch und orientierungslos, noch ist ihre Musik besonders schnell. Mit ihrem sehr stark in den Achtzigern verwurzelten Heavy Rock bewegen sich DAWN PATROL zumeist im Midtempo mit nur einigen wenigen Ausflügen in schnellere Gefilde.

Auffällig ist zunächst einmal, so dass dem Bassspiel von Frontmann Andreas Hübers trotz einiger Gitarren-Overdubs eine wichtige Rolle zukommt, nicht nur, wenn Frank Steffens zu Gitarrensoli ansetzt, denn allgemein ist Steffens´ Spiel nicht unbedingt riffbetont. Vielmehr wird die Gitarre hauptsächlich melodieorientiert eingesetzt. Zwar gelingt es nicht so gut wie unter Live-Bedingungen, die Lücke zu füllen, dennoch macht Andreas Hübers seine Sache eigentlich verdammt gut, reichert er die Musik doch mit interessanten, oft stark an IRON MAIDEN erinnernden Basslinien an.

Trotz des starken Bezugs zu IRON MAIDEN, sind DAWN PATROL weit davon entfernt, eine bloße Kopie der Briten zu sein. Dafür sorgt neben den teilweise eingesetzten dezenten Keyboardteppichen, die der Musik im Zusammenhang mit den Gitarrenmelodien einen leicht mystischen Touch geben, in erster Linie Andreas Hübers mit seiner markanten Stimme und seinem hohen, eigenwilligen Gesang, der bis auf einige Ausnahmen, bei denen er etwas unsauber singt, nichts zu wünschen übrig lässt und der Musik der Band so seinen Stempel aufdrückt. Auch seinem Gespür für eingängige Refrains, die sich zu richtigen Ohrwürmern entwickeln, wie bei Free My Soul, Don´t Look Back oder dem flotten The Ripper (übrigens keine Coverversion), ist es zu verdanken, dass Running Nowhere…FAST! einen wirklich positiven Eindruck hinterlässt. Das Manko der Scheibe ist nämlich neben der Produktion die Tatsache, dass das Riffing und die Gitarrenmelodien teilweise recht simpel und rhythmisch sehr straight gehalten sind.

Running Nowhere…FAST! ist eine Scheibe, die sämtliche Entwicklungen, die es im Metal in den letzten fünfzehn Jahren gegeben hat, ignoriert. Wem das nichts ausmacht, der bekommt ein nettes, altmodisches Heavy Rock-Album, bei dem zwar nicht alles perfekt ist und noch einiges verbessert werden könnte, das aber trotzdem einfach Spaß macht. Die CD kann direkt bei der Band bestellt werden für 7,- EUR.

Veröffentlichungstermin: 29.03.2004

Spielzeit: 47:38 Min.

Line-Up:
Andreas Hübers – Gesang, Bass

Thomas Hübers – Drums

Frank Steffens – Gitarre

Produziert von Dawn Patrol

Hompage: http://www.dawnpatrol.de

Email-Adresse der Band: dawnpatrol@freenet.de

Tracklist:
1. Wake Me Up

2. Waiting For The Night

3. My Own World

4. Behind The Walls

5. Visions Of Death

6. Free My Soul

7. War In My Head

8. Don´t Look Back

9. The Ripper

10. Not Like You