DAVY KNOWLES: What Happens Next

DAVY KNOWLES kenne ich mit BACK DOOR SLAM und solo vom 2016er Album „Three Miles From Avalon“. Da war der von der Isle Of Man stammende Singer-Songwriter noch jung und wild. Gerade als Bluesman ließ er gern mal heftig die Saiten glühen. Mittlerweile lebt er in Chicago und ist merklich reifer und ruhiger geworden. Das sagt er ja selbst zum neuen Album „What Happens Next“: “Dieses Album hat mich gelehrt, mich beim Gitarrenspiel zurückzuhalten. Ich musste es zügeln, um die Songs atmen zu lassen.” Das Album wurde vom preisgekrönten Songwriter und Toningenieur Eric Corne (u.a. JOE BONAMASSA, WALTER TROUT, JOE WALSH, JOHN MAYALL) produziert, der auch hier und da mal zu hören ist. Aber überlassen wir die Bühne mal DAVY KNOWLES selbst.

DAVY KNOWLES zeigt sich auf „What Happens Next“ rockig und soulig

So groovt der Opener gleich mal rockig gut nach vorn, aufgepeppt mit 60er Orgelsounds und einem relaxten Drive. DAVY KNOWLES klingt wie gehabt eher soft und soulig, bei den Leads zeigt er schnell, dass er nicht zu ruhig geworden ist. Man swingt sofort mit bei „Heartbreak Or Nothing“ , „Get Lucky“ oder „One & The Same“. „Solid Ground“, „Side Show“ und „Wake Me Up When The Nightmare Is Over“ mit leichtem Southern-Touch rocken gut. Aber nie zu sehr, es zieht sich immer eine entspannte Wärme durch die Songs, auch durch den plüschigen, unaufdringlichen Sound und eben die softe Stimme von Davy. Der auch seine Ausbrüche an der Gitarre deutlich reduziert und nur noch songorientiert einsetzt. Die gezielt oldschooligen Keyboards lassen auch mal schmunzeln.

DAVY KNOWLES überzeugt auch mit ruhigen Tönen

Aber die Stärke von DAVY KNOWLES ist nicht nur das geschmeidige Blues-Rocken. Gerade die ruhigen Töne überzeugen. Herrlich soulig “Roll Me” mit viel Vibrato auf der Gitarre und passenden dezenten Keyboards, da fühlt man sich in die 60er zurückversetzt. Ganz toll das melancholische „Devil And The Deep Blue Sea“, auch wieder mit viel Soul und Blues durchtränkt. Dazu FLOYDige DAVID GILMOUR-Gitarren, mein persönliches Highlight auf „What Happens Next“. Kitschig schön „River“ mit zarten DIRE STRAITS trifft GILMOUR-Gitarren. Man hört schon deutlich, dass Knowles gern mal in der Plattensammlung seines Papas gestöbert hat bei ERIC CLAPTON, den DIRE STRAITS, ROBERT JOHNSON und oft RORY GALLAGHER, an den sein Gitarrenspiel immer wieder mal erinnert.

Mit dem nachdenklichen „If I Ever Meet My Maker“ beendet ein schöner Song im Singer-Songwriter/Americana-Stil das Album und macht Lust, mal wieder GORDON LIGHTFOOT zu hören. Sehr schön und einschmeichelnd hier wieder auch die Vocals von DAVY KNOWLES. Mag man beim kurzen Reinhören ein paar Ecken und Kanten vermissen in seiner Stimme, so machen solche Songs doch deutlich, dass gerade diese sanfte Stimme genau richtig ist, gerade wenn die Songs ruhiger werden. Gleiches gilt für sein wie immer starkes Gitarrenspiel. Es tut den Songs gut, dass er sich gerade bei den Leads etwas zurücknimmt, aber doch hier und da kurz die Zügel loslässt und die Saiten glühen lässt.

Wer bluesige, soulige Musik gern genießt und entspannt zuhört, der ist bei „What Happens Next“ genau richtig

DAVY KNOWLES ist mit „What Happens Next“ ein schönes Album gelungen, natürlich auch Dank der mitwirkenden Kollegen. Das Album rockt genug, um Gute Laune zu verbreiten, und bietet ebenso viele schöne Momente. Auch der Grundsound kommt eher etwas plüschig und warm, für echte harte Bluesrocker vielleicht auch zu soft. Wer gute Musik gern genießt und entspannt zuhört, der ist bei „What Happens Next“ genau richtig.

Veröffentlicht am 22.10.2021

Spielzeit: 47:29 Min.

Lineup:
Davy Knowles – Vocals, Guitars
Tod Bowers – Bass
Andrew Toombs – Keyboards
Jeremy Cunningham – Drums
Eric Corne – Bass (4,9), Background Vocals (3,4,6,7,11)

Label: Provogue Records / Mascot

Homepage: https://davyknowles.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/DavyKnowles

Die Tracklist von “What Happens Next”:

1. Light Of The Moon (Video bei YouTube)
2. Heartbreak Or Nothing
3. Roll Me (Video bei YouTube)
4. Get Lucky
5. Devil And The Deep Blue Sea
6. One & The Same
7. Solid Ground
8. River
9. Side Show
10. Hell To Pay (Video bei YouTube)
11. Wake Me Up When The Nightmare Is Over
13. If I Ever Meet My Maker